Titel: Neue Methode metallene Drukformen etc. zu verfertigen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 27 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_27

Neue Methode metallene Drukformen etc. zu verfertigen.

Ein gewisser Woone hat eine sehr sinnreiche Entdekung gemacht, deren ganzer Einfluß auf die Künste und Industrie sich noch gar nicht voraussehen läßt. Die neue Kunst, worauf er sich ein Patent ertheilen ließ, betrifft die Verfertigung erhaben gestochener Metallplatten, die den Holzstich großen Theils verdrängen dürften. Das neue Verfahren besteht in der Hauptsache in Folgendem: man legt auf eine glatte Metallfläche gehörig zubereiteten Gyps auf und sticht in diesen den zu gravirenden Gegenstand vermittelst einer Stahlspize; die Zeichnung oder Stecherei wird dann auf Einmal in Metall gegossen. Es ist klar, daß man, um eine Zeichnung oder ein Muster auf diese Art hervorzubringen, nicht viel mehr Zeit braucht, als sonst nöthig ist, um es für den Stecher auf eine Holztafel aufzuzeichnen, so daß also die Kosten für die Gravirung fast ganz erspart werden. Holzschnitte können auch nicht in großem Maaßstabe ausgeführt werden, während man nach dieser Methode Reliefs von jeder Größe erhalten kann. Ein anderer großer Vortheil besteht darin, daß die Zeichnung nicht umgekehrt zu werden braucht, wie beim gewöhnlichen Graviren, sondern gerade so eingeschnitten wird, wie sie nachher auf dem Papiere sich darstellen soll; dieß macht das neue Verfahren besonders für Landkarten, Grundrisse und überhaupt für Zeichnungen, in welche viel Schrift kommt, anwendbar. Die Erfindung ist natürlich auch auf die Formen zum Druken von Baumwollen-, Seidenzeugen, Tapeten etc. anwendbar. (Athenaeum, No. 532.)

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