Titel: Ueber einige mit Brenngläsern angestellte Versuche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 8 (S. 232–233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_8

Ueber einige mit Brenngläsern angestellte Versuche.

Hr. Penn hatte für Hrn. Parker ein Brennglas von 3 Fuß im Durchmesser und 3 1/4 Zoll Dike gegossen, dessen Brennpunkt sich in einer Entfernung von 6 Fuß 8 Zoll befand und 1 Zoll Breite hatte. Die Strahlen fielen auf eine zweite Linse, welche den Brennpunkt auf einen halben Zoll contrahirte. Mit diesem Apparate wurden in Gegenwart des Hrn. Gardner und einiger Mitglieder der Royal Society mehrere Versuche angestellt, deren Resultate im Wesentlichen in Folgendem bestanden:

10 Gran gewöhnlicher Schiefer schmolzen in 2 Secunden.
12 – Eisenschlaken 2 –
20 – reines Gold 3 –
11 – reines Platin 3 –
16 – Nikel 3 –
10 – Gußeisen 3 –
7 – Bergkrystall 6 –
20 – reines Silber 4 –
10 – Baryt 7 –
10 – Lava 7 –
10 – Stahl 12 –
10 – Eisen 12 –
10 – Granat 17 –
33 – reines Kupfer 20 –
2 – orientalischer Smaragd 25 –
10 – Jaspis 25 –
10 – Karniol 75 –
10 – Moderstein 80 –

Ein Diamant von 10 Gran, der 30 Minuten lang in den Brennpunkt gebracht worden war, verminderte sich auf 6 Gran; er öffnete sich, blätterte sich ab, und |233| stieß einen weißen Dampf aus. Nach dem Erkalten hatte er seinen Glanz und seine Gestalt beibehalten. Das Gold verlor auch nach mehreren Stunden Aufenthalt im Brennpunkte seinen Glanz nicht; ebendieß war mit dem Patin der Fall. Kupfer hatte nach drei Minuten keinen Gewichtsverlust erlitten. Eisen und Stahl geriethen an der Seite, an der sie mit der Kohle in Berührung standen, in Fluß; an der anderen hingegen nicht, obschon sie sich auch mit dieser im Brennpunkte befanden. Eisenschlaken schmolzen weit schneller als Eisenfeilspäne. Der Ueberrest eines geschmolzenen und beinahe ganz verdampften Stükes Zink war magnetisch geworden. Das Kobalt verdampfte in 57 Secunden gänzlich. Wismuth verdampfte auf Kohle beinahe ganz; auf Graphit fing es nach 2 Secunden zu schmelzen an, und nach 48 Secunden hatte es nur einen Gran seines Gewichtes verloren; auf Knochenasche schmolz es in 3 Secunden. 33 Gran Spießglanz schmolzen auf Kohle in 3 Secunden; nach 195 Secunden waren nur mehr 11 Gran davon übrig. Ein Stük nordamerikanischer Bergkrystall contrahirte sich in 15 Secunden; nach 135 Secunden war es vollkommen flüssig; nach 150 Secunden fing es zu sieden an, und wurde halbdurchsichtig und schiefergrau. Agath, Karniol und Jaspis überzogen sich mit einer sehr glänzenden Oberfläche. Ein auf Graphit gelegter Granat schmolz in 120 Secunden, nahm anfangs eine dunklere Farbe an, verlor 1/4 Gran am Gewichte, und wurde vom Magnete gezogen. 10 aus einer Bracelette genommene Granaten schmolzen nach einigen Secunden in eine Masse zusammen. Pyrometrischer Thon von Widgwood schmolz zu weißem Email. Sieben andere Thonarten verglasten sehr schnell. Kalkstein wurde bald verglast, bald sinterte er zu einer Masse zusammen. Ein Kügelchen hievon zersprang im Brennpunkte in tausend Stüke. Stalaktiten, Zeolithe bildeten nach 60 Secunden Kügelchen, welche in 155 Secunden vollkommen durchsichtig wurden, nach dem Erkalten aber ihre Durchsichtigkeit verloren und eine schöne rothe Farbe annahmen. (Journal des conn. us., Mai 1837)

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