Titel: Cogen's Methode vegetabilische Oehle zu reinigen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 22 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_22

Cogen's Methode vegetabilische Oehle zu reinigen.

Die von Thénard angegebene Methode die vegetabilischen Oehle durch Schwefelsäure von dem in ihnen enthaltenen Schleime zu befreien, und die dadurch gebildeten kohligen Theile entweder durch lange Ruhe oder durch eine langsame Filtration abzuscheiden, erfordert viele Zeit, und scheint obendrein nicht ein Mal ganz zu genügen, obschon Hr. Thénard den Rath gibt dem Oehle die nach der Operation darin zurükgebliebenen Reste von Säure durch Anwendung von heißem und kaltem Wasser zu entziehen. Hr. Sogen gibt eine Methode an, welche jene Thénard's in sich schließt, sie aber durch sinnreiche Anwendung des Dampfes, wodurch dem Oehle nicht nur alle fremdartigen Theile, sondern auch die in dasselbe gebrachte Säure entzogen werden, auszeichnet. Die verkohlten vegetabilischen Stoffe fallen in 12 Stunden zu Boden, und obenauf steht ein vollkommen klares Oehl, welches sowohl wegen seiner Farbe, als auch wegen anderweitiger Eigenschaften von dem Maler gesucht seyn wird. Er nimmt auf 100 Gallons Oehl gegen 10 Pfd. Schwefelsäure, die er mit eben so viel Wasser verdünnt. Wenn das Oehl in ein kesselförmiges kupfernes Gefäß gegossen und mit dem dritten Theile der verdünnten Säure versezt worden ist, so rührt er es eine Stunde lang um, bis sich die Säure gut mit dem Oehle verkörpert, und bis dieses eine dunkelbraune Farbe angenommen hat. Dann sezt er das zweite Dritttheil der Säure zu und endlich auch das lezte Dritttheil. Bei lezterem Zusaze rührt er jedoch 6 Stunden lang um, und dadurch muß das Oehl die Farbe des Theers bekommen. Wenn es in diesem Zustande eine Nacht über gestanden hat, |238| so gießt er es in einen gußeisernen Kessel, in dessen Boden eine Dampfröhre einmündet, die sich in drei oder vier Arme, welche sich in durchlöcherte Platten endigen, theilt. Der das Oehl in allen Richtungen durchströmende Dampf bringt es auf die Temperatur des siedenden Wassers. Hat die Einwirkung des Dampfes 6 bis 7 Stunden lang gewährt, so gießt er das Gemenge in ein kaltes Gefäß von umgekehrt kegelförmiger Gestalt, welches sich nach Unten in eine kurze Röhre endigt, an der sich zwei Hähne befinden: nämlich der eine an deren freiem Ende und der andere etwas darüber an der Seite. Ist das Oehl in diesem Gefäße 12 Stunden lang ruhig gestanden, so kann man es klar abziehen. Wenn man den am Ende der Röhre befindlichen Hahn öffnet, so fließt die schwarze Substanz, auf die bald das Oehl folgt, ab. Man schließt jedoch den ersten Hahn und läßt das klare Oehl bei dem zweiten Hahne ausfließen. Was sich zwischen beiden Hähnen befindet und trüb ist, kann eigens für sich abgelassen und noch ein Mal gereinigt oder einer neuen Quantität Oehl zugegossen werden. (Journal des connaiss. us., Junius 1837.

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