Titel: Cooke's und Wheatstone's galvanischer Telegraph.
Autor: Cooke, William Fothergill
Wheatstone, Charles
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XVIII. (S. 57–65)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/ar072018

XVIII. Beschreibung eines Verfahrens, um mittelst elektrischer Ströme an entfernten Orten Signale zu geben, worauf William Fothergill Cooke am Breed's Place, Grafschaft Surrey, und Charles Wheatstone in Conduit Street, Grafschaft Middlesex, am 12. Jun. 1837 in England ein Patent erhielten.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Januar 1839, S. 1, und Februar, S. 94.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Unser Apparat, um mittelst elektrischer Ströme, welche durch Metalldrähte geleitet werden, an entfernten Orten Signale zu geben, besteht aus folgenden Haupttheilen: Ein Theil desselben befindet sich an einem geeigneten Plaze (den wir die erste Station nennen wollen) und ist so eingerichtet, daß er von einer Person, welche an entfernten Orten Signale zu geben beabsichtigt, behandelt werden kann; ein anderer ist an den entfernten Orten aufgestellt, wo andere Personen die Signale empfangen, welche er gibt; nöthigenfalls können mehrere Duplicate des lezteren Theils nacheinander an verschiedenen entfernten Stellen angebracht werden, die dann alle gleichzeitig dieselben Signale geben. Eine Anzahl metallener Drahte, welche die Elektricität durch ihre ganze Länge leiten können, erstrekt sich von dem ersten Theile des Apparates oder der ersten Station, durch alle anderen entfernteren Theile desselben bis zum lezten. Diese Drahte bilden eben so viele ununterbrochene Leitungslinien für die elektrischen Ströme von einer Station zur andern, da jeder Draht von allen anderen getrennt gehalten oder isolirt ist.

Der zuerst erwähnte Theil des Apparates, welcher sich an der ersten Station befindet, muß mit einer galvanischen Batterie versehen seyn, welche elektrische Ströme durch die Metalldrahte fortpflanzt; wenn nämlich das eine Ende eines langen isolirten Leitungsdrahtes mit dem einen Pol einer solchen Batterie in Berührung gebracht wird, das andere Ende desselben aber mit ihrem anderen Pol, so geht der elektrische von dem einen Pol der Batterie sehr schnell durch die ganze Länge des Leitungsdrahts zu dem anderen Pol zurük, und dieser Kreislauf dauert beständig fort, so lange die Batterie in Thätigkeit ist.

Die Person, welche an entfernten Orten Signale geben will, thut dieß, indem sie mit ihren Fingern auf Tasten drükt, welche die Verbindung zwischen den Polen der Volta'schen Batterie und den |58| Enden gewisser Leitungsdrahte herstellen, so daß gerade durch diese Drähte ein elektrischer Strom von einem Pol der Batterie zu dem Theil des Apparates an der anderen Station geht und von dort wieder durch einige andere Drahte zum anderen Pol derselben Volta'schen Batterie zurükkehrt. Der elektrische Strom geht auch ohne Unterbrechung durch die verschiedenen Duplicate des entfernten Theils des Apparates, welche sich auf den Zwischenstationen befinden, und kehrt ebenso, ohne eine Unterbrechung zu erleiden, durch diese Duplicate zu der Batterie zurük, und bringt in beiden Fällen eine gleiche und gleichzeitige Wirkung an allen Stationen hervor. Er hält so lange an, als man den Druk auf die Tasten fortsezt; in dem Augenblike aber, wo man denselben aufhebt, wird der Strom unterbrochen, weil dann die metallische Verbindung zwischen den zwei Polen der Batterie und den Leitungsdrähten aufhört. Drükt man mit dem Finger auf andere Tasten, so kann man Berührungen zwischen den Enden der vorher erwähnten Leitungsdrähte und denjenigen Polen der Volta'schen Batterie hervorbringen, welche den Polen, womit dieselben Enden vorher verbunden waren, entgegengesezt sind, so daß der Kreislauf des elektrischen Stroms dann in entgegengesezter Richtung Statt findet; dadurch lassen sich entsprechende Unterschiede in der Bezeichnung der Signale andeuten. Durch den Druk auf andere Tasten können die Enden anderer Leitungsdrahte mit den Polen der Batterie verbunden und also sehr verschiedene Signale an der entfernten Stelle gegeben werden, wovon jedes zweierlei Bezeichnungen liefert, je nachdem der Strom den Kreislauf in der einen oder in der entgegengesezten Richtung macht. Uebrigens läßt sich auch die Anordnung treffen, daß die gleichzeitige Darstellung zweier oder mehrerer Signale eine andere Bedeutung hat, als jedem einzelnen Signale zukommt; zwei solche Signale lassen sich aber auch ohne zwei besondere Ströme gleichzeitig darstellen, nämlich auf die Art, daß man nur einen elektrischen Strom durch eine einfache Kette gehen läßt; denn da eine solche aus zwei, für diese Zeit verbundenen Leitungsdrähten besteht, so kann jeder Draht als die Hälfte dieses Kreislaufs betrachtet werden, und derselbe elektrische Strom kann also ein Signal geben, indem er durch einen Draht oder die Hälfte des Kreislaufs in der Richtung von der Batterie zu der entfernten Station strömt und dann noch ein anderes Signal, indem er durch den anderen Draht in der Richtung gegen die Batterie zurükkehrt; man kann natürlich für die gleichzeitige Darstellung dieser zwei Signale ebenfalls eine andere Bedeutung annehmen, als jedem einzelnen für sich zukommt.

Die elektrischen Ströme, welche durch die Metalldrähte gehen, |59| geben an den entfernten Orten die Zeichen oder Lärmsignale entweder durch die Winkelbewegungen, welche sie Magnetnadeln ertheilen, die sich in geeigneter Nahe befinden, oder auch durch die Anziehungskraft des Magnetismus, welchen sie in benachbarten Eisenmassen, die selbst leine Magnete sind, zu erregen vermögen; oder endlich durch die Gasentbindung, welche durch die Zersezung des Wassers mittelst dieser Ströme erfolgt.

Die Magnetnadeln müssen sich sehr frei drehen können und nach einer bestimmten Richtung deuten, wenn sie ohne Einwirkung des elektrischen Stromes sich selbst überlassen sind; man macht daher ein Ende der Nadel etwas schwerer als das andere, und wenn sie also mit dem einen Ende aufwärts und mit dem anderen abwärts zeigt, so ist dieß ein Beweis, daß sie in Ruhe ist und kein Signal gibt. Einer der erwähnten Leitungsdrähte wird senkrecht angebracht, so daß seine Richtung mit der Nadel parallel ist, wenn sich dieselbe in Ruhe befindet; der Draht muß der Nadel möglichst nahe liegen, ohne sie jedoch zu berühren; läßt man nun einen elektrischen Strom durch diesen Draht gehen, so wild er sie von ihrem früheren Parallelismus mehr oder weniger ablenken. Geht der Strom durch den Draht in der einen Richtung, so wird die Nadel ebenfalls in einer Richtung abgelenkt, und sowie der Strom in der entgegengesezten Richtung hindurchstreicht, erfolgt die Ablenkung der Nadel ebenfalls in einer der vorhergehenden entgegengesezten Richtung. Da jedoch die Tendenz der Nadel aus ihrer Lage zu treten auf diese Art nur schwach erregt wird, so muß man dieselbe verstärken, gerade so wie bei dem unter dem Namen Galvanometer oder Multiplicator bekannten Apparat; man läßt nämlich dem Leitungsdrahte viele Windungen um die Nadel oder um einen Raum, worin sie sich frei bewegen kann, machen, aber so, daß keine Drahtwindung die andere berührt; die Umwindungen müssen so beschaffen seyn, daß der Draht den elektrischen Strom immer in der einen Richtung an einer Seite der Ebene, worin sich die Nadel bewegt, durchläßt, und in der entgegengesezten Richtung an der anderen Seite dieser Ebene. Dieß ist der Fall, wenn man den Draht um den Raum windet, worin sich die Nadel bewegt; alle aufsteigenden Theile der Windungen sind dann auf einer Seite der Nadel (gegen ein Ende ihrer Achse) und alle absteigenden an der anderen Seite derselben (oder näher am anderen Ende ihrer Achse): bei dieser Anordnung des Leitungsdrahts wird jeder aufsteigende sowohl als absteigende Theil der verschiedenen Windungen den elektrischen Strom in der geeigneten Richtung hindurchlassen, um die Nadel nach der einen oder anderen Seite abzulenken, je nach der Richtung, in welcher der Strom durch die Drahtwindungen streicht. |60| Durch eine gehörige Anzahl solcher Windungen bewirkt man, daß sich die Nadel plözlich und entschieden auf die eine oder andere Seite bewegt, sobald man zwei Leitungsdrähte durch den Druk auf die Tasten mit einander verbindet.

Die Abweichung der Nadel wird durch Aufhälter beschränkt und sie muß natürlich bewegungslos in ihrer geneigten Lage verbleiben, so lange der Strom anhält. Das Signal wird dadurch gegeben, daß die Nadel hiebei auf einen Buchstaben, eine Zahl etc. auf einer Tafel oder einer Scheibe zeigt; kehrt man dann die Richtung des durch die Drahtwindungen gehenden elektrischen Stroms um, so wird die Nadel auf die andere Seite abweichen und auf ein anderes Zeichen auf derselben Scheibe deuten. Sobald aber der elektrische Strom unterbrochen wird, indem man die Tasten losläßt, kehrt die Nadel durch die Gravitation ihres schwereren Endes in die ruhige oder senkrechte Lage zurük, worin sie auf kein Zeichen mehr deutet.

In den meisten Fällen wird es zwekmäßiger seyn, wenn man noch eine zweite Magnetnadel auf derselben Achse mit der in den Drahtwindungen eingeschlossenen befestigt; diese zweite Nadel muß mit der anderen parallel, aber so weit von ihr entfernt seyn, daß sie sich außer den Drahtwindungen, wovon die Hauptnadel umgeben ist, befindet; die äußere Nadel muß ferner mit ihren Enden gegen die Hauptnadel umgekehrt seyn, so daß der Nordpol der einen aufwärts, derjenige der anderen aber abwärts zeigt, wenn sie beide in ihrer senkrechten Lage oder in Ruhe sind. Durch ihre umgekehrten Pole neutralisiren die beiden Nadeln gegenseitig ihren Erdmagnetismus und bilden eine sogenannte astatische Verbindung. In diesem Falle wird die äußere Nadel zum Andeuten der Zeichen auf der Scheibe benuzt. Die Achse der zwei Nadeln kann durch die Ebene dieser Scheibe gehen und die äußere Nadel auf der Vorderseite dieser Ebene, die Drahtwindungen hingegen und die innere Nadel hinter dieser Ebene befestigt seyn. Die Drähte müssen natürlich auf gewöhnliche Weise mit Seiden- oder Baumwollengarn genau umwikelt werden, und es ist gut, wenn man sie auch noch mit einem Harzfirniß überzieht.

Ein Apparat mit der erforderlichen Anzahl von Magnetnadeln, welche auf Scheiben oder Zifferblättern die zu Signalen dienenden Buchstaben und Zeichen andeuten, wird an der entfernten Station angebracht; nöthigenfalls können Duplicate dieses Apparates an Zwischenstationen aufgestellt werden, wo gleichzeitig dieselben Signale gegeben werden sollen. Ein anderes Duplicat muß sich aber auch auf der ersten Station im Angesichte der Person, welche die Signale |61| gibt, befinden. Die Leitungsdrahte müssen so angeordnet werden, daß man für jede einzelne Magnetnadel in den Duplicaten des Apparates einen besonderen Draht hat; dieser eine Draht macht zuerst eine Reihe von Umwindungen um eine der Nadeln in dem Duplicate, welches sich auf der ersten Station im Angesichte des Operators befindet, läuft dann von dem Ende dieser Windungen zu dem nächsten Duplicate fort, windet sich dort ebenso um dessen Nadel, läuft von dort zum nächsten Duplicate, windet sich um dessen Nadel und so fort bis zur lezten Station. Auf ähnliche Art geht ein anderer von den übrigen Drahten isolirter Leitungsdraht um eine andere Nadel in jedem der Duplicate des Apparates, so daß jede einzelne Nadel in jedem Duplicate ihren besonderen isolirten Draht hat, aber alle correspondirenden Nadeln in jedem Duplicate durch denselben Draht verbunden werden können; andere Drähte sollen sich von einer Station zur anderen erstreken, ohne Umwindungen zu machen und ohne Verbindung mit irgend einer Nadel. Wenn man nun einen der vorher erwähnten Drähte, welcher mit einer Reihe correspondirender Nadeln verbunden ist, durch Andrüken der geeigneten Tasten mit einem Draht in Berührung bringt, welcher mit keiner Nadel in Verbindung ist, so wird der durch die verbundenen Drahte gehende elektrische Strom eine gleichzeitige und gleiche Bewegung bei allen correspondirenden Nadeln hervorbringen, aber bei keiner anderen. Läßt man diesen Strom in der einen Richtung durchgehen, so werden sich alle correspondirenden Nadeln auf eine Seite neigen und sämmtlich auf dasselbe Zeichen deuten; streicht aber der Strom in der entgegengesezten Richtung hindurch, so werden sich dieselben Nadeln auf die andere Seite neigen und ein anderes Zeichen auf den Scheiben andeuten. Das mit Magnetnadeln versehene Duplicat des Apparats, welches sich auf der ersten Station im Angesichte des Operators befindet, sezt denselben in Stand, zu erfahren, welche Signale er beim Niederdrüken gewisser Tasten gibt, so daß er Mißgriffe vermeiden kann; die correspondirenden Nadeln an den Zwischenstationen und an der entferntesten Station geben dann gleichzeitig dieselben Signale. Läßt man die Tasten los und drükt anstatt derselben auf andere, so kann man natürlich einen anderen Leitungsdraht, welcher mit einer anderen Reihe correspondirender Nadeln verbunden ist, mit demselben (oder einem anderen) Draht, welcher keine Verbindung mit den Nadeln hat, in metallische Berührung bringen und also mit an, deren Nadeln andere Zeichen geben.

So lange nur eine einzige Nadel in jedem Duplicate des Apparates gleichzeitig abgelenkt wird, erhält man auch nur eine Reihe einfacher Bezeichnungen oder zwei Bezeichnungen für jede Nadel, je |62| nachdem dieselbe nach der einen oder anderen Seite sich bewegt. Um in jedem Duplicate zwei oder mehrere Nadeln zugleich abzulenken, so daß man mehrere Bezeichnungen auf einmal erhält, kann man durch den Druk auf die Tasten zwei oder mehrere Ketten gleichzeitig bilden, nämlich mit zwei oder mehreren solcher Drähte, welche nicht mit Nadeln in Verbindung sind und mit eben so vielen Drähten, welche Reihen correspondirender Nadeln angehören; indem dann von derselben Batterie durch jede solche Kette ein besonderer elektrischer Strom fließt, werden zwei oder mehrere Nadeln auf Einmal in jedem Duplicate des Apparates in Bewegung gesezt. Anstatt aber auf diese Art zwei oder mehrere besondere Ketten für ebensoviele besondere elektrische Ströme herzustellen, kann man auch noch auf eine bequemere Weise zwei Nadeln zugleich in Bewegung sezen, indem man je zwei der vorher erwähnten Leitungsdrahte mit einander und dann jeden einzelnen davon mit seiner Reihe correspondirender Nadeln verbindet. Drei Nadeln können in jedem Duplicate des Apparates gleichzeitig durch einen einzigen elektrischen Strom in Wirksamkeit gebracht werden, indem man zwei von den Drähten, welche besonderen Reihen von Nadeln angehören, mit einem Pole der Batterie und nur einen solchen Draht mir dem anderen Pole der Batterie verbindet: in diesem Falle besteht die Hälfte des Kreislaufs aus einem Draht und die andere Hälfte davon aus dem genannten Drahtpaare; der durch die lezterwähnte Hälfte der Kette gehende Strom wird sich also zwischen den beiden verbundenen Drähten vertheilen, aber deßwegen doch die zwei Nadelreihen, welche diesen zwei Drähten angehören, gleichzeitig bewegen, während der entsprechende Strom durch die andere Hälfte der Kette, welche nur aus einem Draht besteht, auf die ihm zugehörige Nadelreihe wirkt.

Damit man einen oder mehrere Leitungsdrähte mit einem oder mehreren anderen zu einer Kette verbinden kann, müssen sie alle an der entferntesten Station durch ein gemeinschaftliches metallenes Querstük mit einander verbunden seyn, so daß der elektrische Strom von dem entfernten Ende jedes Drahts zu dem correspondirenden Ende der anderen Drähte frei durchgehen kann. Bringt man dann das entgegengesezte Ende eines oder mehrerer dieser Drähte durch den Druk auf die Tasten (an der ersten Station) mit den zwei Polen der Volta'schen Batterie in Verbindung, so werden sie in allen Fällen an der entfernten Station durch das metallene Querstük schon hinreichend verbunden seyn, so daß der elektrische Strom durch diese Ketten gehen kann; und obgleich das Querstük auch die entfernten Ende anderer Leitungsdrähte mit den genannten Drähten, während leztere zu einer Kette vereinigt sind, verbindet, so wird doch durch |63| jene, deren andere Ende nicht mit den Polen der Batterie verbunden sind, kein elektrischer Strom gehen.

Ein auf die beschriebene Art eingerichteter Apparat ist auf Tab. II abgebildet.

Fig. A und B, Abtheilung I, zeigen die Scheibe, worauf zwanzig Buchstaben verzeichnet sind; im Ganzen sind fünf Magnetnadeln, 1, 2, 3, 4 und 5 vorbanden, um dieselben zu signalisiren. Diese Magnetnadeln sind die äußeren Nadeln von eben so vielen astatischen, deren einzelne Theile man in natürlicher Größe in Fig. C, D, E, F und G sieht. 6 ist in allen diesen Figuren die horizontale Achse, worauf die zwei astatischen Nadeln befestigt sind; 1 ist die äußere und 7 die innere Nadel. Leztere ist in den zahlreichen Windungen 8 eingeschlossen, welche der Leitungsdraht um den leichten hölzernen Rahmen 10 macht. Der Rahmen 10 dient dazu, die Windungen an ihrer Stelle zu erhalten und um darin einen engen Raum für die innere Nadel 7 zu lassen, worin sie sich bewegen kann, wie man in Fig. F sieht. Dieser Rahmen besteht aus zwei Theilen (siehe Fig. D und G), zwischen welchen ein kleiner Raum für die Achse 6 gelassen ist, wie man es im Grundriß Fig. C sieht. Vermittelst dieses Zwischenraums läßt sich auch die Achse 6 mit der inneren Nadel 7 an ihren Plaz in den Windungen bringen. Die zwei Theile des Rahmens 10 sind dadurch verbunden, daß ihre zwei äußersten Stüke von einem Theil zum anderen hindurch gehen und beiden gemein sind; ferner durch andere Querstüke 11, welche auch dazu dienen, den Rahmen 10 an die Rükseite der senkrechten, die Scheibe bildenden Tafel A zu befestigen. Die Zapfen an den zwei Enden der Achse 6 werden in Zapfenlöchern gehalten, die sich in den Enden von Schrauben befinden, welche durch zwei horizontale Metallstangen 12,12 gehen, von denen sich eine auf der Vorderseite der Scheibe A und die andere auf ihrer Rükseite befindet; diese beiden Stangen 12 werden an den Enden von horizontalen Pfeilern 13, die auf jeder Seite von der senkrechten Tafel hervorstehen, gehalten. Die Scheibe A ist an den Stellen, wo die Windungen 10 hinter ihr angebracht sind, sehr dünn, damit die auf der Vorderseite der Scheibe A befindliche äußere Nadel 1 nicht weit von den Windungen 8 entfernt ist; der Leitungsdraht, welcher auf jede einzelne Nadel oder auf jedes eine astatische Nadel bildende Nadelpaar 1,7 wirken muß, ist zuerst, wie bei 8, um die eine Hälfte des Rahmens 10 gewunden, geht dann hinüber zur anderen Hälfte und windet sich um diese herum, so daß die Windungen in derselben Richtung bei beiden sind. Zu diesen Windungen nehmen wir Kupferdraht von beiläufig 1/13 Zoll Durchmesser mit Seidengarn fest umwunden; für die Leitungsdrähte zwischen |64| den entfernten Theilen des Apparats hingegen benuzen wir Draht von beiläufig 1/12 Zoll Durchmesser. Man kann mit dem dünnen Drahte sehr viele Umwindungen machen, ohne daß das Volum derselben so groß wird, daß die äußeren Windungen zu weit von der inneren Nadel 7 abstehen, um noch einen gehörigen Einfluß darauf ausüben zu können. Wenn die Windungen 8,8 um jede innere Nadel 7 beiläufig 800 betragen und einer Länge von ungefähr 200 Yards entsprechen, so ist dieß hinreichend. Um die verschiedenen Drahtwindungen gehörig von einander isoliren zu können, überzieht man den Theil des Rahmens 10, womit sie in Berührung kommen, mit Seidenzeug, falls der Rahmen aus einem (kein Eisen enthaltenden) Metall besteht und legt auch kleine Stüke Seidenzeug zwischen jede Drahtschichte an den zwei Enden des Rahmens, wo der Draht umgebogen wird und sich also fester auf die darunter befindlichen Schichten andrükt. Da die fünf Nadeln, welche sich in einer Reihe neben einander befinden, sämmtlich astatische sind, so üben sie keinen magnetischen Einfluß auf einander aus, sondern jede asiatische Nadel 8 wird, wenn kein elektrischer Strom durch die Drahtwindungen geht, durch das Uebergewicht ihres schweren Endes in senkrechter Lage ruhig bleiben. Der oben erwähnte Aufhälter, wodurch die Winkelbewegung der inneren Nadel beschränkt wird, ist bei 14 an der Seite des Rahmens 10 befestigt, quer durch diejenige Oeffnung desselben, worin sich die innere Nadel 7 bewegt. Diese Aufhälter müssen aus einem Metall bestehen, welches keines Magnetismus fähig ist und können, damit die Nadel bei plözlichem und starkem Anschlagen keine Biegung erleidet, mit Seidengarn umwunden werden. In der Vorderseite der Scheibe A befestigte Aufhaltstifte, um die Enden der inneren Nadel 1 aufzufangen, würden denselben Zwek wie die Aufhälter 14 erfüllen; jedenfalls müssen aber die Aufhälter so befestigt werden, daß sie die Abweichung der Nadel nach beiden Seiten beschränken und zwar conform mit den schiefen Linien auf der Vorderseite der Scheibe A, worauf zwanzig Buchstaben an den Durchschnittspunkten dieser Linien verzeichnet sind. Wir nehmen ferner, wie oben schon erwähnt wurde, an, daß wenn zwei von den fünf Nadeln gleichzeitig signalisiren, dadurch ein besonderer Buchstabe bezeichnet wird; so neigt sich z.B. auf der Zeichnung die Nadel 1 mit ihrem oberen Ende nach Rechts und die Nadel 4 mit demselben Ende nach Links; die gegenseitige Convergenz der oberen Enden dieser Nadeln zeigt, daß ihr Signal auf der oberen Hälfte der Scheibe zu suchen ist, und verfolgt man die respectiven Richtungen dieser beiden Nadeln nach Oben mittelst der schiefen Linien auf der Scheibe, so ist ihr Durchschnitt und somit das gegebene Signal der Buchstabe B. |65| Hätten hingegen die unteren Enden dieser Nadeln gegen einander convergirt, so fände man ihr Signal in der unteren Hälfte der Scheibe am Durchschnitt ihrer respectiven Neigungslinien, wo sich der Buchstabe V befindet. Diese Scheibe eignet sich nur, um durch die gleichzeitige Ablenkung zweier Nadeln Signale zu geben, und es sind fünf Leitungsdrähte 21, 22, 23, 24 und 25 vorhanden, wovon jeder einer der fünf astatischen Nadeln 1, 2, 3, 4 und 5 angehört. Bei diesem Apparat ist natürlich kein Draht vorhanden, der nicht mit Nadeln verbunden ist, denn einen solchen Draht braucht man nur, wenn man durch die Ablenkung von bloß einer Nadel Signale geben will, wozu die Scheibe Fig. A nicht eingerichtet ist. Die Scheibe A und die äußeren Nadeln sind auf der Vorderseite mit einem Glas eingefaßt, die Windungen und inneren Nadeln hinter der Scheibe aber mit einem hölzernen Gehäuse versehen, um Staub und Feuchtigkeit davon abzuhalten.

(Die Fortsezung folgt im nächsten Hefte.)

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