Titel: Ueber den von Hrn. Maisonrouge erfundenen Anstrich zum Trokenlegen nasser Mauern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XIII./Miszelle 17 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070013_17
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Ueber den von Hrn. Maisonrouge erfundenen Anstrich zum Trokenlegen nasser Mauern.

Hrn. de Maisonrouge soll es durch ein eigenthümliches chemisches Verfahren gelungen seyn, aus Kautschuk, Steinöhl und anderen Substanzen eine Mischung zusammenzusezen, welche feuchte Wände vollkommen troken legt, und Gegenstände, die der Witterung ausgesezt sind, gegen diese schüzt. Eine von der Académie de l'Industrie abgeordnete Commission hat einige Untersuchungen hierüber angestellt, deren Resultate man in einem von Hrn. Malepeyre erstatteten Berichte im Journal der genannten Gesellschaft, Julius 1838 S. 105, niedergelegt findet. Eine alte, stark von Mauersalpeter angegangene, und stets der Feuchtigkeit ausgesezte Mauer war mit Gyps beworfen, dann mit dem Anstriche behandelt und hierauf mit Sielen Farben bemalt worden. Leztere hatten nach Jahren ihren Ton behalten, und die Mauer zeigte keine Spuren von Feuchtigkeit. Ein kleines, in einem dumpfen Hofraum gelegenes, feuchtes Zimmer, dessen Wände mit dem Anstriche bekleidet und dann tapezirt worden, hatte innerhalb mehrerer Jahre keine Veränderung erlitten. Verschiedene Statuen aus Gyps, die man der Witterung und selbst längere Zeit den Dachgossen ausgesezt hatte, blieben unverändert. Bassins, die mit dem Anstriche ausgekleidet worden, ließen kein Wasser mehr durchsikern. Endlich stellte man auch an einem ganz frisch aus Bruchsteinen aufgeführten Kioske Versuche an. Man bestrich die noch ganz nassen, frisch vergypsten Wände mit heißem, mit Bleiglätte abgesottenem Oehle, und trug hierauf zwei Tage später den Kitt des Erfinders, nachdem man ihn in einem Gemenge von fettem und stark erhiztem Leinöhle aufgelöst, siedend heiß auf. Zwei Tage später trug man eine zweite Schichte auf, welche die bei dem ersten Anstriche gebliebenen Blasen vertilgte. In den ersten Tagen darauf zeigten die Wände wohl einige dunklere Stellen; allein auch diese verschwanden bald, so daß nach einem Monate keine Spur von Feuchtigkeit mehr im Innern zu bemerken war. Dagegen ward dieselbe, wie sich durch unverkennbare Zeichen kund gethan haben soll, nach Außen getrieben, und von der Luft aufgesogen. Der Anstrich, auf den der Erfinder ein Patent nahm, kommt an und für sich per Quadratmeter auf 56 Cent. zu stehen; mit den Kosten des Auftragens hingegen berechnet sich der Meter auf 1 Fr. 50 Cent, und die Toise auf 6 Fr.

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