Titel: Liniirmaschine für Kupferstecher und Steindruker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 4 (S. 230–231)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_4

Liniirmaschine für Kupferstecher und Steindruker.

Ich erlaube mir hiemit den Kupferstechern und Lithographen meine nach englischer Art gebauten Liniirmaschinen zu empfehlen, wovon ich bereits eine ziemliche Anzahl an die ausgezeichnetsten Kupferstecher in München, Nürnberg. Karlsruhe, Straßburg, Darmstadt etc. so wie an Steindruker in Verona, Triest etc. verkauft habe.

Ich verfertige davon zweierlei Sorten; die eine ist nur tauglich, um gerade und Wellenlinien zu ziehen und daher hauptsächlich für Kupferstecher brauchbar; mit dieser kann man eine Platte von 2' Länge und 14'' Höhe (franz. M.) mit Linien überziehen. Die Behandlung dieser Maschine erlernt man in kurzer Zeit. Sie ist verschließbar und mit einem eleganten Dekel versehen, wiegt sammt Pakung circa 90 Pfd. und kostet bei baarer Bezahlung hier genommen mit Verpakung 136 fl. 30 kr.

Die zweite Maschine ist nach denselben Principien gebaut, wie die erste, nur mit bedeutenden Verbesserungen und Zusäzen versehen, mit deren Hülfe man die mannigfaltigsten Guillochirungen zu zeichnen und Medaillen und Reliefs zu kopiren im Stande ist. Die Behandlung dieser Maschine erfordert aber mehr Uebung und Umsicht und ist durch schriftliche Mitheilung, nicht wohl zu erlernen, weßhalb es im Falle der Bestellung einer solchen Maschine nöthig wäre, daß der Arbeiter, welcher damit umgehen soll, einige Tage unter meiner Aufsicht damit zeichnet. Der Preis dieser Maschine ist 300 fl.

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Ich habe der Redaction des polytechnischen Journals einige Proben von Lithographien, die mit dieser Maschine hervorgebracht sind, mitgetheilt23) und wen die Sache interessirt, mag sich in portofreien Briefen an mich selbst wenden, worauf ich ihm gratis einige Muster zukommen lassen werde.

Obgleich ich mehrere Zeugnisse über die Güte meiner Maschinen erster Art von anerkannten Kupferstechern habe, so halte ich es doch für unnöthig, sie hier beizufügen.

Ferner empfehle ich den Mechanikern und Manufacturisten zur gefälligen Benuzung meine Hobelmaschine, welche ich mir gebaut habe, um Stüke Metall bis zu einer Länge von 7' und 34'' Breite, 14 1/2'' Höhe (franz. M.) ganz genau ebnen zu können.

Besonders vortheilhaft ist sie zum Ebnen von Preßplatten, Drehbankwangen, Support Prismen etc. Ich berechne für das Abhobeln bei Preßplatten, die mehr als 300 □'' Fläche haben, für den □'' 1 kr.; bei Wangen und Prismen 1 1/4 bis 1 1/2 kr.; bei kleineren Stüken erhöht sich dieser Preis etwas und richtet sich hauptsächlich nach der mehr oder weniger zum Abhobeln bequemen Gestalt.

In meiner vollständig eingerichteten Schreinerei könnte ich auch nach genauen mir eingesandten Zeichnungen Modelle machen, sie dann auf dem hiesigen Hüttenwerke der HH. Gebr. Benckiser gießen und auf meiner Maschine bearbeiten lassen, wobei ich die möglichst billigen Preise stellen würde.

Ferd. Oechsle,

großherz. bad. Controleur und Mechanikus in Pforzheim.

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Wir nehmen nach denselben keinen Anstand die Maschinen des Hrn. Oechsle den Kupferstechern und Lithographen zu empfehlen. A. d. R.

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