Titel: Kaffee-Apparate des Hrn. Ritter Delacoux.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 5 (S. 231–232)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_5

Kaffee-Apparate des Hrn. Ritter Delacoux.

Zu den um die Vervollkommnung der Kaffeebereitung verdienten Namen muß in neuester Zeit jener des Hrn. Ritters Delacoux in Paris gesezt werden; denn er dürfte nächst Dubelloy, Cadet de Vaux und anderen am meisten dazu beigetragen haben, dieses Getränk vom reinsten Geschmake zu erzielen. Ueberzeugt von dem üblen Einflusse, den das Eisen auf den Geschmak des Kaffees übt, wenn es beim Rösten damit in Berührung kommt, suchte er die Röstung in einem hohlen Porzellancylinder zu bewerkstelligen. Sein Apparat besteht aus einem blechernen, auf vier eisernen Füßen ruhenden Ofen, aus einer Aschengrube und aus einem Herde, über dem sich in geringer Entfernung von dem Brennstoffe eine Blechplatte befindet. Diese Platte ist concav und halbcylindrisch, um dem hohlen, den Kaffee enthaltenden Cylinder Bewegung zu gestatten. Dieser (Zylinder ist an dem einen Ende geschlossen, an dem anderen hingegen befindet sich ein zum Ein- und Ausschrauben eingerichteter Pfropf, in dessen Umfang mehrere Löcher gebohrt sind. Die Oeffnung, welche dieser Pfropf verschließt, dient zum Eintragen des Kaffees; sie läßt auch die zu häufigen Dämpfe entweichen, und dient zur Beobachtung des Fortschreitens der Röstung, durch welche der Kaffee nur eine dunkelbraune Farbe bekommen darf. Durch den Cylinder läuft eine mit Porzellan überzogene Achse, mit der er im Ofen ruht, und welche die Umdrehung, die mittelst einer Kurbel geschieht, erleichtert. Die Kuppel des Ofens hat eine solche Concavität, daß der Cylinder darin umlaufen kann. Die Hize des Herdes geht, nachdem sie die untere Platte erhizt hat, durch vier an den Eken des Ofens befindliche Löcher, und umgibt dann den Cylinder, der auf diese Weise allerdings langsamer, aber auf eine Weise erhizt wird, die eine bessere Regulirung der Röstung zuläßt. Endlich dient ein an dem Herde angebrachtes Register zur Erhöhung oder Dämpfung der Verbrennung. Hr. Delacoux hatte früher keine Oeffnungen in seinem Cylinder angebracht, woraus folgte, daß der darin geröstete Kaffee merklich sauer reagirte; gegenwärtig ist dieß nicht mehr der Fall. Zum Mahlen bedient er sich einer Mühle, deren Nuß sowohl als das Gehäuse gleichfalls aus Porzellan besteht. Auch die eigentliche Kaffeemaschine, welche eine Nachahmung jener Dubelloy's ist, ist aus Porzellan verfertigt, damit die Flüssigkeit gleichfalls nirgends mit Metallen in Berührung kommt. Der ganze Apparat, der in einem Berichte, den Hr. Bourint der Société d'encouragement |232| hierüber erstattete, für Feinschmeker gepriesen wird, kommt auf 30 Fr. zu stehen.

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