Titel: Ueber die Behauptung, daß Eisen durch Zinn gegen Oxydation im Salzwasser geschüzt werde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 15 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_15

Ueber die Behauptung, daß Eisen durch Zinn gegen Oxydation im Salzwasser geschüzt werde.

Die beschüzende Wirkung des Zinks in Bezug auf Eisen und Kupfer ist bekannt. Man weiß, daß vermöge des galvanischen Verhaltens des Zinks zu Eisen und Kupfer leztere im Meerwasser so lange nicht angegriffen werden, als Zink mit ihnen in Berührung steht; erst nach der völligen Aufzehrung des Zinks beginnt auch die Oxydation des Eisens. Man hat von dieser Eigenschaft bereits zur Sicherung des Beschlags der Seeschiffe, so wie zur Erhaltung der zur Destillation des Seewassers dienenden Kessel und der Dampfkessel auf Dampfschiffen Anwendung gemacht.

H. Davy hat Zinn zu ganz gleicher Anwendung wie das Zink empfohlen; allein Van Beek zeigte durch zahlreiche Versuche, daß im Meerwasser Zinn das Eisen nicht vor Oxydation schüze, sondern vielmehr von diesem geschüzt werde. Es wurde z.B. eine Eisenplatte in ein cylindrisches Gefäß mit Seewasser gethan; das Eisen wurde schnell angegriffen und war nach 42 Tagen völlig oxydirt. Er behandelte eine ähnliche Eisenplatte, die aber zu 1/5 ihrer Oberfläche mir einem Zinnplättchen verbunden war, auf gleiche Weise; das Eisen wurde bald angegriffen, und in 42 Tagen war nicht weniger Eisenoxyd gebildet, als im vorigen Versuche; das Zinn war, wo es nicht vom Eisenoxyd bedekt wurde, völlig blank geblieben. Auf gleiche Weise behandelte er eine Zinnplatte, die zu 1/3 ihrer Oberfläche mit Eisen verbunden war; das Zinn blieb blank, aber das Eisen wurde noch weit rascher oxydirt, als im vorigen Versuche. (Edinburgh new philosophical Journal. Julius 1837.)

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