Titel: Versuch mit verschiedenen Pflasterungsmethoden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 71, Nr. LXIII./Miszelle 7 (S. 333)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj071/mi071063_7

Versuch mit verschiedenen Pflasterungsmethoden.

Ein Theil der viel befahrenen Oxford-Street in London wurde, wie das Civil Eng. and Arcit. Journal. Jan. 1839 schreibt, zu Versuchen bestimmt, durch welche ermittelt werden soll, welche von den neueren Pflasterungsmethoden für Straßen, in denen viel gefahren wird, die beste ist. Den Anfang bei Charles Street machte man mit den Asphaltblöken des Hrn. Robinson, von denen die Hälfte gerade, und die Hälfte nach der Diagonale gelegt wurde. Hierauf folgt eine Streke, welche mit 9 Zoll tiefen Granitstüken, die durch Claridge's Asphalt zusammengekittet sind, gebaut wurde. Hieran reiht sich eine Streke, zu der Hr. Claridge Granitstüke von nicht mehr dann 4 1/2 Zoll Tiefe nahm, da er glaubt, daß selbst solche durch seinen Asphaltcement zu einer Masse von hinreichender Festigkeit verbunden werden könnten. Die Bastenne Compagnie legte zunächst hieran ihre Blöke, welche die Form von Bausteinen haben, aber etwas größer sind, und welche zum Theil gerade, zum Theil nach der Diagonale eingesezt wurden. An diese Streke schließt sich ein von dem Kirchspiel gelegtes Granitpflaster an, welches zu dem schönsten gehören soll, was man bisher in dieser Art sah, und welches aus folgenden drei Abteilungen besteht: 1) Granitblöke, die auf gewöhnliche Art in ein gut gebildetes Cement- oder Steinmörtellager gelegt sind. 2) Ebensolche Granitblöke, aber nach der Diagonale in ein Cementlager eingebettet. 3) Granitblöke, die ohne eigene Unterlage auf den Boden gelegt sind. Die Zwischenräume zwischen den Blöken wurden in den beiden ersteren Fällen mit gemahlenem Kalke, Sand etc; im lezteren mit feinem Kiese ausgefüllt. Ueberall ist für die gehörige Wölbung gesorgt, so wie auch darauf gesehen ist, daß sämmtliche Blöke eine gleiche und regelmäßige Dike haben. – Die nächste Streke ist dem sogenannten schottischen Asphaltgranit gewidmet, der wie Steinmasse aussieht. Seine Blöke haben bei 6 Zoll Dike 9 Zoll Breite und an der einen Fläche 18, an der anderen dagegen nur 13 Zoll Länge. Beim Legen dieser Blöke, welche durch Parker'schen Cement verbunden sind, wurden du selben wechselsweise umgewendet, so daß jeder zweite Blök auf seiner längeren Fläche ruht, während die anderen gleichsam wie Schlußsteine zwischen sie eingelegt sind. – Die nächste Abtheilung besteht aus einer Holzpflasterung mit sechsseitigen kyanisirten Holzblöken von 7 Zoll Durchmesser, 15 Zoll Tiefe, welche zum Theil auf eine Grundlage von 1 1/2 zöllingen Dielen gelegt sind. – Den Schluß macht der Asphalt von Val de Travers, dessen Blöke 10 Zoll im Gevierte und 5 Zoll Tiefe haben. Sie bestehen aus Erdharz, welches mit Granitstüken vermengt ist, so daß die Pflasterung wie eine Art macadamisirter Straße aussieht, zu welcher aber Asphalt als Bindungsmittel genommen worden.

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