Titel: Einiges über Ersparniß und Regulirung der Wärme in Wohnhäusern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. CI./Miszelle 13 (S. 455–456)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070101_13

Einiges über Ersparniß und Regulirung der Wärme in Wohnhäusern.

Ueber diesen wichtigen Gegenstand ward von Hrn. George Webb Hall vor der British Association ein Vortrag gehalten, der zu. einigen Erörterungen Anlaß gab. Hr. Hall bestand darauf, daß der Rüken der Feuerstellen so viel als möglich senkrecht, und die Mündungen der Schornsteine möglichst eng seyn sollen. Als Princip für geschlossene Feuerstellen sezte er ferner fest, daß der brennende Stoff mit einer die Hize zurükhaltenden Substanz, welche selbst wieder die Wärme auf das Feuer zurükzustrahlen vermag, umgeben seyn müsse. Dieß soll erreicht werden, indem man das Feuer selbst mit einer Art von Bakstein bedekt, und für das Entweichen der auf diese Weise auf den höchsten Grad getriebenen Hize nur eine sehr kleine Oeffnung läßt, die gleichfalls wieder eine Regulirung zuläßt. Die Ersparniß wird erzielt, indem man die auf solche Weise gesteigerte Wärme durch lange horizontale Züge leitet, damit dem Emporsteigen derselben, welches im Verhältnisse des Hizgrades rasch von Statten gehen würde, ein Damm entgegengesezt wird. – Sir John Robison bemerkte, daß man bei allen diesen Gegenstand betreffenden Versuchen mit größter Sorgfalt zu Werke gehen müsse; besonders machte er auf die Hize des Rauches in den Schornsteinen aufmerksam. Er fand einmal, daß der Rauch 2 Fuß von der Austrittsmündung entfernt 190° F. hatte, während das Wasser in dem Heißwasserapparate eine Temperatur von 260° F. zeigte. Eine sehr geringe, an einem der Dämpfer vorgenommene Aenderung machte die Temperatur des Rauches beinahe unmittelbar auf 460° F. fallen, jene des Wassers dagegen auf 290° F. steigen, so daß also durch diese höchst unbedeutende Abänderung gegen 60° F. erspart wurden! – Als eine der besten Heizmethoden ward die des Hrn. Strutt von Derby erklärt, welche man in Loudon's Cottage Economy angegeben findet, und die auch von Dr. Ure und Ritchie in ihren Abhandlungen über das Heizen und Ventiliren angerühmt wird. |456| – Nach den Angaben desselben Strutt ist das Steinkohlengas für den Kochbedarf eines der wohlfeilsten Brennmaterialien. Der ganze Apparat, der gewissermaßen als das Umgekehrte der Davy'schen Sicherheitslampe betrachtet werden kann, besteht in einer Gasrohre von beiläufig 6 Zoll Durchmesser, an deren Ende ein Stük Drahtgitter befestigt wird. Dem Verbrennen dieses Gitters bei starker Hize läßt sich leicht dadurch steuern, daß man etwas Sand darauf streut. Volumen für Volumen genommen kommt Gas theurer zu stehen als Steinkohle; da hingegen, wo man nur zeitweise Feuer braucht und zu den kleineren Kochprocessen ist Gas wohlfeiler und bequemer. (Mechanics' Magazine, No. 787.)

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