Titel: Ueber die Hess, von Guevenne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. CI./Miszelle 18 (S. 458–459)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070101_18

Ueber die Hess, von Guevenne.

Die zahlreichen Versuche, welche Guevenne zur Ermittelung der Eigenschaften der Hefe angestellt, lieferten ihm über diesen immer noch räthselhaften Körper folgende Resultate:

1) Das Ferment ist ein Körper, der sich beständig in Form kleiner, ziemlich unter einander gleichförmiger Kügelchen zeigt.

2) Diese Kügelchen scheinen stets von derselben Natur zu seyn, welches auch ihr Ursprung seyn mag.

3) Der die Kügelchen ausmachende unlösliche Theil ist geeignet, die Gährung zu erzeugen, und nicht die sie begleitenden Extraktivstoffe.

4) Die Hefenkügelchen können die Zersezung des Zukers bewirken, nicht bloß |459| bei einer Temperatur von 10 bis 30 oder 40° C., sondern selbst bei der des kochenden Wassers, mit dem Unterschiede, daß sie bei einer Temperatur unter 50° den Zuker in Alkohol und Kohlensäure verwandeln, während sich über 50° kein Alkohol mehr zu bilden scheint. Das einzige Gas, welches man in beiden Fallen erhält, ist Kohlensäure.

5) Das Ferment erleidet während der Umwandlung des Zukers in Alkohol eine bedeutende Modification, es verliert seinen ganzen Stikstoff, welcher zur Bildung des Ammoniaks verwendet wird, während seine Gährung erregende Kraft gänzlich erschöpft wird.

6) Wegen des kugelförmigen Aussehens des Fermentes und seiner hauptsächlichsten chemischen Eigenschaften muß es als ein organisirter Körper von neuer Bildung betrachtet werden; woraus sich ergibt, daß die Gährung nicht einzig und allein als eine Zersezung betrachtet werden kann, sondern bloß als eine Modification, welche zugleich organische und unorganische Producte erzeugt.

7) Die Umstände, unter denen die Gährung und die sie begleitenden Umstände sich entwikeln, der Einfluß einer großen Anzahl von Körpern auf den Verlauf dieser Operation sind von der Art, daß man wirklich annehmen kann, sie rühre von einer Art von Vegetation her; diese Annahme scheint vor ihrer völligen Entscheidung noch neuer Beweise zu bedürfen. (Annales de Chimie et de Phys.)

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