Titel: Ueber die Mittel zur Entdekung der Verfälschung des Weizenmehles mit Sazmehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 68, Nr. LXXXIII./Miszelle 14 (S. 406–407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj068/mi068083_14

Ueber die Mittel zur Entdekung der Verfälschung des Weizenmehles mit Sazmehl.

Die in dieser Hinsicht von Seite der Société d'encouragement gestellte Preisfrage hat im Jahre 1837 abermal zu keinem Endresultate geführt, obwohl 5 Bewerber um den Preis auftraten. Der Concurrent Nr. 1 kehrte die Frage ganz um, und gibt ein Verfahren an, wodurch sich eine geringe Menge Mehl in einer großen Menge Sazmehl erkennen lassen soll. Er nimmt zwei an dem einen Ende geschlossene Glasröhren von 0,12 Meter Länge und 8 Millimeter im Lichten, theilt sie in 4 gleiche Theile, und füllt die eine bis zum ersten Striche mit Mehl, die anderen hingegen mit Sazmehl, dem nur der hundertste Theil Mehl beigemengt worden ist. Dann gießt er in beide Röhren Aether zu, und schüttelt sie damit, indem er sie mit dem Finger zuhält. In der Röhre mit reinem Mehle klärt sich der Aether hiebei sogleich auf; in jener Röhre hingegen, in der sich das Gemenge befindet, bleibt er einige Zeit über trüb. Mit reinem Sazmehle bleibt der Aether farblos; mit Mehl hingegen nimmt er eine gelbe Farbe an. – Nr. 2 schlägt vor, gleiche Quantitäten reinen und gemischten Mehles vergleichsweise abzuwägen: ein Verfahren, welches schon längst als ungenügend erkannt ist. – Nr. 3 gibt eine noch weniger sichere Methode an, indem er davon ausgeht, daß Sazmehl mit Jod abgerieben eine grauliche, mit Weizenmehl hingegen eine gelbliche Farbe gibt. – Nr. 4 will die Verfälschung erkennen, indem er das zu untersuchende Mehl auf eine heiße Schaufel streut, und hiebei dessen Aufsieden und dessen Färbung beobachtet: ein Verfahren, welches gleichfalls nicht entspricht, |407| – Nr. 5 endlich schlägt vor, 20 Grammen des zu prüfenden Mehles mit einem Deciliter Wasser anzurühren, und dann die Zeit, welche die Masse braucht, um sich zu Boden zu sezen, zu beobachten. Nach seinen Angaben braucht reines Weizenmehl 60; ein Gemisch mit 5 Proc. Sazmehl 53, ein Gemisch mit 10 Proc. 45; ein solches mit 15 Proc. 39, und endlich eines mit 20 Proc. 32 Minuten. Diese Thatsachen sind allerdings richtig; allein es bedarf noch viel ausgedehnterer Versuche hierüber. Ein durch einfache Vermischung oder selbst durch einfaches Abreiben erzeugtes Gemenge läßt sich allerdings auf diese Weise erkennen; anders verhält sichs aber, wenn die Verfälschung nach der üblichen Methode, nämlich dadurch geschah, daß man Mehl und Sazmehl zugleich durch die Steine laufen ließ. (Bulletin de la Société d'encouragement. Decbr. 1837.)

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