Titel: Einiges über die Wärme der Luft in verschiedenen Höhen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. LVI./Miszelle 16 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070056_16

Einiges über die Wärme der Luft in verschiedenen Höhen.

Hr. Prof. Marcet in Genf hielt kürzlich vor der dortigen naturhistorischen Gesellschaft einen Vortrag über die Veränderungen, welche zu gewissen Zeiten des Tages in den unteren Luftschichten vorgehen. Er fand, daß die Temperatur der Luft bei Sonnenuntergang immer merklich und in dem Maaße steigt, als man sie in einer höheren Luftschichte beobachtet. Das Maximum dieses Steigens hat unmittelbar nach Sonnenuntergang Statt, es läßt sich aber selbst noch bei Sonnenaufgang constatiren, obwohl in geringerem Grade. Die Gränze der Höhe, bis auf welche hinauf sich dieses Steigen erstrekt, scheint selbst bei klarem, reinem Himmel 100 Fuß nicht zu übersteigen; bei trübem Wetter, und namentlich im Winter, ist diese Gränze viel enger gezogen. Diese Zunahme der Temperatur ist zu verschiedenen Jahreszeiten verschieden; im Winter übrigens am merklichsten. Während z.B. am 20. Januar 1838 ein zwei Fuß hoch über dem Erdboden aufgehängter Thermometer 16,25° C. unter Null zeigt, zeigte ein um 52 Fuß höher angebrachter Thermometer nur 8,25°. Als mittlere Differenz für 52 Fuß Höhe ergaben sich den angestellten Versuchen gemäß 5,5°. Die Differenz zwischen 2 und 5 Fuß Höhe ist oft noch bedeutender, denn sie betrug z.B. am 4. Januar 4°. Diese sonderbaren Thatsachen erklären die Anomalien, welche sich in der Wirkung der Kälte des lezten Winters auf die Bäume zeigten. In der Umgegend von Genf war nämlich eine große Menge der empfindlicheren Bäume bis auf eine Höhe von 4 bis 5 Fuß hinauf erfroren, während die oberen Aeste grün geblieben waren. (Echo du monde savant, 1838, No. 33.)

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