Titel: Selbstentzündung des eingetrokneten Leinöhls.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXIV./Miszelle 9 (S. 233)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067064_9

Selbstentzündung des eingetrokneten Leinöhls.

Das Philosophical Magazine enthält folgende Notiz über die Verbrennung des Leinöhls, wenn dasselbe ausgetroknet ist: „Daß das Leinöhl, wenn es Pflanzenfasern oder poröse Substanzen enthält, sich von selbst entzündet, ist eine bekannte Thatsache; noch nie hat man aber bemerkt, daß die Entzündung desselben erfolgte, nachdem es schon ausgetroknet und erhärtet ist. Ein Fabrikant in Plymouth vermischte vor zwei oder drei Jahren ein wenig rothes Bleioxyd mit Leinöhl und brachte das Oehl sodann in ein Fäßchen, welches er bei Seite stellte; so blieb es unbenuzt, bis der Inhalt erhärtet war, was bald geschah. Nach einigen Monaten befahl er bei der Räumung seines Magazins es in Stüke zu zerschlagen und den Inhalt zu zerreiben, um zu sehen, ob er sich noch zu etwas benuzen ließe. Dieß geschah noch denselben Abend und das Pulver wurde in eine Büchse gebracht; zu seinem Erstaunen bemerkte er aber den anderen Morgen einen brenzlichen Geruch; er stieg in sein Magazin hinab und fand nun, daß der Rauch von der Büchse aus, welche das Leinöhlpulver enthielt, sich verbreitete; man goß sogleich Wasser darauf und nachdem sie ganz erkaltet war, schüttete man den Inhalt auf die Erde. Der Boden der Büchse war verkohlt und die Masse an seiner Seite braun geworden, wählend der obere Theil roth geblieben war. Derselbe Fabrikant mußte auch schon oft Stöße von geöhltem Papier, obgleich dasselbe schon ganz troken war und nicht mehr an den Fingern kleben blieb, wieder auseinander nehmen, weil sich das Papier so erhizt hatte, daß eine Selbstentzündung desselben zu befürchten war.“

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