Titel: Ueber die Anwendung des durch Zersezung des Wassers erzeugten Gases bei der Gewinnung des Eisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1838, Band 70, Nr. CI./Miszelle 9 (S. 453)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj070/mi070101_9

Ueber die Anwendung des durch Zersezung des Wassers erzeugten Gases bei der Gewinnung des Eisens.

Das Mechanics' Magazine, No. 790, gibt folgende Beschreibung der Methode, nach welcher Hr. J. S. Dawes das durch Zersezung des Wassers erzeugte Gas bei der Gewinnung des Eisens zu benuzen versuchte. Er ließ Dampf durch rothglühende, mit kleinen Kohks oder Holzkohlen gefüllte gußeiserne Röhren streichen, wobei der Dampf eine Zersezung erlitt und sein Sauerstoff sich anfänglich mit dem Kohlenstoffe der Kohks zu Kohlensäure verband. Dadurch, daß diese leztere noch weiter über glühende Kohlen strömte, verwandelte sie sich in Kohlenstoffoxydgas, welches zugleich mit dem entbundenen Wasserstoffgase durch eine in die Form eingesezte Röhre in den Ofen eingetrieben wurde, da das Gas demselben Druke ausgesezt war wie die Gebläsluft. Die Röhren mußten alle 12 Stunden mit Kohlenstüken gefüllt werden, und dieß geschah am besten mit Hülfe eines auf dieselben gestekten Pfropfes. Anfänglich ergaben sich wegen der schnellen Zerstörung der Röhren einige Schwierigkeiten; da jedoch der Schmelzpunkt des Gußeisens um so Vieles höher steht, als die zur Zersezung des Wassers erforderliche Temperatur, so mußte man die Ursache hievon mehr in dem Baue des zur Heizung der Röhren dienenden Ofens suchen. Man hat diesen abgeändert und seither scheint der Apparat sehr dauerhaft. In Oldbury arbeitet wenigstens eine derlei Vorrichtung seit mehreren Monaten, ohne daß die Röhren etwas Schaden gelitten hatten. Die Quantität Brennmaterial, welche erforderlich war, um die Röhren heiß zu erhalten, betrug in 12 Stunden 12 bis 15 Cntr. Steinkohlenklein; und da der Dampf von den Kesseln der Maschine, deren Heizer zugleich auch den Apparat bediente, geliefert wurde, so beliefen sich die Kosten mit Ausnahme der Abnüzung gar nicht hoch. Wahrscheinlich dürften 4000 Fuß Gas im Ganzen nicht höher als auf 3 oder 4 Schill, zu stehen kommen. (Aus den Verhandlungen der British Association in Newcastle-upon-Tyne.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: