Titel: Ueber den Maschinenbetrieb mit Dampf in Frankreich und England.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. LXIX./Miszelle 2 (S. 312–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070069_2

Ueber den Maschinenbetrieb mit Dampf in Frankreich und England.

Frankreich besaß im Jahre 1816, wo es in Großbritannien bereits von Dampfmaschinen wimmelte, deren beinahe noch keine einzige, und drei Jahre später, nämlich im J. 1849, war deren Anzahl auch erst auf 65 gestiegen, welche zusammen 1106 Pferdekräfte repräsentirten. Diese Zahl wuchs im J. 1820 um 28, im J. 1824 um 27, im J. 1822 um 52, im J. 1823 um 53, im J. 1824 um 25, im J. 1825 um 69, im J. 1826 um 73, im J. 1827 um 56, im J. 1828 um 47, im J. 1829 um 56, im J. 1830 um 74, im J. 1831 um 47, im J. 1832 um 86, im J. 1833 um 164, im J. 1834 um 177, im J. 1835 um 295, so daß man in diesem Jahre ihrer 1448 mit 19,122 Pferdekräften zählte. Von diesen Maschinen waren 1112 französischen Ursprunges, 491 waren vom |313| Auslande gekommen, und 145 unbekannten Ursprunges. 486 arbeiteten mit niederem Druke und 8785 Pferdekräften, 962 mit hohem Druke und 10,340 Pferdekräften. In der Kraft wechselten sie von 1/5 Pferdekraft bis zur Kraft von 105 Pferden 5 die stärkste befand sich an den Eisen- und Kupferwerken in Imphy. Das Dept. du Nord besaß 297, das Dept. de la Seine 197, das Dept. de la Loire 175, das Dept. de la Seine Infer. 160, das Dept. du Rhône 65, das Dept. de l'Aisne 49, das Dept. du Haut-Rhin 48, das Dept. de Saône et Loire 45, das Dept. du Gard 35, das Dept. de la Marne 34 Maschinen. Auf die übrigen 55 Departements kamen zusammen nur 343 Maschinen. Zum Betriebe von Spinnereien dienten 404, von Bergwerken 260, von Zukerraffinerien 112, von Hammer- und Strekwerken 83, zum Wasserheben 76, zum Tuchweben 72, zum Betriebe von Mahlmühlen 52, von mechanischen Werkstätten 51, von Seidenwebereien 36, von Appretiranstalten 34, von Oehlmühlen 29, zu verschiedenen Zweken 233. – Vergleicht man hiemit England, so ergibt sich, daß die Grafschaften Lancashire, Ehester, Derby, Stafford und York allein 998 Maschinen mit einer Gesammtkraft von 27,318 Pferden besaßen. Dazu kommt noch, daß sich die Zahl der Maschinen im Lancashire in einem einzigen Jahre um 90 vermehrte. Die Maschinen von Lancashire allein besaßen im J. 1835 eine Kraft von 402,343 lebenden Pferden, während die Dampfmaschinen von ganz Frankreich nur die Kraft von 86067 lebenden Pferden besaßen, und dabei doch um ein Drittheil mehr Kosten veranlaßten, als die Maschinen im Lancashire! – Was die Dampfschifffahrt betrifft, so zahlte die französische Handelsmarine im J. 1835 nur 100 Dampfboote, von denen die größten nur 600 Passagiere faßten, und höchstens 244 Tonnen hielten. Diese 100 Boote hatten 118 Motoren, wovon 82 von niederem und 36 von hohem Druke. Alle zusammen hatten 3863; das größte 140 Pferdekräfte. Die königliche Marine zählte zu jener Zeit 32 Dampfboote von 4800 Pferdekräften, worunter 4 von 220 Pferdekräften. Die Postadministration besaß 12 Dampfboote von 1600 Pferdekräften. Die Dampfboote von ganz Frankreich hatten also nur 10,303 Pferdekräfte. – Die Dampfschifffahrtsgesellschaften von Liverpool allein besaßen aber um jene Zeit schon 67 Dampfboote von 9085 Pferdekräften, abgesehen von 30 Booten, welche den Dienst zwischen den beiden Ufern des Mersey versahen! – Noch viel größer ist der Unterschied, der zwischen Frankreich und England in Hinsicht auf die Anwendung des Dampfes auf Eisenbahnen besteht, worüber es jedoch zur Zeit noch an bestimmten Nachweisungen fehlt. Leider, sagt der Verfasser des Artikels in der France industrielle, aus welchem obige Daten entnommen sind, stehen die französischen Locomotiven den englischen auch in Hinsicht auf den Bau bedeutend nach.

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