Titel: Paton's Verbesserungen an den Wagenrädern.
Autor: Paton, Thomas
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XVII. (S. 91–92)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/ar070017

XVII. Verbesserungen an den Wagenrädern, worauf sich Thomas Paton, Maschinenbauer aus der Pfarre Christchurch in der Grafschaft Surrey, am 24. September 1808 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Mai 1838, S. 286.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Meine Erfindung beruht 1) darauf, daß ich die Naben der Räder anstatt aus Holz aus Schmiedeeisen, welches innen mit Stahl ausgefüttert ist, oder aus Glokenerz, oder aus hartem Messinge, oder aus Stukmetall, oder aus Gußeisen, oder aus Gußstahl verfertige.

2) Darauf, daß ich in die schmiedeeiserne Nabe Speichen aus Schmiedeeisen oder einem andern nicht spröden Metalle einseze, indem ich sie in die Nabe schraube, sie darin verkeile; oder indem ich das Ausziehen derselben dadurch verhindere, daß ich das Speichenende so abdrehe, daß es genau in das in der Nabe befindliche Loch einpaßt, und indem ich durch Nabe und Speiche Löcher bohre, durch welche ein Zapfen gestekt wird.

3) Darauf, daß ich in den Büchsen aus Gloken- oder Kanonengut, oder aus Stahl die Speichen nicht nur auf die eben angedeutete Weise befestige, sondern daß ich die Nabe an die in einen Model gelegten Speichen gieße.

4) Darauf, daß ich an den gußeisernen Naben die stählernen Büchsen entweder durch Einkeilen oder dadurch befestige, daß ich die Nabe in einem Model an die Büchse gieße.

5) Darauf, daß ich die Felgen oder den äußeren Kranz, an den der Reif gelegt wird, aus Eisen oder einem anderen Metalle verfertige, und zwar, indem ich ihn mit den Speichen aus einem Stüke bilde, oder indem ich die Felgen mit Nieten, Schrauben und Schraubenmuttern oder auf irgend andere geeignete Weise an den Speichen fixire. Wenn das Rad eine größere Breite hat als die gewöhnliche, so bringe ich zwei oder auch drei Speichenreihen in der Nabe an.

Eine weitere Erfindung betrifft die Erhaltung des Oehles in den Büchsen, was ich auf zweierlei Weise bewerkstellige: 1) indem ich an die Rükenseite der Nabe einen ledernen Ring bringe, und hinter diesem einen Ring anschraube, der sich gegen ein Halsstük anlegt, welches ich an die Schulter der Achse lege, und dessen innere Oberfläche so vollkommen abgedreht ist, daß weder Schmuz in die Büchse eindringen, noch Oehl aus ihr ausfließen kann.

2) Indem ich an die äußere oder vordere Seite des Halsstükes |92| der Achse einen ledernen Ring lege, der sich in und an der Nabe des Rades dreht.

Durch meine Erfindung wird nicht nur viel Holz erspart, sondern ein meiner Methode gemäß gebautes Räderpaar hält zuverlässig 6 hölzerne Räder vom besten Baue aus, ohne mehr als das Doppelte oder höchstens das Dreifache zu kosten.

Fig. 6 zeigt ein Rad einer Gig oder einer Kutsche, woraus man die Befestigung der Speichen in der Nabe ersieht, wenn diese leztere an die Speichen gegossen wird. Die bei a, a bemerkbaren Unebenheiten dienen zu größerer Sicherheit der Befestigung. Bei F sieht man die Felge schwalbenschwanzartig zusammengefügt.

Fig. 7 ist ein Durchschnitt des Rades und der Nabe b mit der Achse c, woraus die aus Gußstahl, Messing, Gloken- oder Kanonengut bestehende Büchse d ersichtlich ist. Zur Speisung dieser Büchse mit Oehl ist an die Nabe des Rades der Oehlbehälter e geschraubt; ferner ist an die Rükenseite der Nabe ein lederner Ring f gebracht und mit einem darüber geschraubten Ringe g daran befestigt. Dieser Ring legt sich genau an die innere Seite des Halsstükes h, so daß weder Schmuz in die Büchse eindringen, noch Oehl aus ihr ausfließen kann.

Fig. 8 gibt zwei Ansichten einer Speiche, die mit der Felge entweder aus einem Stüke bestehen oder auch durch Nieten, Schrauben u. dgl. daran befestigt seyn kann. Der Reif oder Radkranz wird auf dieser Felge mit Nieten, Schrauben u. dgl. fest gemacht.

Fig. 9 zeigt ein Rad für einen Lastwagen mit einer doppelten Speichenreihe. Die Speichen sind als rund und spizer zulaufend dargestellt; auch sieht man, daß sie mit Zapfen, welche durch die Nabe und die Speichen gehen, in der Nabe befestigt sind. Uebrigens kann auch hier die Nabe an die Speichen gegossen werden.

Fig. 10 ist ein Durchschnitt eines Rades mit dünner zulaufender Achse a und mit Büchsen b, die aus einem der angegebenen Metalle verfertigt, und auf eine der angedeuteten Weisen mit der Nabe verbunden seyn können. Man sieht hier die zweite der oben erwähnten Speisungsmethoden der Büchse mit Oehl: nämlich den ledernen Ring a an dem äußeren Halsstüke der Achse, der sich in der Nabe des Rades dreht, und mit einem eisernen Ringe fixirt ist.

Fig. 11 gibt zwei Ansichten einer Doppelspeiche mit der Felge.

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