Titel: Ueber die Dachbedekung mit Zink.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. XXIV./Miszelle 21 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067024_21

Ueber die Dachbedekung mit Zink.

Der von einer Specialcommission erstattete Bericht über die beste Dachbedekung für die Cathedrale in Chartres hat viele Vorschlage veranlaßt; unter anderen hat namentlich Hr. Lebobe die von ihm erfundene Zinkdekung. die schon seit einigen Jahren im Großen benuzt wird, zur Kenntniß der Akademie in Paris gebracht. Nach der Ansicht dieses Mannes müssen die Vorwürfe, die man der Dekung mit Zink macht, nicht den Eigenschaften dieses Metalles, sondern der unzwekmäßigen Anwendung desselben beigerechnet werden. Will man nämlich große Platten haben, so bekommt man sie nicht immer von ganz gleicher Dike, und die Folge ist, daß die durch die Ausdehnung und Zusammenziehung veranlaßten Bewegungen nicht überall regelmäßig ausfallen, und daß also an den schwächeren Stellen beständig Zerreißungen eintreten müssen. Dazu kommt noch, daß sich der Wind in den größeren Platten leichter fangt, und daß, wenn nur ein Mal eine Eke aufgehoben worden ist, die ganze Platte in einem Nu weggerissen wird. Alles dieß fällt weg, wenn man nach Lebobe kleine Platten von der Größe einer gewöhnlichen Schiefertafel anwendet, und wenn man die Befestigungspunkte der Platten im Verhältnisse ihrer Größe bedeutend vermehrt, ohne jedoch den freien Durchgang der Luft zu beeinträchtigen. Endlich hat Hr. Lebobe auch ein Mittel zur Abwendung der Wirkungen der Capillarität gefunden, welche sich so häufig an den mit Eisen und Kupfer gedekten Gebäuden, z.B. auf den Speichern der |80| neuen Pariser Börse, zeigen, und welche die Speicher nicht nur der Nässe aussezen, sondern auch deren Dachstühle schnell zu Grunde richten. Das Schutzmittel besteht in einem Vorstoße (bossage) und in einer Vorrichtung, coupe-lame genannt, welche er an der Vereinigung zweier Zinkplatten anbringt. Es wurden Platten vorgelegt, welche schon mehrere Jahre gedient hatten, und die dessen ungeachtet an den Stellen, wo die nächst obere Platte auf ihnen auflag, noch ihre ganze Reinheit beibehalten hatten. (Mémorial encyclopédique.)

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