Titel: Ueber den Einfluß der Geschwindigkeit des Kolbens in den Dampfmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. CII./Miszelle 2 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067102_2

Ueber den Einfluß der Geschwindigkeit des Kolbens in den Dampfmaschinen.

Die Theoretiker haben bisher bei ihren über die Dampfmaschine angestellten Berechnungen angenommen, daß jeder Kolbenhub stets eine und dieselbe Menge Dampf verbraucht, welches auch die Geschwindigkeit seyn mag, mit der die Hube auf einander folgen. Sie gingen von dem Grundsaze aus, daß jedes Mal, so oft sich der Kolben nach Auf- oder nach Abwärts bewegt, die Spannkraft des Dampfes im Kessel, in der Communicationsröhre, und in jenen Theilen der Pumpe, in welche Dampf gelangt, eine und dieselbe seyn müsse. Unglüklicher Weise ist |392| jedoch dieses Princip, aus dem man so viel über die vergleichsweisen Kosten der Maschinen mit hohem und niederem Druke zog, irrig, wie dieß Pambour durch eine Reihe von Versuchen, die er mit größter Sorgfalt an der Eisenbahn zwischen Liverpool und Manchester anstellte, bewies. Er ließ eine und dieselbe Locomotive allmählich mit größerer oder geringerer Geschwindigkeit laufen, und hielt sie bei jeder an, so oft der Kolben eine bestimmte Anzahl von Huben gemacht hatte. Durch Abwägen wurde in jedem einzelnen Falle die Menge des verbrauchten Wassers gefunden; und als Resultat ergab sich, daß bei gleicher Anzahl von Huben der Verbrauch um so geringer war, je langsamer sich die Maschine bewegt hatte. Es erklärt sich leicht, daß, wenn sich der Kolben sehr rasch bewegt, die Ausdehnung des Dampfes die unmittelbare Herstellung des Gleichgewichtes der Spannung verhindert) daß diese hingegen mit Leichtigkeit erfolgt, wenn die Bewegung des Kolbens eine langsame ist. Es ist demnach an der Hochdrukmaschine wegen des stärkeren Feuers, welches unterhalten werden muß, der Verbrauch einerseits größer; dagegen ergibt sich andererseits ein theilweiser Ersaz, indem bei rascherer Bewegung jeder Kolbenhub weniger Dampf verbraucht und also wohlfeiler zu stehen kommt. (Echo du monde savant.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: