Titel: Ueber die Wirkung des See- und Flußwassers auf das Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. LXXXVIII./Miszelle 12 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070088_12

Ueber die Wirkung des See- und Flußwassers auf das Eisen.

Hr. Robert Maltet erstattete der British-Association bei Gelegenheit ihrer lezten, in Newcastle-upon-Tyne gehaltenen Versammlung Bericht über die Versuche, welche er auf Kosten der Gesellschaft gemeinschaftlich mit Hrn. Prof. E. Davy in Dublin über die Wirkung anstellte, welche klares und unreines See, und Flußwasser bei verschiedenen Temperaturen auf Guß- und Schmiedeisen ausübt. Der Bericht zerfallt in vier Abschnitte, von denen der erste eine kurze Darstellung dessen gibt, was bei dem dermaligen Zustande der Chemie über die Einwirkung von Luft und Wasser auf das Eisen bekannt ist. Der zweite Abschnitt erläutert die Natur der angestellten Versuche, welche in so großem Maaßstabe vorgenommen wurden, daß sie den Techniker befriedigen, während sie zugleich auch den Anforderungen des Chemikers entsprechen. Man versenkte nämlich zu diesem Zweke Behälter, in welche von beinahe allen in England erzeugten Eisensorten regelmäßig geformte Stüke gebracht worden, 1) in das klare Wasser im Hafen von Kingstown; 2) in das trübe Wasser desselben Hafens; 3) in trübes Wasser des Flusses Liffey; 4) in trübes Wasser desselben, 5) endlich in Seewasser, welches beständig auf einer Temperatur von 41° R. erhalten wird. Alle diese Proben sollen durch vier Jahre jährlich zwei Mal untersucht werden; und hieraus soll sich die absolute und relative Corrosion ergeben, welche die einzelnen Stüke während dieser Zeit erlitten. Die Behälter sind so gebaut, daß sowohl Wasser als Luft freien Zutritt zu ihnen haben. – Der dritte Abschnitt enthält eine Widerlegung der von Hrn. John B. Hartley in Liverpool empfohlenen Methode das Eisen mittelst Messing zu schüzen. Die Beweise hiefür liefern hauptsächlich die mit größter Sorgfalt von Hrn. Prof. Davy geleiteten Versuche, so wie die Resultate, zu denen Schönbein und andere Physiker des Continentes gelangten. Es ist nachgewiesen, daß die fragliche Methode gänzlich irrig und mit aller Theorie im Widerspruche ist, und daß sie vielmehr zu einer äußerst raschen Corrosion des Eisens durch das Wasser führt. – Der vierte Abschnitt endlich enthält den Vorschlag zu einer neuen, auf elektro-chemische Agentien sich fußenden Methode, mit welcher dermalen Versuche vorgenommen werden. – In einem Vortrage, den Hr. Maltet vor einer anderen Section der Versammlung hielt, erklärte er, daß angestellten Versuchen gemäß reiner Sauerstoff und reines Wasser dem Eisen gegenüber neutrale Körper sind, welche nur in Gemeinschaft mit einander wirken, daß diese Agentien um so mehr Wirkung auf das Eisen haben, je mehr ungebundener Kohlenstoff in dem Gußeisen enthalten ist, so zwar, daß schottisches Schmiedeisen oder irländisches Gußeisen benuzt werden kann, um graues Gußeisen gegen alle Corrosion zu schüzen. Zink schüzt seiner Erfahrung nach das Eisen nur für einige Zeit, denn wenn Zinkoxyd auf die Oberfläche des Eisens gelangt, hört alle Schuzkraft auf. (Mechanics' Magazine.)

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