Titel: Nachträgliches über Sorel's Verzinkung oder sogenannte Galvanisirung des Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. CI./Miszelle 11 (S. 453–454)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070101_11
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Nachträgliches über Sorel's Verzinkung oder sogenannte Galvanisirung des Eisens.

Die Beschreibung des Patentes, welches Hr. Sorel im Decbr. 1837 in den Vereinigten Staaten auf die berühmt und berüchtigt gewordene Galvanisirung des Eisens nahm, enthält Einiges, welches wir in dem in England auf den Namen des Hrn H. W. Craufurd genommenen und im Polytechn. Journale Bd. LXVIII. S. 459 bekannt gemachten Patente vermissen. Wir tragen daher aus dem Franklin Journal, Jul. 1838, S. 54 noch Folgendes nach. „Die von dem Patentträger erprobten Benüzungsweisen des von ihm aufgestellten Principes sind:

1) Anwendung des Zinkes auf Eisen und Stahl nach dem beim Verzinnen üblichen Verfahren.

2) Anwendung eines galvanischen Pulvers in Form eines Anstriches, den man mit feinem Zinkpulver, Oehl oder harzigen Substanzen bereitet, und womit man die vor Rost zu schüzenden Gegenstände überstreicht.

3) Bedekung der zu schüzenden Gegenstände mit dem aus fein gepulvertem Zinke bestehenden galvanischen Pulver.

4) Einwikelung der zu schüzenden Gegenstande in sogenanntes galvanisches Papier.

5) Beschmierung der Gegenstände mit einer galvanischen Schmiere, welche durch Vermischung des galvanischen Pulvers mit fetten Substanzen, z.B. mit gereinigtem Schweinfett, bereitet wird.“

Von der Bereitung des galvanischen Pulvers, von welchem das englische Patent schweigt, heißt es im amerikanischen: „Man kann sich dieses Pulver auf verschiedene Weise bereiten; doch erschien folgendes Verfahren als das wohlfeilste. Man bringt Zink in einem Reverberirofen und unter sorgfältiger Verhütung von Luftzutritt beinahe zum Rothglühen, schäumt ihn sorgfältig ab, und überstreut ihn mit Salmiak. Hierauf wirft man in den geschmolzenen Zink dem Gewichte nach ungefähr den zehnten Theil Eisenfeilspäne, welche vorher mit Salzsäure befeuchtet worden. Wenn das Ganze endlich mit feinem Kohlenpulver bestreut worden, steigert man die Hize bis zum Weißglühen, auf der man die Mischung unter zeitweisem Umrühren derselben mit einem Eisenstabe eine Viertelstunde lang erhält. Die geschmolzene Masse gießt man endlich in ein thönernes oder gußeisernes Gefäß, welches man zur Verhütung der Verbrennung des Zinkes mit einer eisernen Platte bedekt, und in dem man die Masse bis zum Abkühlen mit einem Rührer, welcher durch ein Loch im Dekel gestekt wird, umrührt. Man erhält auf diese Weise ein feines Pulver, welches entweder für sich zum Verpaken stählerner Gegenstände, die in demselben selbst naß werden können, ohne dadurch vom Roste zu leiden, oder zur Bereitung der galvanischen Anstriche verwendet werden kann.“

„Das galvanische Papier wird fabricirt, theils indem man das Zinkpulver gleich unter den Zeug des Papieres mengt, theils aber indem man gewöhnliches Pakpapier nimmt, dieses mit einer klebenden Substanz überstreicht und dann das galvanische Pulver darauf siebt. Es schüzt polirte und andere eiserne oder stählerne Gegenstände, welche man in dasselbe wikelt, vollkommen gegen den Rost.“

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