Titel: Notiz über den Waschapparat des Hrn. Léon Duvoir.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XIII./Miszelle 10 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070013_10

Notiz über den Waschapparat des Hrn. Léon Duvoir.

Die Académie de l'Industrie ließ sich durch eine eigens ernannte Commission einen Bericht über den Waschapparat erstatten, auf den Hr. Léon Duvoir zu Melun ein Patent nahm, und dessen wir bereits in Kürze zu erwähnen Gelegenheit hatten. Der Apparat besteht diesem Berichte gemäß aus einem auf drei gußeisernen Rädern ruhenden Zuber von 1 Meter 30 Centim. Höhe und 70 Centimeter Durchmesser im Lichten. Dieser Zuber, dessen Dauben 7 Centimeter Dike haben, hat vier eiserne Reisen mit vier Drukschrauben. In seinem Inneren |76| befindet sich ein beweglicher hölzerner Rost von dem oben angegebenen Durchmesser, in welchem 48 Löcher von 4 Centimeter im Gevierte angebracht sind. 16 Centim. vom Boden weg und schwanenhalsartig gebogen, läuft eine kupferne Leitungsröhre aus, welche bis zur Mündung des Zubers mit Holz besezt ist, damit die zur Heizung dienende Röhre nicht in unmittelbare Berührung mit der Wäsche komme. An der Mündung dieser Röhre befindet sich eine Platte von 21 Centim. im Durchmesser, welche das Wasser auf der ganzen Oberfläche des Zubers zu vertheilen hat. Der zur Aufnahme der Wäsche bestimmte Raum faßt 2,16 Cub. Meter. Geschlossen ist der Apparat mit einem gewölbten kupfernen Dekel mit zwei Vorhängschlössern, der die Wärme zusammenhält, den Dampf dagegen soviel als zur Verhütung einer mißlichen Compression erforderlich ist, entweichen läßt. Die Heizstelle hat 65 Centim. Tiefe und 35 Centim. Breite. Man gab in Gegenwart der Commission 150 Liter Wasser in den Zuber, welche um die Heizstelle circulirten und bis zu dem über dem Roste angebrachten Hahne, der die Höhe anzeigt, auf der das Wasser stehen soll, emporstiegen. Dann schüttete man auf die Wäsche, welche aus Abwischlumpen und anderem mit Oehl verunreinigtem Leinenzeuge bestand, 2 Decaliter Asche. Nach 3 1/2stündiger Heizung war die Wäsche vollkommen rein und von allem Fette gesäubert, obschon sie vorher nicht eingeseift worden. Die Erhizung erfolgte allmählich; denn erst nach 1 1/2 Stunden kam das Wasser in der Leitungsröhre zum Sieden, wo dann die erwähnte Platte das Wasser ununterbrochen und äußerst rasch über die ganze Oberfläche des Zubers sprizte. Die Commission kam zu dem Schlusse, daß dieser Apparat beim Waschen eine Ersparniß an Seife, an Brennmaterial, an Zeit und an Arbeit bedingt, daß, wenn er einmal eingerichtet ist, selbst ein Kind die Feuerung leiten kann; und daß die Wäsche keinen Schaden bei seiner Anwendung leidet. (Journal de l'Acad.. de l'Industrie. Jun. 1838.)

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