Titel: Vorschrift zu einem Anstriche für Canevaß, Segeltuch u. dergl., um es wasserdicht und dauerhafter zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. LXXXVI./Miszelle 5 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067086_5

Vorschrift zu einem Anstriche für Canevaß, Segeltuch u. dergl., um es wasserdicht und dauerhafter zu machen.

Der Anstrich, den man dem Canevaß gewöhnlich zu geben pflegt, wird so hart, daß er rissig wird und wohl auch bricht, wodurch er in verhältnißmäßig kurzer Zeit unbrauchbar wird. Dagegen ist der mit dem neuen Anstriche versehene Canevaß nicht nur so dauerhaft, daß er in der Marine benuzt wird, sondern er kommt sogar auch wohlfeiler zu stehen. Nach der älteren Methode sättigte man den Canevaß mit Oker; dann gab man ihm mit einer Mischung aus Oker und einer schwarzen Farbe ein Chocoladebraun; und endlich zulezt gab man eine schwarze Farbe. Nach der neuen Methode soll man 97 Pfd. Oker mit gekochtem Oehle abreiben und eine schwarze Farbe zusezen. Mit diesem Anstriche soll man 1 Pfd. gelbe Seife, die man über Feuer in 6 Pfd. Wasser auflöst, heiß vermengen. Wenn man von diesem Anstriche mit einer Bürste eine solche Schichte auf den Canevaß aufgetragen hat, daß er eine glatte Oberfläche bekommt, so tragt man den nächstfolgenden Tag eine Schichte Oker und Schwarze, mit einem geringen Zusaze von Seife auf; und wenn auch diese Schichte troken geworden ist, nämlich den Tag darauf, streicht man den Canevaß schwarz an. Nach dreitägigem Troknen klebt er dann nicht mehr, so daß man ihn aufrollen kann. ES ist durch neuere Versuche vollkommen erwiesen, daß die mit Oehl abgeriebenen, gelben, rothen und schwarzen Anstriche durch eine Auflösung von gelber Seife dauerhafter werden. Es ist daher zu wundern, daß die Seife, die sich doch so gut mit den öhligen Substanzen verbindet, nicht schon früher zur Bereitung von Oehlfarben verwendet wurde. (Journal des connaissances usuelles. Mai 1837, S. 222.)

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