Titel: Einiges über die Mahlmühlen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. LXXXVIII./Miszelle 10 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070088_10

Einiges über die Mahlmühlen.

Hr. Aikin bemerkte in einem Vortrage, den er vor der Society of Arts hielt, und den man in dem lezten Bande der Verhandlungen dieser Gesellschaft abgedrukt findet, unter Anderem Folgendes: „Welche Sorgfalt man auch beim Aufziehen des Läufers darauf verwendet haben mag, daß zwischen seiner unteren Oberfläche und der oberen Fläche des Bodensteines überall ganz gleiche Entfernung bestehe, so geschieht es doch zuweilen, daß der Läufer den vollkommenen Parallelismus verliert und in schiefe Stellung kommt. Die Folge hievon ist, daß die Steine, wie man in England sagt, schnattern (chatter), d.h., daß sie einander an der einen Seite berühren, während sie sich an der entgegengesezten Seite so weit entfernen, daß es unmöglich ist, gutes Mehl damit zu mahlen. Diesem bedeutenden Uebel ist schwer abzuhelfen; denn wenn beide Steine still stehen, so sind sie vollkommen parallel, und nur beim Umlaufen des Läufers tritt die Schiefheit ein. Hr. Donkin gibt für diese Erscheinung folgende Erklärung, welche sehr große Wahrscheinlichkeit für sich hat. Die Steine werden aus einem Gesteine, welches man in England Buhr nennt, und welches in Stüken von verschiedener Form und Größe vorkommt, zusammengesezt. und zwar mit einem Gypskitte, dessen specifisches Gewicht von jenem der Steinmasse bedeutend abweicht. Hieraus ergibt sich eine sehr ungleiche Vertheilung des Gewichtes durch die Masse, und hieraus folgt, daß die Rotationsfläche nie genau mit jener horizontalen Fläche übereinstimmen wird, nach der die Mahloberflächen allein adjustirt werden können. Wenn diese beiden Flächen um einen gewissen Winkel differiren. so muß der Läufer nothwendig in einem gewissen Zeitpunkte seiner Rotation mit dem Bodensteine in Berührung kommen. Das einzige Mittel gegen dieses Uebel ist große Sorgfalt bei der Auswahl der Steinstüke (pieces of Buhr) und eine solche Anordnung derselben in dem Steinrahmen, daß der Kitt so gleichmäßig als möglich vertheilt wird.

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