Titel: Poole's Verbesserungen in der Fabrication von Teppichen etc.
Autor: Poole, Moses
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXVII. (S. 100–107)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/ar072027

XXVII. Verbesserungen in der Fabrication von Teppichen, wollenen Deken und anderen derlei Fabrikaten, worauf sich Moses Poole, am Patent Office, Lincoln's Inn in der Grafschaft Middlesex, auf die von einem Ausländer erhaltenen Mittheilungen am 21. April 1838 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Febr. 1839, S. 65.

Mit Abbildungen auf Tab. III.

Die unter meinem Patente begriffene Erfindung bezieht sich, wie aus der Beschreibung der Zeichnungen hervorgehen wird, auf zwei verschiedene Methoden Teppiche, wollene Deken und andere derlei Waaren zu fabriciren.

Fig. 62 gibt eine perspectivische Ansicht einer Maschine, welche zur Ausführung des ersten Theiles der Erfindung bestimmt ist. Man bemerkt an dem vierekigen Rahmen a, a, welcher auf den Füßen oder Böken c, c steht, mit Schrauben oder anderen Vorrichtungen, welche eine leichte Herausnahme der Arbeit aus der Maschine gestatten, die Führer b, b befestigt. An der unteren Seite dieser Führer befindet sich eine Spalte b', b' oder zwischen dem Führer und dem Rahmen a |101| ist ein Raum gelassen, dessen Zwek später angegeben werden soll. Auf die Walze d ist auf dieselbe Weise, wie dieß an dem Kettenbaume der gewöhnlichen Webestühle zu geschehen pflegt, eine Anzahl Fäden Wollen-, Baumwoll-, Seiden- oder anderen oder gemischten Garnes aufgezogen, ebenso ist diese Walze auch, wie die Zeichnung zeigt, mit einem Gewichte belastet und mit Frictionsbändern versehen. Die Enden der Kettenfäden sind auf dieselbe Weise, wie man die Enden der Kettenfäden sonst an dem Werkbaume eines Webestuhles zu befestigen pflegt, an der vorderen Latte des Rahmens a fest gemacht. Wenn dieser Apparat auf die oben angegebene Weise hergerichtet worden, und zwischen dem Rahmen a und den Führern b ein Raum gelassen ist, welcher der Breite des zu fabricirenden Artikels entspricht, so nimmt der Arbeiter eine Anzahl dünner Metallstreifen, welche aus Kupfer, Zink oder einem anderen tauglichen Materiale bestehen können, etwas länger als die dem Fabricate zu gebende Breite seyn sollen, und eine Breite haben müssen, die der Höhe des Haares (nap) gleichkommt. Von diesen Streifen zieht man zuerst einen parallel mit der vorderen Latte des Rahmens a unter der Kette bis an deren Ende, wobei seine beiden Enden, damit er nicht emporsteigen kann, unter die Führer b, b zu bringen sind. Hierauf sezt man den nächsten Metallstreifen mit der Kante auf die obere Fläche der Kette, und drükt dieselbe gleichmäßig zwischen den ersten und zweiten Streifen herab. Diesem zweiten Streifen gibt man dann eine solche Biegung, daß seine beiden Enden in die zwischen den Führern und den Seitentheilen des Rahmens a gelassenen Spalten b' einpassen. Hierauf hebt man mit einem dritten Streifen, den man unter die Kette bringt, diese gleichmäßig zwischen den zweiten und dritten Streifen empor, und paßt die Enden dieses Streifens ebenfalls in die Fugen b' ein, worauf man den Streifen gerade und so richtet, daß er den ersteren parallel ist. Dann drükt man mit einem vierten, auf die obere Fläche der Kette gesezten Streifen die Kette gleichmäßig zwischen den dritten und vierten Streifen herab, und paßt die Streifenenden abermals in die Spalten b' ein. Wenn auf diese Weise der ganze Rahmen gefüllt ist, wobei der Arbeiter von Zeit zu Zeit mit einem Richtscheite über die Streifen fährt, damit sie senkrecht auf ihre Kanten und mit einander parallel stehen, werden die Kettenfäden abwechselnd über und unter den Metallstreifen weglaufen. Man sieht dieß in Fig. 63 mit einem einzigen, in Fig. 64 mit zwei Streifen, in Fig. 65 mit einem Streifen, der eine Schneide wie ein Messer hat, und in Fig. 66 mit einem gedoppelten Streifen.

Ueber die auf solche Art geordnete Kette muß eine glatte Metalloberfläche unter Anwendung eines Drukes geführt werden, damit sich |102| die Kettenfäden gleichmäßig legen, und zugleich auch so ausgebreitet werden, daß sie einander durchaus mit ihren Fasern berühren: so zwar, daß, wenn ein passender Kitt auf sie aufgetragen wird, das Ganze, nachdem es troken geworden und nach Entfernung der Metallstreifen gleichsam ein ganzes Blatt eines Fabricats bildet. Der beste Kitt hiezu ist Kautschukauflösung, welche man dermalen leicht überall haben kann; doch binde ich mich nicht an diesen allein, da man auch Schellakauflösung und andere derlei Kitte verwenden kann. Man trägt eine oder mehrere Schichten von diesem Kitte auf die Kette auf. Nachdem er troken geworden, wendet man den Rahmen um, und nimmt die Metallstreifen nach einander heraus, indem man das Kettengarn wie bei der Sammetfabrication nach einander von einer Seite zur anderen mit einem scharfen Messer oder einem anderen Schneidgeräthe durchschneidet. Die Metallstreifen brauchen keine Rinnen zu haben, wie die in der Sammetfabrication gebräuchlichen Drahte; man kann übrigens auch, wenn das Aufschneiden mit besonderer Genauigkeit geschehen soll, eine solche geben; oder man kann zu diesem Zweke zwei Streifen neben einander oder gedoppelte Streifen anwenden, wie man in Fig. 64 und 66 sieht.

Das nach dem angegebenen Verfahren erzielte Fabricat wird auf Gewebe oder andere Oberflächen geklebt. Ich ziehe es jedoch vor, daß dieses Gewebe, welches aus Calico, Canevaß oder einem anderen wohlfeilen Gewebe bestehen kann, unmittelbar nachdem die Kette mit dem Kitte erwärmt worden, und bevor noch das Ausschneiden der Metallstreifen geschehen, auf die Kette geklebt werde. Dieß läßt sich bewerkstelligen, indem man zuerst sowohl auf die Kette, als auf das für den Rüken bestimmte Fabricat eine Schichte des Kittes aufträgt, dann beide aufeinander legt, und durch Pressen miteinander vereinigt. Sind die Oberflächen groß, so kann man den zur Vereinigung nöthigen Druk mit einer glatten eisernen Walze, welche hohl und mittelst eines in sie geführten Eisens geheizt werden soll, und welche man über die Oberfläche hinlaufen läßt, bewirken. Will man nach dem beschriebenen Verfahren gemusterte Teppiche, Deken und dergleichen erzeugen, so kann dieß dadurch geschehen, daß man das gewünschte Muster auf die Kette drükt. Bei diesem Druken muß jedoch der Druk so in die Länge gezogen werden, daß er ein Hin- und Herbiegen des Garnes gestattet; auch müssen die zum Druke verwendeten Farben sehr gut in das Garn eindringen.

In Fig. 67 sieht man eine andere Maschinerie, welche zu dem Zweke dient, wie die eben beschriebene; mit dem einzigen Unterschiede, daß hier der Rahmen a und die Führer b in die Gestalt eines Cylinders gebracht sind, und daß das Fabricat vor dem Ausschneiden |103| der Metallstreifen von dem Cylinder abgewunden werden muß. Man sieht, daß der Cylinder a, a mit seinen Wellzapfen in entsprechenden Zapfenlagern ruht, so daß er von dem Arbeiter umgetrieben werden kann. Das weitere Verfahren bleibt das früher beschriebene und bedarf daher keiner weiteren Erläuterung.

Eine andere Methode denselben Zwek zu erreichen, besteht darin, daß man anstatt die Garnfäden auf einen Kettenbaum aufzuwinden, und dann über und unter einer Reihe von Metallstreifen auf- und nieder zu biegen, die Fäden spiralförmig um diese Metallstreifen windet, wie es in Fig. 68 angedeutet ist; und daß man eine Anzahl solcher überwundener Metallstreifen neben einander in einen Rahmen einsezt, die Fäden an einander klebt, hierauf das Ganze auf ein Gewebe aufklebt, und endlich die Metallstreifen auf die angegebene Weise ausschneidet.

Ich habe gesagt, daß das durch einfaches Zusammenkleben der Kette erzeugte Fabricat auf ein anderes Fabricat oder Gewebe gekittet werden soll. Dieß dürfte jedoch in manchen Fällen nicht nothwendig seyn, wie z.B. zur Erzeugung eines rauhen Stoffes, welcher zum Ueberziehen von Kappen und Hüten bestimmt ist. In diesem Falle wäre nämlich das Fabricat direct auf den Hutkörper zu kleben.

Da sich dieser Theil meiner Erfindung auf die Erzeugung eines rauhen Fabricates durch Hin und Herbiegung von Fäden oder dergleichen und durch Zusammenkleben derselben an einem zwischen deren Länge gelegenen Punkte im Allgemeinen erstrekt, so binde ich mich nicht gerade an die hier beschriebenen Apparate, und zwar um so weniger, als wie Jedermann einsieht, mannigfache Modificationen daran angebracht werden können, ohne daß von dem Principe selbst abgegangen wird.

Der zweite Theil meiner Erfindung betrifft die Fabrication von Teppichen, Wollendeken und anderen derlei Fabricaten, welche jedoch von den oben beschriebenen verschieden sind, und viel ausgesuchtere Verzierungen zulassen: Verzierungen, welche jenen der feinsten Tapeten und selbst Gemälden höchst ähnlich sind. Fig. 69 gibt eine Ansicht des hiezu dienlichen Apparates. A, A sind vierekige, auf dem Brette B fixirte Rahmen. Ueber jeden dieser Endrahmen A ist eben ein loker gewebter Canevaß, wie man sich seiner zu Wollenarbeiten bedient, so gespannt, daß der Canevaß an jedem Ende so genau als möglich mit dem anderen zusammentrifft. Die Person, welche das Muster erzeugt, arbeitet nun mit diesem Apparate wie folgt. Sie zieht mittelst einer Nadel die Wolle oder das sonstige Garn durch ein Loch oder eine Masche in dem an dem einen Ende befindlichen Canevaß und dann durch eine correspondirende Masche des Canevaßes |104| des nächsten Rahmens A. Sie beginnt hiebei mit jenem Loche, welches in einer Eke der untersten Reihe gelegen ist, nimmt so alle Löcher der untersten Reihe nach einander durch, und geht dann an die nächst obere Reihe über, wobei sie sorgfältig darauf achtet, daß die Fäden zwischen den Rahmen A eben und gleich liegen, und auch eine gleichmäßige Spannung bekommen. Wenn auf diese Weise das Garn durch jedes Loch des Canevaßes gezogen worden, so erhält man eine länglich vierekige Fädenmasse, welche man dann mit einem an beiden Enden offenen Gehäuse C, Fig. 70, umgibt. Wenn die Fadenmasse solcher Weise umgeben und fixirt ist, so kann man sie von dem Canevaß losschneiden, und einen Kolben D in das Gehäuse eintreiben, mit welchem, indem er genau an alle Seiten des Gehäuses paßt, beliebige Fädenlängen aus dem Gehäuse heraus gedrängt werden können, so daß man dieselben, nachdem sie auf die anzugebende Weise zusammen geklebt worden, abschneiden kann. Jene Fädenenden, gegen welche der Kolben zu drüken hat, sollen an diesen Kolben geklebt werden; auch soll man sie troknen lassen, bevor man den Kolben zu bewegen beginnt.

Bei dem Verfahren, wie ich es hier beschrieben habe, ist auf das Muster keine Rüksicht genommen; ich will daher nun zeigen, wie in dem Rahmen jedes beliebige Muster erzeugt, und hierauf auf eine Menge von Oberflächen übergetragen werden kann. Ich muß hier vorläufig bemerken, daß der Canevaß oder das sonstige zu den Rahmen A zu verwendende Fabricat je nach der Feinheit der Fäden, mit denen gearbeitet werden soll, und je nachdem die Fäden aus Wolle, Baumwolle, Seide oder einem anderen Faserstoffe bestehen, feiner oder gröber seyn kann. Das Muster wird nun erzeugt, indem man die Löcher abzählt, und indem man durch verschiedene Löcher verschieden gefärbte, dem Muster entsprechende Fäden mit Nadeln einzieht. Die Arbeiterin kann hiebei nach einer Mustervorlage arbeiten, oder das Muster kann auch auf den Canevaß gezeichnet seyn. Besteht z.B. das Muster aus einem rothen Kreuze, welches auf weißem Grunde erscheinen soll, und ist dieses Muster auf den Canevaß gezeichnet, so zieht man durch alle dem weißen Grunde entsprechende Löcher weiße, durch die dem rothen Kreuze entsprechenden Löcher dagegen rothe Fäden. Dieses ganz einfache Muster wird genügen, um zu zeigen, daß man auf demselben Wege eben so gut auch die complicirtesten Dessins erzeugen kann. In lezterem Falle ist es am besten nach getupften Musterblättern, wie man sie zur Stikerei auf sogenanntem Stramin hat, zu arbeiten und dabei die einzelnen Löcher gehörig abzuzählen. Sind sämmtliche Fäden eingezogen, so umschließt man auch hier wieder die Fädenmasse mit einem Gehäuse C, welches aus Theilen zusammengesezt |105| ist, die leicht mit Schrauben, oder auch auf eine andere Weise miteinander verbunden werden können. Das Gehäuse muß die Fäden genau und fest umschließen, damit die Fäden beim Heraustreiben derselben aus dem Gehäuse nicht aus der ihnen angewiesenen Stellung kommen. Jedes an dem Ende des Gehäuses abgeschnittene Stük der Fädenmasse liefert also eine Wiederholung eines und desselben Musters, und diese Stüke lassen sich zu Teppichen, wollenen Deken und mannigfachen anderen derlei Fabricaten verbinden.

Es gibt noch verschiedene andere Methoden Fadenmassen innerhalb Gehäusen C geordnet zu erhalten und dann aus diesen meiner Erfindung gemäß heraus zu treiben. Ich binde mich deßhalb nicht einzig und allein an die eben beschriebene Methode, obschon ich sie für eine der besten halte, wenn complicirtere Muster erzeugt werden sollen. Dessen ungeachtet will ich noch zwei andere Methoden angeben, die sowohl von obiger Methode als untereinander etwas Weniges abweichen.

Fig. 71 ist eine perspectivische Ansicht eines Apparates oder einer Maschine, in welche eine Anzahl Kettenbäume a, a, a, auf die irgend welche dem zu erzeugenden Fabricate entsprechende Fäden aufgewunden worden, eingesezt sind. Alle diese Kettenbäume sind gleichmäßig mit Gewichten belastet, und jede Kette ist an einer Stange fest gemacht, so daß sämmtliche Kettenschichten von einander getrennt und in gehöriger Ordnung über einander erhalten werden. Die auf solche Weise gebildete Fädenmasse wird mit einem Gehäuse C, welches den oben beschriebenen Gehäusen ähnlich ist, umschlossen. Diese Gehäuse können irgend eine für geeignet befundene Länge, z.B. 12 Zoll, haben, und werden nach einander von den Ketten, welche sie umschließen, abgeschnitten. Dabei ist die Vorsicht zu brauchen, daß, bevor ein solches Gehäuse abgeschnitten wird, hinter ihm schon ein zweites oder auch ihrer mehrere fest um die Fädenmassen angelegt sind. Der Schnitt wird mit einem scharfen dünnen Messer oder einem anderen derlei Instrumente zwischen je zwei Gehäusen durchgeführt. Die abgeschnittenen mit Fädenmassen erfüllten Gefäße werden dann nach dem oben angegebenen Verfahren mit Kolben, die man in sie eintreibt, behandelt. Da, wo es die Länge des Haares zuläßt, können die Gehäuse C aus mehreren Theilen, von denen jeder so tief ist als die Haarlänge, welche man dem Fabricate geben will, bestehen. Damit man die einzelnen, aufeinanderfolgenden Schichten abschneiden kann, soll man über die Enden der Kettenfäden gleichmäßig eine Kautschukauflösung oder eine andere als Bindungsmittel bestimmte Masse ausbreiten.

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In Fig. 72 sieht man eine andere Vorrichtung, mit welcher man in Gehäuse eingeschlossene geordnete Fadenmassen, von denen zum Behufe der Erzeugung von harzigen Fabricaten nach einander Schichten abgeschnitten werden können, erhalten kann. Diese Vorrichtung besteht aus einer sogenannten Zusammenlegmaschine, womit nach Belieben und je nach dem Fabricate, welches man zu erzielen beabsichtigt, ein- oder mehrfarbige Ketten gelegt werden können. A ist eine Walze oder ein Baum, auf den die Kettenfäden aufgewunden werden; b ein Tisch und C ein Theil eines Gehäuses, in welches die Kettenfäden gelegt werden müssen und zu welchem der Dekel C gehört. Die Kettenfäden werden an einer Stange, die sich an dem einen Ende des Gehäuses C befindet, fest gemacht, und dann flach und eben bis zum entgegengesezten Ende des Gehäuses gezogen, wo man einen Stab oder auch ein anderes derlei Werkzeug quer über sie legt. Ist dieß geschehen, so führt man die Kette wieder flach und eben an das andere Ende des Gehäuses, legt hier abermal einen Stab auf, und fährt auf solche Art fort, bis das Gehäuse mit Kettenfäden gefüllt ist. Die Einlegstäbe müssen von solcher Länge seyn, daß sie zu beiden Seiten über die Enden des Gehäuses hinaus ragen; auch sollen sie, damit die Fäden fester und dichter in das Gehäuse gepakt werden, an jedem Ende des Gehäuses mittelst der belasteten Werkzeuge D niedergedrückt erhalten werden. Ist eine Anzahl von Kettenschichten in das Gehäuse gelegt worden, so kann man die unteren Stäbe nach einander ausziehen, damit sich die Fäden noch dichter an einander legen. Hieraus ergibt sich, daß auch nach diesem Verfahren Fädenmassen in Gehäuse regelmäßig gelegt werden können, von denen man dann Schichten abschneiden kann, die sich zur Erzeugung des gewünschten Fabricates verwenden lassen.

Ich habe bisher immer von Gehäusen von rechtekiger Form gesprochen; es versteht sich jedoch von selbst, daß man ihnen je nach Umständen auch irgend andere Formen gehen kann, so zwar, daß bei der Zusammeusezung der mit ihrer Hülfe erzeugten Blätter die Muster an gehöriger Stelle erscheinen. Auch ist es auf solche Weise möglich, daß der Grund mit bestimmten Gehäusen und die Muster mit anderen eigens für sie bestimmten Gehäusen erzeugt werden. Welches von den oben beschriebenen Verfahren man übrigens befolgen mag, um Fädenmassen zu erhalten, die regelmäßig in Gehäuse gelagert sind, so müssen die an deren Enden hervorstehenden Fäden sorgfältig und eben abgeschnitten werden. Erst dann breitet man die Kautschukauflösung oder die sonstige zu ihrer Verbindung bestimmte Kittmasse möglichst gleichmäßig auf der Schnittfläche aus; und diesen Kitt läßt man gehörig eintroknen, bevor man mit dem Kolben eine |107| solche Fädenlänge austreibt, wie sie der gewünschten Haarlange des zu erzeugenden Fabricates entspricht. Ist diese Fädenlänge aus dem Gehäuse hervorgetrieben worden, so schneidet man sie mit einem scharfen Messer oder einem anderen Schneidinstrumente durch, und überstreicht die neue Schnittfläche abermals mit Kitt. Die abgeschnitten nen Schichten kann man, wie schon oben gesagt, mit Kautschukauflösung oder anderen Kittmassen auf Canevaß oder anderen Stoffen und Geweben fixiren; oder man kann diese Fixirung der Fädenenden auf diesen Geweben auch vornehmen, bevor noch die Fädenstüke abgeschnitten wurden. Ist das Fabricat für Hüte oder zu anderen derlei Zweken, in welchen das Haar liegen muß, bestimmt, so läßt sich ein solches liegendes Haar erzielen, wenn man dem Ende der Gehäuse, an welchem der Schnitt geführt wird, eine Schräge und der Fläche des Kolbens eine gleiche Schräge gibt.

Ich weiß, daß man bereits früher verschiedene Fabricate dadurch erzeugte, daß man Fädenstüke auf andere Fabricate klebte, und daß in dieser Beziehung auch bereits mehrere Patente gelöst wurden. Ich nehme daher keineswegs im Allgemeinen die Erzeugung von haarigen Fabricaten durch Verbindung von Fädenstüken als meine Erfindung in Anspruch, sondern beschränke mich lediglich auf die von mir hier beschriebenen Methoden. Dagegen behalte ich mir vor, die dazu bestimmten Maschinen und Apparate zu modificiren, in so ferne das Princip dasselbe bleibt.

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