Titel: Ueber das Butterfaß des Hrn. Quentin-Durand.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XIII./Miszelle 19 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070013_19

Ueber das Butterfaß des Hrn. Quentin-Durand.

Ich suchte mir, sagt Hr. Quentin-Durand, die Langsamkeit, mit der das Ausrühren der Butter in den gewöhnlichen Butterfässern von Statten geht, lange Zeit aus der Form dieser Geräthe zu erklären. Bei den Versuchen, die ich hierüber anstellen wollte, und zu denen ich Butterfässer von verschiedener Art sammelte, kam ich zufällig auch auf ein cylindrisches hölzernes Butterfaß, dessen unterer Umfang zum Theil aus Weißblech bestand. Man sagte mir, daß man diese Einrichtung getroffen habe; um dem Rahme jene Wärme, ohne die das Ausrühren sehr langsam geht, mitzutheilen. Ich verfertigte nun hienach verschiedene |80| Butterfässer, immer die Fehler, die ich selbst an ihnen gewahr wurde, oder auf die mich Sachverständige aufmerksam machten, verbessernd. Ich verminderte den Umfang des Cylinders und gab ihm dafür eine größere Länge, um den Widerstand der Kurbel zu vermindern. Eine Länge, welche 1 1/2 Mal den Durchmesser des Cylinders betrug, schien mir die bequemste und schönste. Um größere Festigkeit und Reinlichkeit zu erzielen, unterdrükte ich alles Holz, und ersezte den hölzernen, gewöhnlich mit Lumpen zu umgebenden Dekel durch einen Coulissendekel. Endlich brachte ich anstatt der durchlöcherten Flügel auch einen besseren Mechanismus an. Ich gelangte auf solche Weise zu einem einfachen, bequemen, dauerhaften und schnell arbeitenden Butterfasse, von welchem bereits 1200 Stüke aus meiner Werkstätte hervorgingen. Man taucht den Apparat im Winter in Wasser, welches auf 25° erwärmt worden, wo dann der Rahm in Kürze auf die zur Butterbildung nöthige Temperatur von 10 bis 12° gelangt. Nach einer Arbeit, die nur 15 bis 20 Minuten dauert, ist die Butter ausgerührt. In kaltes oder selbst mit Eis abgekühltes Wasser untergetaucht, dient mein Butterfaß zur Bereitung jener Rahmkäse, die unter dem Rahmen fromages de Viry bekannt sind. – Endlich bedient sich einer der ersten Zukerbäker zu Paris, Hr. Dupuis, meines Apparates in lezter Zeit mit bestem Erfolge zur Behandlung des Teiges, aus dem man das Reimser- oder Savoyer-Biscuit und andere derlei Gebäke, wozu geschlagene Eier kommen, bereitet. Er vollbringt in 15 Minuten dasselbe, wozu bisher 3/4 Stunden mühevolle Arbeit erforderlich waren, und die Biscuite fallen weißer aus. (Recueil suppl. au Journ. d. l'Acad. d. l'Industr. Vol. IV. S. 94.)

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