Titel: Reißmehl als Futter für die Seidenraupen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. XL./Miszelle 9 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067040_9

Reißmehl als Futter für die Seidenraupen.

In einem chinesischen Werke über die Seidenraupenzucht, welches Hr. Stanislaus Julien, Mitglied des Instituts in Paris, kürzlich aus Auftrag des französischen Ministeriums übersezte, findet man ein sonderbares Verfahren angegeben, welches sich, so unwahrscheinlich es anfangs auch schien, bei angestellten Versuchen dennoch vollkommen bewahrt zeigte. Es heißt nämlich in diesem Werke, daß man in China, um die Maulbeerblatter zu sparen, dieselben mit Reißmehl zu bestreuen pflege. Hr. Bonafous, der berühmte Seidenzüchter in Turin, der die französische Uebersezung ins Italienische übertrug, hat das chinesische Verfahren sogleich im lezten Sommer einer Probe unterworfen. Er überstreute die Maulbeerblatter mit Reißmehl, mit Weizenmehl, mit Sazmehl u. dergl., und fand, daß diese Substanzen, die für sich allein von den Seidenraupen unangetastet bleiben, in dieser Mischung ihnen ein sehr angenehmes Nahrungsmittel abgeben, bei dem sie sich rascher entwikeln als sonst. Die mit Reißmehl genährten Raupen gaben besonders schöne und schwere Cocons. Das Sazmehl der Kartoffel gab minder gute Resultate. Es scheint, daß die chinesische Methode nicht bloß bei eintretendem Mangel an frischem Futter, sondern für die Seidenzucht überhaupt von großem Nuzen werden dürfte. (Echo du monde savant.)

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