Titel: Ueber Steinheil's elektro-magnetischen Telegraphen mit betreffenden historischen Notizen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. CII./Miszelle 1 (S. 388–391)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067102_1

Ueber Steinheil's elektro-magnetischen Telegraphen mit betreffenden historischen Notizen.

Es scheint bei allen Erfindungen, die in das Leben eingreifen, ein großer Zeitraum nöthig, um von der ersten Idee bis zum factischen Bestande der Sache zu gelangen. An den ursprünglichen Gedanken müssen sich spätere Erfindungen und Erfahrungen reihen. Es müssen sich vielseitig die Kräfte der Intelligenz versuchen, das Wesentliche vom Zufälligen zu trennen, um so endlich auf jene Einfachheit in der Darstellung zu kommen, die mit fast und greiflicher Consequenz vom Leben zur Aufnahmsbedingung gemacht wird. Aus diesem Gesichtspunkte ist eigentlich jede bestehende Erfindung eine Reihe von Erfindungen. Wir sehen dieß in der Geschichte aller großartigen Ideen, die unsere Zeit bewegen, bei den Dampfmaschinen, den Eisenbahnen und dem elektrischen Telegraphen; denn auch diesen dürfen wir dahin rechnen. In der That liegt etwas Magisches in dem Gedanken, mit der Geschwindigkeit des Blizes in geistigen Verkehr mit Anderen zu treten, die größten Entfernungen für unsere Wahrnehmung von Zeit zu vernichten und mit einem Hunderte von Meilen Entfernten ein Gespräch zu führen, als wäre er gegenwärtig. Die große Geschwindigkeit des elektrischen Funkens hat wohl schon früh auf seine Anwendung zum Telegraphen führen müssen. Unseres Wissens hat Reißer 1794 (Voigt's Magazin Bd. IX. 1. St.) den ersten elektrischen Telegraphen in Vorschlag gebracht. Er wollte die Buchstaben mit schmalen Staniolstreifen auf Glastafeln zeichnen und den jedes Mal angezeigten durch elektrische Funken erleuchten und sichtbar machen. Um die Elektricität von einer Station zur anderen zu bringen, schlug er vor, jeden Buchstaben mit Drähten zu verbinden, die in Glasröhren unter dem Boden angebracht werden sollten. Im Jahre 1798 errichtete Dr. Salva in Madrid, von dem Infanten Don Antonio unterstüzt, einen ähnlichen elektrischen Telegraphen, dessen Wirksamkeit sehr gelobt wurde. Bis daher wurde nur die gemeine Reibungselektricität benuzt. Jedermann weiß aber, wie sehr veränderlich diese ist, und wie schwer es hält, Leitungen gehörig zu isoliren. Diese Schwierigkeiten wurden durch die berühmte Entdekung Volta's (Volta'sche Säule) wenigstens bedeutend vermindert, und so konnte Sömmering im Jahre 1808 den ersten galvanischen, auf Contact-Elektricität beruhenden Telegraphen herstellen. Das Zeichen, das er wählte, war die Zersezung des Wassers durch den galvanischen Strom, denn bekanntlich steigen Luftbläschen von den Schließungsdrähten einer galvanischen Batterie, wenn diese in Wasser eingetaucht werden. Er ordnete nun in einem gläsernen Behälter mit Wasser gefüllt so viele einzelne Gläschen an, als er Buchstaben oder Zeichen haben wollte, bezeichnete jedes derselben mit einem bestimmten Buchstaben und verband nun die gleichen Buchstaben auf beiden Stationen durch einen mit Seide isolirten Draht. Es waren klavierähnliche Tasten angebracht, die, mit denselben Buchstaben bezeichnet, beim Niederdrüken die Verbindung mit der galvanischen Batterie herstellten. Man sieht, daß nach dieser Einrichtung nie ein Buchstabe allein gegeben werden konnte, weil zur Hervorbringung der Wasserzersezung derjenige Draht, welcher von der Kupferplatte ausgeht, zur Zinkplatte zurükkehren muß. Deßhalb theilte er die Worte nach je zwei Buchstaben. Das Wort „Alle“ z.B. wird gegeben, wenn man erst die Taste a und l niederdrükt, dann die von l und e. Welches das erste Zeichen sey, erkennt man an demjenigen Gläschen, wo sich mehr Luftbläschen (Wasserstoffgas) entwikeln. Gegen diese Einrichtung ist im Grunde nur einzuwenden, daß sie der vielen Leitungsdrähte wegen complicirt und kostspielig sey und die Aufmerksamkeit des Beobachters auf der anderen Station beständig in Anspruch nehme. Indessen wurde ein solcher Telegraph in München wirklich hergestellt, und Sömmering legte im Jahre 1808 der Akademie entsprechende Proben mit demselben vor. (Siehe Denkschriften der königl. Akademie der Wissenschaften 1809 und 1810, S. 403 ff.) Allein die wichtigen Entdekungen Oersted's und Faraday's über Wechselwirkung zwischen Magnet und Galvanismus konnten natürlich auch hierin nicht ohne Erfolg bleiben. Sie |389| eröffneten recht eigentlich hier erst ein neues Feld. Durch die Reibungselektricität konnten nur sichtbare Zeichen gegeben werden; durch die Volta'sche Säule wurden schon chemische Zersezungen auf große Entfernungen möglich, aber die Oersted'sche Entdekung gibt sogar das Mittel, eine mechanische Kraft in beliebiger Entfernung auszuüben. Unser großer Gauß hat das Verdienst, diese Vortheile zuerst erkannt und hervorgehoben zu haben. Bei Gelegenheit der Messungen magnetischer und galvanischer Kräfte verband er und Weber durch einen Kupferdraht zwei solcher Meßinstrumente (Magnetometer), wovon das eine in der Sternwarte, das andere auf dem physikalischen Cabinet in Göttingen in einer Entfernung von 3000 Fuß aufgestellt war. Diesen Apparat benuzten er und Andere zur genauen Ermittelung der Geseze des Widerstandes bei verschiedenen Längen und verschiedenen Diken der Leitungsdrähte, und schöpften so durch Messungen die Ueberzeugung, daß es möglich ist, auch aus sehr große Entfernung durch galvanische Kräfte Zeichen zu geben. Seine Zeichen bestehen in stoßweisen kleinen Ablenkungen eines Magnerstabes, die durch ein Fernrohr erkannt werden können. Sie werden hervorgebracht durch Bewegung einer mit Kupferdraht umwikelten Rolle über starke Magnetstäbe hin. Es liegt in der Willkür dessen, der Zeichen gibt, ob dieser ablenkende Stoß des Magnetstabes nach der einen oder nach der anderen Seite Statt finden soll. So hat also Gauß eigentlich nur zwei verschiedene Zeichen: ein stoßweises Rüken der Nadel links oder rechts. Aber Verbindungen mehrerer solcher Zeichen können natürlich ebenfalls ein Alphabet bilden, und er hat gegen die früheren Versuche den großen Vortheil voraus, daß er nur einen einzigen Leitungsdraht bedarf. Man wird über diesen interessanten Versuch von Gauß nähere Ausschlüsse finden in dem Schumacher'schen Jahrbuchs 1836, S. 38 ff. Gauß hat also das Verdienst, die Entdekungen Oersted's und Faraday's benuzend, die Aufgabe in einer weit einfacheren Weise als alle seine Vorgänger erfaßt zu haben, und es fehlt wirklich nur noch bequemere Zeichen auszudenken, um diesem großartigen Gedanken Eingang ins Leben zu verschaffen. Um so auffallender ist es, daß man in England diese wesentlichen Schritte von Gauß zu ignoriren scheint. Wie wäre es sonst möglich, daß die Engländer in der neuesten Zeit einen elektrischen Telegraphen errichteten, der, so weit die Mittheilungen öffentlicher Blätter gehen, eine Combination der früheren hier angezeigten Versuche ist? Wie wäre es sonst möglich, daß sie, die berühmten Mechaniker, statt eine Einrichtung zu vervollkommnen, von der bereits erlangten Vereinfachung abgingen, und statt einer Leitung, die, wie Gauß gezeigt, ausreicht, sich rühmen, mit vier solchen ihr Ziel erreichen zu können? Offenbar hat unser Steinheil das in Frage Stehende richtiger erfaßt. Von Gauß persönlich aufgefordert, sich mit diesem Gegenstande näher zu befassen, hat er sein Augenmerk darauf gerichtet, auch den zweiten, bisher unerledigt gebliebenen Theil der Aufgabe, das Zeichengeben, in eben solche einfache Form zu bringen, wie es Gauß für die Leitungskette that. Dieses ist ihm, man darf es sagen, in vollem Maaße gelungen.

In dem Observationssaale des physikalischen Cabinets der königl. Akademie in München sieht man einen Tisch in pyramidaler Form. Dieß ist der galvanische Telegraph Steinheil's. Mehrere Leitungsketten vereinigen sich hier. Die eine, aus Eisendraht bestehend, führt nach Steinheil's Wohnung in der Lerchenstraße, und ist 6000 Pariser Fuß lang. Eine zweite Kette führt nach der mechanischen Werkstätte der Akademie, 1000 Fuß lang; die dritte endlich, aus Kupferdraht bestehend, geht nach der königl. Sternwarte in Bogenhausen, und ist 30,000 Fuß lang. Diese Ketten führen verborgen unter dem Fußboden nach einer messingenen Büchse in der Mitte des Tisches und können dort durch Umsezen derselben beliebig mit einander verbunden werden. Man sieht ferner auf dem Tische einen Balancier, der zum Geben der Zeichen nur links oder rechts gedreht zu werden braucht. Gegenüber auf dem Tische bemerkt man aber in einem mit isolirtem Draht umwundenen Metallrahmen (Multiplicator) zwei um Verticalachsen drehbare Stahlstäbchen. Die sich am nächsten kommenden Enden derselben sind mit schnabelförmigen kleinen Gefäßen versehen, welche schwarze Oehlfarbe enthalten. An den anderen Enden dieser Stahlstäbchen sind Stifte angebracht, und in kleinen Abständen von jedem steht eine Uhrgloke. Man bemerkt noch einen endlosen Papierstreifen, welcher sich ganz langsam und nahe bei den mit Oehlfarbe gefüllten Gefäßen vorüberbewegt. Aehnliche Apparate sind auf den anderen Stationen. |390| Dreht man nun mit der rechten Hand den erwähnten Balancier um einen halben Umgang, so wird man in demselben Augenblike eine Gloke ertönen hören. Zugleich bemerkt man, daß sich auf den bewegten Papierstreif ein schwarzer Punkt aufgezeichnet hat. Wiederholt man dieselbe Bewegung, so wiederholt sich derselbe Ton und der Punkt auf dem Papierstreifen. Je rascher man die Zeichen gibt, um so näher stehen die Punkte. Bewegt man nun den Balancier im entgegengesezten Sinne, also am bequemsten mit der linken Hand, so hört man zwar auch einen Ton, aber dieser ist viel tiefer als der frühere, und kann daher leicht durch das Gehör von dem ersten unterschieden werden. Ebenso hat sich ein Punkt auf dem bewegten Papiere gebildet, aber er liegt nicht mehr in derselben Linie der ersteren, sondern tiefer. Das, was man vor seinen Augen durch Drehen des Balanciers hervorbrachte, bewirkt man in demselben Nu auch auf einer oder mehreren der anderen Stationen zugleich. Wie nun diese Töne zur Sprache und wie die einzelnen Punkte zur Schrift werden, kann man leicht ermessen, wenn man beachtet, daß ihre Abstände oder Intervallen davon abhängen, in welchen Zwischenzeiten man die Zeichen gibt. Es sind also nur Combinationen solcher Zeichen nöthig, um ein Alphabet und Zahlen zu bilden. Wollte man z.B. zu einem Schriftlichen höchstens zwei Töne verbinden, so wären nur sechs Combinationen möglich, bei drei Tönen 14, bei vier 30, bei fünf 62 Combinationen u.s.w. Man sieht, daß schon vier Töne ausreichen, alle wesentlichen Buchstaben und Zahlen zu bezeichnen. Wenn es sich aber darum handelt, ein Alphabet zu bilden, welches sich dem Gedächtnisse leicht einprägt, und mittelst dessen man möglichst schnell schreiben kann, so sind die Combinationen nicht mehr willkührlich. Steinheil hat sie nun so gewählt, daß diejenigen Buchstaben, welche in der deutschen Sprache am häufigsten vorkommen, durch das einfachste Zeichen, also nur einen Ton oder höchstens zwei, gegeben sind. Er hat aber zugleich für die meisten Buchstaben eine große Aehnlichkeit zwischen den lateinischen großen Lettern und den durch Punkte auf dem bewegten Papier aufgezeichneten Tönen herzustellen gewußt. Denken wir uns z.B. das A, gegeben durch: tiefen Ton, hohen Ton, tiefen Ton, also auf dem Papierstreifen bezeichnet mit tiefem Punkt, hohem Punkt, tiefem Punkt, und verbinden wir diese drei Punkte durch zwei gerade Linien nach dem oberen Punkt, so ist das Zeichen ein lateinisches ∧· ∨ würde also durch hohen Ton, tiefen Ton, hohen Ton, S durch tiefen Ton, tiefen Ton, hohen Ton, hohen Ton, L durch ·‥ Z durch ··‥ u.s.f. zu bezeichnen seyn. Man sieht, daß sich diese Zeichen dem Gedächtniß überaus leicht einprägen, so zwar, daß mit einiger Uebung die Glokentöne zur verständlichen Sprache, gleich unseren Buchstabenlauten werden, und also der Telegraph die Nachricht spricht! Sollte man aber die Zeichen dennoch mißverstanden haben, oder vielleicht nicht einmal in dem Zimmer durch das Ertönen der Gloke aufmerksam gemacht seyn, daß eine telegraphische Mittheilung kömmt, so findet man diese, vor den Telegraphen tretend, von ihm selbst niedergeschrieben. Wir haben also hiemit den ersten Telegraphen im eigentlichen Sinne des Worts, der auf beliebig große Entfernung, ohne Zuthun eines zweiten Beobachters, selbst schreibt. Es versteht sich von selbst, daß, im Fall man stenographische statt alphabetischer Bezeichnungen wählte, die Mittheilungen wie bei den jezigen Telegraphen Geheimniß bleiben könnten und noch schneller zu geben wären. Aber beides scheint unnöthig, denn Niemand außer den an den Stationen befindlichen Personen weiß, daß telegraphische Mittheilungen erfolgen, und da man in einer Secunde vier Töne oder einzelne Zeichen geben kann, so geschieht die Mittheilung ungefähr so rasch, als etwa bei kalligraphischer Schrift. Beispielsweise kann angeführt werden, daß zu einer Mittheilung von 92 Worten ohne Abkürzung 15 1/2 Minuten Zeit nöthig waren. Beachtet man die Sicherheit, womit die Zeichen gegeben werden können, und welche so groß ist, daß unter Tausenden kein einziges Zeichen versagt oder ausbleibt, ferner wie leicht und bequem das Geben der Zeichen und wie einfach der Mechanismus ist, der das Beschreiben erfüllt, so wird man zugeben, daß Steinheil seine Aufgabe gelöst und daß dieser Gegenstand dadurch eine Form erlangt hat, die würdig ist, Eingang im Leben zu finden. Die Fragen, an deren Beantwortung seine Einführung jezt noch geknüpft wird, sind also wohl nur noch pecuniärer Natur. Sollte der Telegraph auf große Distanzen, z.B. 100 Stunden und mehr, ohne Zwischenstation führen, so wären aus Rüksichten, die wir hier nicht weiter entwikeln können, dikere Metallleitungen nöthig, welche allerdings bedeutende Kosten veranlassen dürften. Beachtet man aber, daß dagegen |391| der große Personalstand der Zwischenstationen wegfällt, so ist selbst dann noch, wie vorläufige Rechnungen zeigen, der Vortheil auf Seite des galvanischen Telegraphen. Die Aufgabe gewinnt indessen eine weit günstigere Gestalt, wenn man beachtet, daß die Schienen der Eisenbahnen, statt der Metallleitungen selbst, vielleicht und nur vielleicht ganz kleine Abänderungen fordernd, dienen könnten. Auch schon diese Andeutung verdanken wir Gauß, und es wird jezt die Aufgabe der Technik seyn, die Erfüllung der weiteren Bedingung herbeizuführen. Jedenfalls fordert der oberste Grundsaz der Mechanik: „nur dann zum Complicirteren überzugehen, wenn das Einfachere bestimmt nicht ausreicht,“ in diesem Punkt entscheidende Versuche anzustellen. Sie gewinnen in diesem Augenblik, wo die Hoffnung, ganz Europa in kurzem von Eisenbahnen durchzogen zu sehen, nicht mehr zu den frommen Wünschen gehört, sondern von der nächsten Zukunft zu erwarten ist, um so mehr Interesse, als dadurch eine zweite wichtige Anwendung derselben gegeben wäre. Uebrigens hat diese Erfindung, oder vielmehr die Ausführung derselben in das Einzelne, und die Anwendung, wie sie hier in einfachen und sicheren Formen und Instrumenten vorliegt, die ungetheilteste Theilnahme unseres Publicums gefunden. Schon seit vergangenem Jahre, wo die Spannungen der Drähte von Thurm zu Thurm über die Stadt, dann über den Fluß und die Anhöhen von Bogenhausen nach der Sternwarte daselbst vollzogen wurden, ward die Aufmerksamkeit der Bewohner in der Hauptstadt vielfach angeregt; denn man erfuhr zugleich, es sey darauf abgesehen, nach dem Vorgange von Gauß mit Hülfe galvanisch-magnetischer Kräfte, die in der ganzen Leitung zugleich erregt werden, Zeichen zu gewinnen, welche an einem Fernrohr beobachtet und als Elemente der Correspondenz gebraucht werden könnten. Obwohl aber auf die Sache vorbereitet, fand man sich doch durch den Erfolg um so mehr überrascht, als die Erfindung in der oben bezeichneten Weise weiter geführt und zum Grade der Vollkommenheit gebracht worden war. Die Bewegung des Balanciers nach der rechten und linken Seite erregt alsobald den galvanischen Strom, zugleich aber auch den Anschlag der Gloke die das Zeichen gibt, daß die Mittheilung beginnt. Im unmittelbaren Moment darauf kündigt derselbe Ton, durch die entsprechende Bewegung des Balanciers in Bogenhausen veranlaßt, an, daß man dort die Weisung empfangen habe und zu antworten bereit ist. Die Fragen oder Mittheilungen folgen nun wie bemerkt, durch Angabe der einzelnen Buchstaben, in einer Schnelligkeit, in welcher ein sorgfältiger Kalligraph sie schreiben würde, und in dem Augenblik, wo die Frage geendet ist, beginnt die Antwort, indem die auf einem weißen Streifen durch die Punktstellung angedeuteten Buchstaben sich aufrollen. Die Stärke der magnetisch-galvanischen Erschütterung kann man an sich selbst versuchen, im Fall man sich in die Kette bringt. Sie ist stark erschütternd und zukt durch alle Glieder. Auch das ist höchst beachtungswerth, daß, im Fall die Communication durch Unfall oder Muthwillen unterbrochen wird, Mittel vorhanden sind, die Stelle zu entdeken, an welcher die Unterbrechung geschah So erfuhr Steinheil durch dieselben, als eine Unterbrechung sich anzeigte, diese sey in der Entfernung des St. Petersthurms eingetreten. Dort fanden sich auch alsobald die Drähte durchschnitten, und es zeigte sich, daß dieses durch Muthwillen von Arbeitern an dem Thurm geschehen sey. Seitdem nun die Correspondenz von der Akademie nach den beiden genannten Orten eingerichtet ist, folgen sich fast täglich die Gesellschaften wissenschaftlich unterrichteter Einheimischen und Fremden in jenem Local, welche von der wunderbaren und eben so schnellen als leichten und sicheren Mittheilung sich zu überzeugen Gelegenheit haben.

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