Titel: Taylor's Apparat zum Treiben von Dampfschiffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. CI./Miszelle 4 (S. 451–452)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070101_4

Taylor's Apparat zum Treiben von Dampfschiffen.

Hr. J. Jepheson O. Taylor lud kürzlich alle Sachverständigen zur Prüfung des Modelles eines Apparates ein, welcher seiner Meinung nach die Ruderräder übertreffen und die die Dampfschiffe verunstaltenden Ruderkasten beseitigen soll. An diesem Apparate wirkt die Dampfkraft auf eine horizontale eiserne Welle, welche von der Maschine aus unter der Deke der Hauptcajüte durch den Hintersteven sezt, und an deren Ende sich außerhalb des Hinterstevens zwei ruderähnliche Schaufeln befinden. Diese Schaufeln sind nicht senkrecht, sondern unter einem Winkel von 22° gegen den senkrechten Hintersteven gestellt. Außerhalb der Schaufeln, die nur einen kleinen Raum einnehmen, ist ein falscher Hintersteven angebracht, der am oberen und unteren Ende durch Querhölzer und eiserne Kniee an dem wahren Hintersteven festgemacht ist. Der Raum zwischen den beiden Hintersteven ist so unbedeutend, daß die Symmetrie des Fahrzeuges dadurch nicht beeinträchtigt wird. Die durch die Dampfmaschine in Bewegung gesezte eiserne Welle läuft mit großer Geschwindigkeit um und treibt bei jedem Hube die Schaufeln durch das Wasser. Das Fahrzeug wird demnach auf dieselbe Weise vorwärts getrieben, auf welche ein am Hintertheile eines Nachens befindlicher Schiffer diesen mit seinem Ruder treibt. Die Versuche mit diesem Modelle wurden in einem Wasserbehälter von 30 Fuß Länge vorgenommen. Als Triebkraft diente eine aufgewundene Uhrfeder. Ein Modell mit gewöhnlichen Ruderrädern wurde hiebei in 115 Secunden; ein mit dem neuen Apparate ausgestattetes Modell dagegen in 18 Sekunden von einem Ende des Wasserbehälters zum andern getrieben. Der Erfinder glaubt, daß sein Apparat eine große Ersparnis in der Construction, am Brennmaterials und an dem Salaire der Maschinisten bedingt, weil eine Maschine von 60 Pferdekräften mit seinem Apparate eben soviel leistet, wie eine von |452| 80 Pferdekräften mit den gewöhnlichen Ruderrädern. Ferner wird durch Beseitigung der Ruderräder und ihrer Kasten viel an Raum erspart, und für Kriegsschiffe eine ununterbrochene Kanonenreihe möglich gemacht. Der neue Apparat erzeugt keinen Wasserschwall, und wird daher auf Flüssen den kleineren Fahrzeugen nicht so gefährlich; er befindet sich endlich ganz unter Wasser und ist deßhalb im Kriege gehörig gesichert. (Aus dem Mechan. Magazine No. 787.)

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