Titel: Ueber die Gasgewinnung aus den öhligen Substanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XXXV./Miszelle 23 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070035_23

Ueber die Gasgewinnung aus den öhligen Substanzen.

Wie das System der Gasgewinnung aus öhligen Substanzen auch immer modificirt worden seyn mochte, so blieb man im Principe doch dabei stehen, daß man die Oehle unmittelbar in gußeiserne Retorten, welche beinahe bis zum Weißglühen erhizt worden, fließen ließ, um in diesen deren Zersezung zu bewirken. Den Durchmesser und die Dike für diese Retorten war man nie im Stande genügend zu bestimmen. Das in die Retorte fallende Oehl verwandelte sich daselbst zuerst in Dämpfe und in ein ziemlich reichliches concretes Product; erstere wurden durch die Weißglühhize in Gas und in etwas Kohle verwandelt. War die Temperatur nicht hoch genug, so entwichen die Dämpfe unzersezt und verdichteten sich in den Kühlgefäßen. Man mußte, um diesem Uebel zu steuern, sowohl den Durchmesser als die Dike der Retorten vermindern; allein in diesem Falle traten oft Verstopfungen ein, die den Gang der Apparate hemmten. Die direct mit Harz arbeitenden Apparate waren denselben Mängeln ausgesezt. Hrn. Taillebert gelang es nach langwierigen Forschungen diese sämmtlich zu heben, denn sein Apparat verhütet nicht nur alle Verstopfungen, sondern er bedingt zugleich auch eine ungeheure Vermehrung des Productes. Nach den älteren Systemen muß das Harz dadurch, daß man es aller festen Stoffe entledigt, zuerst in Oehl verwandelt werden, und aus diesem Oehle kann erst durch zwei auf einander folgende Operationen Gas erzeugt werden. Mit dem neuen Apparate dagegen fallen beide Operationen in eine einzige zusammen. Man kann mit seiner Hülfe aus allen öhligen Substanzen Alles, was an Gas darin enthalten ist, gewinnen, und zwar in viel geringerer Zeit und mit um die Hälfte geringerem Verbrauche an Kohlen als bisher. Alle die an den älteren Apparaten so häufig vorkommenden Unfälle sind verhütet, und das gewonnene Gas besizt die größte Reinheit, so daß es dem besten Harzgase gleichkommt. Hr. Dumas erstattete der Akademie in Paris einen günstigen Bericht über diese Erfindung. (Mémorial encyclop. Jul. 1838).

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