Titel: Jobard's Plan zur Ueberfahrt über den Canal von Calais.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XIII./Miszelle 6 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070013_6

Jobard's Plan zur Ueberfahrt über den Canal von Calais.

Hr. Jobard in Brüssel schlägt in den belgischen Blättern einen Plan vor, nach welchem man seiner Ansicht nach in 30 Minuten über den Canal sezen könnte, und den wir der Curiosität halder auch unsern Lesern zum Besten geben. „Es ist bekannt, sagt derselbe, daß die Congreve'sche Rakete in 30 Secunden 5 bis 8000 Meter durchsteigt, und eben so gewiß ist, daß man nur des Gewichtes wegen keine längeren Raketen von größerer Tragweite anfertigen kann. Würde man aber diesen Geschoßen einen Stüzpunkt auf dem Wasser geben, so kann man deren Länge und auch deren Translationskraft beinahe unendlich erhöhen. Man brauchte zu diesem Zweke nur eine leichte, schmale, lange, unversenkbare Pirogue zu bauen, durch deren größten Durchmesser eine oder mehrere eiserne, mit der Zündmasse gefüllte Röhren liefen. Würde man diese Raketen, deren Mündung nach Rükwärts über die Pirogue hinausragen müßte, entzünden, so würde leztere unstreitig mit einer beispiellosen Geschwindigkeit über die Meeresoberfläche hintreiben. Bei ruhiger Witterung könnte man das Fahrzeug ganz gerade forttreiben lassen, wenn man zu beiden Seiten des Hintertheiles ein Steuerruder fixirte. Uebrigens unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß man das Fahrzeug auch durch einen Piloten steuern lassen könnte. Wenn man die Geschwindigkeit auf den Eisenbahnen bedenkt, so ergibt sich, daß der Pilot von der raschen Durchschneidung der Luft nichts zu fürchten hätte; zu aller Vorsicht, könnte er sich aber auch in einem geschlossenen Raume befinden. Man dürfte nicht fürchten, an die Ufer geschleudert zu werden, da sich die Maschine leicht aufbrassen ließe; und wenn man das Fahrzeug vollends nach Art der Rettungsboote unversenkbar machte, so hätte man gar nichts zu fürchten. Ein Pyroscaph der angegebenen Art könnte nicht über 1000 Fr. kosten; und für eine Ueberfahrt von Calais nach Dover dürften für 100 Fr. Pulver hinreichen.“ (France industrielle. 1838, No. 37.)

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