Titel: Indische Schleifsteine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 71, Nr. LXIII./Miszelle 10 (S. 334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj071/mi071063_10

Indische Schleifsteine.

Die Unglüksfälle, schreibt Hr. Samuel Parlby, welche sich von Zeit zu Zeit durch das Zerspringen großer, rasch umlaufender Schleifsteine ereignen, veranlassen mich dringend auf das im Hindostan statt denselben gebräuchliche Ersazmittel, bei dessen Anwendung jede Gefahr unmöglich ist, aufmerksam zu machen. Die hindostanische Schleifmasse besteht nämlich aus Schelllak, welcher in der Wärme mit Corundpulver von verschiedener Feinheit verkörpert wird. Es versteht sich von selbst, daß man zu demselben Zweke auch Schmirgel oder irgend eine andere schleifende Substanz, wie z.B. Glas-, Kieselpulver oder auch das Pulver zerbrochener Schleifsteine verwenden kann. Rotirende Schleifapparate dieser Art kann man sich verschaffen, indem man eine aus Eisenblech gearbeitete Trommel in der Dike von einem halben Zoll mit der Schleifmasse überzieht. Scheibenartige Schleifsteine lassen sich auf gleiche Weise mit Scheiben aus Eisenblech oder Gußeisen erzielen; und ebenso kann man auch noch Schleifsteine von verschiedenen anderen Formen verfertigen. Ein in die Nähe der Oberfläche gebrachtes rothglühendes Eisen erweicht die Masse so weit, daß man sie beliebig abnehmen und erneuern kann. Wasser hat natürlich keine Wirkung darauf. Ich bemerke bei dieser Gelegenheit, daß man sich mit Leichtigkeit Polirbürsten von verschiedener Form und Größe verfertigen kann, indem man die dazu bestimmten Rahmen einen halben Zoll hoch mit Schelllak überzieht und dann die Borsten etc. in Löcher einstekt, welche mit feinen heißen Drähten in die Masse gestochen worden sind. (Aus dem Civil Eng. and Archit. Journal. Nov. 1838, S. 378.)

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