Titel: Ueber einen Apparat zum Verkohlen des Torfes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. XXXV./Miszelle 9 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070035_9

Ueber einen Apparat zum Verkohlen des Torfes.

Im XXX. Bande der Brev. d'Inv. findet man einen von den HHrn. Drevon, Desbordes und Boudon erfundenen Apparat zur Verkohlung des Torfes beschrieben. Derselbe besteht aus einem oder mehreren gußeisernen Cylindern von 4–8 Fuß Höhe auf 18–36 Fuß Durchmesser, welche neben einander aufrechtstehend und bleibend aus einen oder mehrere, einen einzigen Bau bildende eiserne Oefen gesezt sind. An dem oberen Ende dieser Cylinder ist aus Baksteinen eine gegen 2 Fuß messende Verlängerung aufgeführt, welche als Behälter für den Torf dient. Der Torf tritt nach und nach in dem Maaße, als sich in Folge der Verkohlung sein Umfang vermindert, in den gußeisernen Cylinder. Nach Oben endigen sich die Cylinder in einen retortenartigen Dekel, an welchem eine Röhre, die den sich entwikelnden Gasarten Austritt gestattet, angebracht ist. Unter diesen Gasen ist das gekohlte Wasserstoffgas das vorherrschendste; es kann in den Ofen zurükgeleitet und daselbst als Heizmittel verwendet werden. Nach Unten sind die Cylinder mit einem eisernen Schieber geschlossen, den man zum Behufe der Entleerung der erzeugten Kohle zurükzieht. Unter den Cylindern befindet sich der Feuerherd, auf dem Torf gebrannt wird; die Hize entweicht bei einer Abdachung, welche sich am Grunde befindet, steigt in einem Canale um den Cylinder herum empor, und tritt vorne durch ein Rauchfangrohr aus, welches so angebracht ist, daß der Zug am Anfange, unter und hinter dem Cylinder beginnt und oben vor dem Cylinder aufhört, so daß sämmtliche Theile der intensivsten Hize ausgesezt sind. Der bewegliche Rost wird, wenn man den Cylinder ausleeren will, durch einen Dämpfer ersezt. Das Aschenloch ist 3 Fuß hoch, damit man den Dämpfer durch dasselbe einführen kann. Die Patentträger versichern, daß sie mit ihrem Apparate in 12 Stunden und mit einer Ersparniß von 3/4 an Brennmaterial dasselbe erreichen, wozu sonst 36 Stunden erforderlich waren. (Polytechn. Centralblatt, 1838, Nr. 47.)

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