Titel: Huillier's Apparat zur Verkohlung des Holzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. LVI./Miszelle 12 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070056_12

Huillier's Apparat zur Verkohlung des Holzes.

Der Moniteur industriel berichtet von einem Verkohlungsapparate, den Hr. Danelle in den Wäldern des Depart. de la Haute-Marne nach dem Systeme des Hrn. Huillier errichtet hat. Dem gemäß besteht dieser Apparat aus einer sogenannten Hizkammer (chambre de chaleur) aus Gußeisen, welche an den Eken 11, und in der Mitte 12 Fuß Höhe hat, hei einer Länge von 15 und |237| einer Tiefe von 6 Fuß. Diese Kammer reitet über einer Grube von 4 Fuß Tiefe auf 5 Fuß Höhe, welche als Herd dient, und in die man an den beiden Enden hinabsteigt, um sie je nach der Richtung, in welcher der Wind weht, zu heizen. Die vordere Wand der Kammer besteht aus vier gußeisernen Rahmen von 11 bis 12 Fuß Höhe, einige 40 Zoll Breite, und in jedem dieser Rahmen befinden sich 3 Oeffnungen von 32 auf 33 Zoll. Die Seitenwände, der Rüken und der Plafond sind aus gut lutirten gußeisernen Platten zusammengesezt. Vom Plafond laufen mehrere Röhren von 6 Zoll Durchmesser aus, welche als Schornsteine dienen, und durch die beim Verbrennen von Reisig Rauch austritt. In die 12 Oeffnungen der vier Rahmen sind eben soviele Kästen eingesezt, welche aus Eisenblech von 1/3 Linie in der Dike verfertigt sind, und auf zwei Eisenstangen ruhen, die den Rüken der Kammer mit deren Vordertheil verbinden. Diese Kästen haben 29 auf 30 Zoll und 5 Fuß Länge; man schiebt sie, nachdem sie mit Holz gefüllt worden, auf einer Eisenbahn in die Kammer. Befinden sie sich in der Kammer auf den zum Tragen derselben bestimmten Stangen, so verschließt man die Oeffnungen mit einer lutirten Eisen- oder Blechplatte, und zündet auf dem in der halben Tiefe der Grube befindlichen Roste ein Feuer aus Reisig auf. Nach 5 bis 6 Stunden deutet eine in dem Rauche vorgehende Veränderung die Entwiklung von Gas an; man läßt dann das Feuer ausgehen, indem sich die Kästen nach einander entzünden und verkohlen, wobei man die Rauchfange am Plafond verstopft, und die Gasentwiklung gegen eine Stunde lang wirken läßt. Wenn der Rauch viel dünner und seltener wird, so deutet dieß an, daß der Brand vollendet ist, in welchem Falle man die 12 Kästen heraus schafft und sogleich durch 12 neue ersezt. In dem Maaße als man die Kästen heraus zieht, müssen sie gut lutirt werden, damit sich die Kohle nicht an der Luft entzünde. Zum Abkühlen genügt eine Stunde Zeit. Die gewonnene Kohle gleicht der in den Meilern gebrannten vollkommen. Die vier gußeisernen Rahmen des Vordertheiles wiegen zusammen 1500 Kilogr., die Platten gegen 5000 Kilogr., die Eisenstangen gegen 600 Kilogr.. Die Hauptkosten veranlassen die 24 blechernen Kästen, von denen einer auf 84 Fr. zu stehen kommt. Der Apparat ist sehr dauerhaft und kann von 6 Arbeitern in einem Tage aufgestellt werden.

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