Titel: Verwendung der Kinder in den englischen und französischen Fabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. XXIV./Miszelle 14 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067024_14

Verwendung der Kinder in den englischen und französischen Fabriken.

In den englischen Baumwollwaarenfabriken kommen auf 100 Individuen 3 von einem Alter von 8 bis 12 Jahren, 9 von 12 bis zu 13 Jahren, und 30 von 13 bis zu 18 Jahren. In den Wollwaarenfabriken kommen auf 400 Individuen 6 von einem Alter von 8 bis zu 12 Jahren, 12 von 42 bis zu 13 Jahren, und 30 von 13 bis zu 18 Jahren. In den Leinenwaarenfabriken kommen auf 100 Individuen 4 in einem Alter von 8 bis 12 Jähren, 12 von 12 bis zu 13 Jahren, 36 von 13 bis zu 18 Jahren. In den Seidenwaarenfabriken hat 1/5 der verwendeten Individuen nicht über 12 Jahre, 8 Proc. kommen auf die Altersclasse von 12 bis 13 und 30 Proc. auf die Altersclasse von 13 bis 18 Jahren. Man beschwerte sich einst über die große Unreinlichkeit, die in den Fabriken herrschte, und über die große Mortalität, welche zuweilen unter den jugendlichen Arbeitern einriß; heutzutage ist die Reinlichkeit in den englischen Fabriken nicht nur auf den höchsten Grad getrieben, sondern man findet in den meisten derselben sogar eine luxuriöse Eleganz. In den meisten größeren Fabriken bestehen eigene Schulen für Mädchen und Knaben, für die Arbeiter sind kleine Bibliotheken in denselben angelegt; jeden Sonntag werden denjenigen, die eine ausgezeichnete Aufführung pflogen, Preise zuerkannt. Den älteren Arbeitern ist strenge untersagt, in Gegenwart der Kinder unsittliche Gespräche zu führen, und es bestehen eigene Strafen hiefür. Im Laufe von 20 Jahren (nämlich vom Jahr 1811 bis 1831) ist die Zahl der dem Akerbau sich widmenden Familien in England von 35 auf 28 Proc. gefallen; während die Zahl der der Handelsclasse angehörigen Familien bis auf 27 Proc. gestiegen ist. – In Frankreich hat man über alle diese Punkte, über die Zahl der in den Fabriken verwendeten Kinder, und über die Zahl der Stunden, während denen man sie zur Arbeit anhält, keine so genauen Daten. Die im Jahre 1834 angestellte Handelsuntersuchung ergab bloß, daß die Kinder in den meisten französischen Baumwoll, Wollen- und Seidenwaaren-Fabriken von 6 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends arbeiten, wobei ihnen für die Mahlzeiten 2 Stunden frei gelassen werden. Im mittleren Durchschnitte verdienen sie 10 bis 12 Sous des Tages, und dabei sind sie beinahe in allen Dingen schlechter daran, als in den englischen Fabriken. In den Galicofabriken in Nouen besteht beinahe der vierte Theil der Verwendeten aus Kindern. (Aus dem Temps.)

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