Titel: Sonton's Seife.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 67, Nr. CXXIV./Miszelle 6 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj067/mi067124_6
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Sonton's Seife.

Ein Hr. Sonton gibt ein Verfahren zur Bereitung einer Seife an, mit der man sowohl Wäsche als Seidenzeuge u. dergl. mit Brunnen- und Flußwasser schneller zu waschen im Stande ist, als mit der gewöhnlichen Seife. Diese neue Seife unterscheidet sich im Wesentlichen nur dadurch, daß die Alkalien nicht in äzendem Zustande, sondern an Kohlensäure gebunden zu deren Bereitung verwendet werden. Sie besteht aus irgend einem fetten Körper und einer Lauge von kohlensaurem Kali oder Natron, und kann verschiedene Farbe, verschiedenen Geruch und verschiedene Consistenz haben. Auch das Verhältniß zwischen dem Fette und dem Alkali kann wechseln, indem man sowohl thierische als vegetabilische Fette und Oehle anwenden, und auch die beiden Alkalien in verschiedenen Quantitäten vermengen kann. Das Alkali übt, wenn es an Kohlensäure gebunden ist, eine geringere zersezende Kraft auf den Gyps, und ist es vollends mit einem fetten Körper eingehüllt, so verliert es diese Eigenschaft beinahe gänzlich, weßhalb denn die neue Seife auch das Brunnenwasser nicht zersezt. Da die fetten Substanzen im Allgemeinen mehr kohlensaures als äzendes Alkali absorbiren, so sind sie in der neuen Seife auch mehr vertheilt, wodurch deren Einwirkung auf die Wäsche erhöht wird. Das nicht äzende Alkali greift ferner die Farben weit weniger an, als das äzende. Es gibt keine eigenthümliche Vorschrift für die Zusammensezung der neuen Seife; Alles beschränkt sich darauf, die Masse so lange mit Alkali zu speisen bis sie ganz dik geworden ist, und nichts mehr davon aufnimmt. Um die Sättigung vollständig zu machen, muß man so lange Lauge zusezen, bis der Teig nicht mehr dik ist, wo dann die Seife auf der Lauge schwimmt, und nach dem Sieden Alles beendigt ist. (Journal des connais. ussuelles, August 1837.)

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