Titel: Ueber die nachtheilige Anwendung von Arsenik bei den Kerzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 10 (S. 233–234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_10

Ueber die nachtheilige Anwendung von Arsenik bei den Kerzen.

In einer der lezten Sizungen der Medico-Botanical-Society in London wies Hr. Everitt nach, daß es Kerzen gebe, in denen per Stük 2 und selbst 4 Gran Arsenik enthalten wären. Die Erklärung hiefür ward folgendermaßen gegeben. Die mit Talg bereiteten Kerzen haben einen zu niedrigen Schmelzpunkt, als daß sie die Anwendung gewisser Dochte zuließen. Man sezte ihnen daher etwas Stearin oder Wallrath zu, welche beide Substanzen einen höheren Schmelzpunkt |234| haben; um das Krystallisiren dieses Gemenges zu verhüten war jedoch auch noch ein Zusaz von Wachs erforderlich. Da man nun später fand, daß eine geringe Quantität Arsenik dasselbe auf eine weit wohlfeilere Weise leiste, so nimmt man dermalen (in England sehr oft) Arsenik anstatt des Wachses. Die Gesellschaft war der Ansicht, daß diese vergifteten Kerzen durch den Arsenikdampf, den sie verbreiten, der Gesundheit sehr nachtheilig werden können und müssen. Wir fügen dieser aus dem Mechanics' Magazine, No. 733 gezogenen Notiz nur noch bei, daß dieser Vergiftungsproceß ursprünglich aus Frankreich herrührt, wo man denselben jedoch wieder aufgegeben zu haben angibt. Man vergleiche hierüber, was wir im polyt. Journ. Bd. LXII. S. 128 über die Stearinkerzen des Hrn. de Milly berichtet haben.

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