Titel: Ueber Hrn. Addams' Apparate zur Darstellung der Kohlensäuren in festem Zustande.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. CI./Miszelle 12 (S. 454–455)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070101_12

Ueber Hrn. Addams' Apparate zur Darstellung der Kohlensäuren in festem Zustande.

Hr. Robert Addams hielt vor der dießjährigen Versammlung der British Association einen Vortrag über die Darstellung der Kohlensäure in flüssigem und in festem Zustande, wobei er, nachdem er der Arbeiten, die wir in dieser Hinsicht den HHrn. Faraday und Thilorier verdanken, erwähnt, drei Apparate erläuterte und vorzeigte, mit denen er selbst arbeitete. Die erste Methode, deren er sich bediente, ist eine rein mechanische. Er trieb nämlich mittelst kräftiger hydraulischer Pumpen das kohlensaure Gas aus einem Gefäße in ein zweites, und zwar indem er ersteres mit Wasser, mit Salzauflösungen, Oehl oder Queksilber füllte. Mit diesem Apparate brachte er eine Vorrichtung in Verbindung, welche andeutete, wann das Gefäß gefüllt war. – Sein zweiter Apparat ist |455| eine Modification des Thilorier'schen. – Der dritte endlich verbindet das mechanische mit dem chemischen Verfahren, und bedingt angeblich eine bedeutende Ersparnis an dem in dem Generator erzeugten Gase, indem nach Thilorier's Methode von 3 Theilen 2 in die atmosphärische Luft entweichen und verloren gehen. An diesem Apparate deutet eine Vorrichtung an, wenn der Generator durch die Pumpen mit Wasser gefüllt und folglich alle freie Kohlensäure in den Recipienten getrieben worden ist; eine zweite Vorrichtung dient zur Bestimmung der in dem Recipienten enthaltenen Menge flüssiger Kohlensäure. – Hr. Addams zeigte außerdem auch noch andere Instrumente vor, womit man flüssige Kohlensäure aus einem Gefäße in ein anderes überziehen oder überdestilliren kann. Er sprach ferner von Versuchen, welche dermalen in Gang sind, und namentlich von der Wirkung des Kaliums auf die flüssige Kohlensäure, eine Wirkung, die keine Zersezung der wirklichen Säure, welche die Gegenwart von Wasser oder einer Wasserstoffsäure vermuthen ließe, andeutete. Eine vorgelegte Tabelle über die Spannkraft des über der flüssigen Kohlensäure befindlichen Gases enthielt im Wesentlichen folgende Resultate:

Temperaturgrade. Pfd. per Quadratzoll. Atmosphären, jede zu 15 Pfd.
0 F. 279,9 18,06
10 300 20
30 398,4 26,54
32 413,4 27,56
50 520,05 34,67
100 924,8 62,32
150 1495,65 99,71.

Hr. Addams will nunmehr auch den Druk bei höheren Temperaturen bis zum Siedepunkte hinauf und darüber untersuchen, und glaubt schon jezt, daß die Kohlensäure zwar nicht direct, wie Hr. Brunel meinte, aber doch indirect und als ein Mittel, um andere Flüssigkeiten circuliren zu machen oder hin und her zu bewegen, anstatt des Dampfes als Triebkraft benuzt werden dürfte. – Bei den vor der Versammlung vorgenommenen Versuchen brachte man mehrere Pfunde Queksilber in einigen Minuten durch die Abkühlung, welche die feste Kohlensäure bei ihrem Uebergange in gasförmige Gestalt erzeugte, zum Gefrieren. (Mechanics' Magazine, No. 788.)

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