Titel: Roberts's verbesserte Webestühle.
Autor: Roberts, Joseph Lincoln
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XLIV. (S. 193–208)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/ar072044

XLIV. Verbesserungen an den Webestühlen, worauf sich Joseph Lincoln Roberts, Kaufmann zu Manchester, auf die von einem Ausländer erhaltenen Mittheilungen am 15. April 1837 ein Patent ertheilen ließ.24)

Aus dem London Journal of arts. März 1839, S. 313.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Meine Erfindungen betreffen hauptsächlich jene Art von Webestühlen, die zum Weben von geköperten Bettdeken (knotted counterpanes) und überhaupt solcher gemusterter Stoffe dienen, an denen das Muster auf der Oberfläche des Fabricates durch Erhebung der Kette oder des Einschusses in Knoten oder kleinen Schlingen gebildet wird. Mein Webestuhl besteht eigentlich aus zwei Theilen oder Abtheilungen, von denen der eine den Zeug webt, und der andere die Muster erzeugt.

Der erste dieser Theile wird aus folgender Beschreibung der auf Taf. IV gegebenen Abbildungen Fig. 1, 2, 3 und 4 erhellen. Die vier Pfosten a, a, a, a des Gestelles sind durch die vier Querbalken b, b und an den Enden durch die vier horizontalen Balken c, c miteinander verbunden. v ist eine Platform, auf welcher der Weber steht; d die Walze oder der Baum, auf der das Kettengarn aufgewunden ist; e die Gewichte, die an Reibungsriemen, welche über die Häupter des Baumes d laufen, aufgehängt sind, und welche, obschon sie die Kette in gehöriger Spannung erhalten, derselben doch gestatten, sich so schnell abzuwinden, als sie durch den Einschuß ausgefüllt wird. f ist eine Walze, über die das Garn läuft, um eine andere Richtung anzunehmen; g der Brustbaum, über den der Zeug geführt ist; h der Zeugbaum, der das vollendete Gewebe aufnimmt. j ist ein Sperrrad und Getrieb; i ist ein Hebel, welcher die Bewegung von der Lade an den Zeugbaum fortpflanzt. Die Sperrer k, k dienen zur Fixirung des Baumes, während die Lade auf den Hebel i wirkt. l, l sind die Tritte, von denen aus durch die Riemen m, m die Bewegung an die Wellen o, o fortgepflanzt wird, die ihrerseits mittelst der Winkelräder p, p die Walzen q, q in Bewegung bringen. Diese lezteren Walzen stehen |194| durch die Riemen r, r mit den Lizen in Verbindung, welche die Kette zum Behufe des Durchganges der Schüze auf- und nieder ziehen. t, t sind Riemen, womit die Lizen an der von den Pfosten u getragenen Walze s aufgehängt sind. Leztere Walze dreht sich, je nachdem die Lizzen hinauf oder herab gezogen werden, nach entgegengesezten Richtungen um ihre Achse. v ist die Achse, an der sich die Lade schwingt; die sogenannten Schwerter oder Hängestäbe dieser lezteren sieht man bei w, w, und zwischen diesen Hängestäben läuft nach der Quere die Latte x hin. y ist das Laufbrett der Schüze, an welchem der untere Rand des Rietblattes befestigt ist, während dessen oberer Rand von der unteren Leiste z der Lade aufgenommen wird. Die Stangen p', p', denen die aus der Zeichnung ersichtliche Biegung gegeben ist, sind mit dem einen Ende an dem Pfosten a, mit dem anderen dagegen an dem Querbalken b fest gemacht. Die auf das Laufbrett geschraubten Pfosten q', q' bewegen sich an den Stangen p', p', um welche die Federn r', r' so gewunden sind, daß sie sich mit dem einen Ende gegen einen in die Stangen p', p' eingelassenen Zapfen, mit dem anderen hingegen gegen die Pfosten q', q' stemmen. Diese Federn sollen dem Gewichte der Lade entgegen wirken und sie daher für den Weber leichter beweglich machen. Die aus dem Brustbaume g hervorragenden Zapfen s', s' verhindern die Lade beim Einschlagen des Einschusses sich über einen bestimmten Punkt hinaus zu bewegen.

Die doppelten Schüzenbüchsen sind bei a' zu sehen. b', b' sind die Treibstangen (pecker rods or spindles), welche an den Pfosten c', c' fest gemacht sind, und auf denen sich die Schüzentreiber d', d', die durch die Schnüre e', e', e' mit dem Griffe f in Verbindung stehen, schieben. Die Schüzentreiber werden abwechselnd vorwärts getrieben, indem der Weber den Griff f' erfaßt; durch diese Bewegung gelangt die Schüze in die Büchse, welche sich dem in Bewegung gesezten Schüzentreiber gegenüber an dem Ende der Lade befindet. x', y' sind Rollen, deren Achsen mit Federn umgeben sind, und deren Geschäft es ist, die von dem Weber vorwärts getriebenen Schüzentreiber wieder zurükzuführen. Die Schüzentreiber sind zu diesem Zweke durch die Schnüre z', z' mit diesen Rollen x', y' verbunden.

Aus dem bisher Gesagten würde hervorgehen, daß nur eine einzige Schüze in Bewegung gesezt wird; da aber ihrer zwei benuzt werden sollen, so ist für einen Mechanismus gesorgt, durch den die beiden Schüzen abwechselnd vor die Schüzentreiber d', d' gebracht werden. g, g' sind V's, in denen sich die Schüzenbüchsen horizontal hin- und her bewegen. Zur Regulirung des Grades, in welchem diese Bewegung stattfinden soll, dienen die Schrauben h', h'. i', i', i', i sind Arme, welche von dem Schafte j' auslaufen, und deren untere Enden |195| durch Zapfenlöcher gehen, die in den eisernen, an den Boden der Schüzenbüchsen geschraubten Stüken l', l' angebracht sind. Die Schäfte j' werden von den Pfosten k', k' getragen. o' ist der Griff, womit der Weber, indem er demselben eine Schwingungsbewegung gibt, die Büchsen verschiebt.

Ich gehe nunmehr auf den zweiten Theil meines Webestuhles über, welcher hauptsächlich folgende drei Operationen zu verrichten hat. Er hat nämlich 1) die in den Mustern vorkommenden Abänderungen zu reguliren, die Federn und die Sperrstange zu adjustiren, die Haken oder Zähne emporzuheben, und den Einschuß auf deren Einwirkung vorzubereiten; er hat 2) die Haken zum Behufe der Erzeugung der Knoten, welche das Muster bilden, herabzusenken; und er hat 3) die Haken von den Knoten frei zu machen, und sowohl ihnen als auch anderen Theilen der Maschinerie zu gestatten, wieder in ihre frühere Stellung zurükzukehren.

Zur Erläuterung der ersten dieser Operationen dient folgendes. Die Rolle a'' bewegt sich um die Welle b'', welche von der Triebkraft der Fabrike her durch den Riemen c'' in Bewegung gesezt wird, und welche den zur Verrichtung der ersten Operation bestimmten Mechanismus in Gang sezt, sobald die Klauenbüchse d'' die Rolle a'' mit der Welle b'' verbindet. Die Klauenbüchse d'' sezt nämlich vermöge ihrer Hin- und Herbewegung durch die an der Welle b'' befindliche Patrone f'' die Rolle a'' in oder außer Verbindung mit der Welle b''. Um dieß zu bewerkstelligen, erhält die Klauenbüchse selbst ihre Bewegung durch eine Schiebstange g'', welche der Weber bei der Kugel h'' erfaßt, und die sich in den Pfosten i'', i'' nach Rechts zu schiebt, mitgetheilt. Hiedurch kommt ein Hebel in Thätigkeit, dessen längerer Arm j'' vermöge eines Zapfenloches, durch welches er geht, mit der Stange g'' in Verbindung steht. Die Welle k'' läuft in den Pfosten l'' in Zapfenlagern. m'' ist der kurze Arm des Hebels, der gegen die Feder n'' drükt und dadurch deren Spannkraft überwältigt. Der obere Theil dieser Feder n'' ist an dem Querbalken o'' fest gemacht, während dessen unteres Ende in einer in die Klauenbüchse d'' geschnittenen Furche spielt. p'' ist eine andere an der Feder n'' befestigte Feder, welche, wenn die Klauenbüchse d'' mit den aus der Rolle a'' hervorragenden Zapfen in Berührung gebracht worden, dieselbe an den Pfosten q'' sperrt, womit die Verbindung zwischen der Rolle a'' und der Klauenbüchse b'' sicher gestellt ist. r'' ist ein Zahnrad, welches in ein zweites Zahnrad s'' eingreift, und welches den an dessen Welle befindlichen Schaft t'' umtreibt. An diesem lezteren sind drei Wischer oder Muschelräder angebracht, welche die drei Hauptbewegungen der ersten Operation bewirken. Zwek der |196| ersten dieser Bewegungen ist Regulirung der in dem Muster vorkommenden Abänderungen, was auf folgende Weise bewerkstelligt wird. Der Arm u'' erhält durch das Muschelrad v'' eine schwingende Bewegung und dreht den Schaft w'' abwechselnd nach verschiedenen Richtungen um seine Achse. Von diesem Schafte w'' aus erstreken sich die Arme x'', x'', welche, wenn der Schaft sich umdreht, in Schwingung gerathen. Diese schwingende Bewegung wird von den Armen x'', x'' aus durch die Verbindungsstäbe y'', y'' an den Prismenrahmen z'', der sich um die Welle a³ bewegt, fortgepflanzt. t'' ist eine Feder, welche mit dem einen Ende an der Stange y'', mit dem anderen dagegen an dem Querbalken c festgemacht ist. Das Geschäft dieser Feder ist den Prismenrahmen wieder zurük zu führen, nachdem er von dem Muschelrade v'' vorwärts bewegt worden.

b ist ein vierseitiges Prisma, in dessen Seiten so viele Löcher gebohrt sind, als an irgend einem der Einschußfäden Knoten aufgehoben werden sollen, und deren Anzahl auch mit jener der Haken, welche in Thätigkeit kommen, correspondiren muß. An diesem Prisma bemerkt man ferner die Vorsprünge oder Zähne u', u', u', deren Aufgabe ist, in Löcher einzudringen, welche zu deren Aufnahme in dem Musterblatte angebracht sind, damit auf diese Weise die übrigen in dem Musterblatte befindlichen Löcher gerade über die Löcher des Prisma's zu stehen kommen. Der doppelte Sperrkegel c³ schwingt sich an einem Zapfen, durch den er mit dem Maschinengestelle in Verbindung steht. Das Prisma wird bei jeder Schwingung um den vierten Theil eines Umganges umgedreht, und zwar, indem der obere Haken des doppelten Sperrkegels c³ dasselbe an der einen Kante erfaßt, während der andere Theil herum geführt wird. Wenn das zu webende Muster zur Hälfte vollendet ist, so muß die Bewegung des Prisma's umgekehrt werden, damit das Musterblatt wieder zurükkehre. Es ist zu diesem Zweke an dem hervorragenden Arme des doppelten Sperrkegels c³ eine Feder befestigt, welche veranlaßt, daß der untere Haken des Sperrkegels auf das Prisma wirkt. Die Haken des doppelten Sperrkegels c³ drehen das Prisma um, indem sie auf die Reibungsrollen eines an dem Ende der Prismenachse aufgezogenen Rades d³ wirken. Dieses Rad kann aus zwei parallelen Platten bestehen, in welche einander gegenüber und den Eken des Prisma's entsprechend, vier Löcher gebohrt sind. Diese Löcher haben als Zapfenlager für vier kleine Cylinder oder Reibungsrollen, welche die Stelle der Zähne eines Sperrrades vertreten, zu dienen. e³ ist ein Tförmiges Stük aus Eisen oder einem anderen Metalle, welches sich auf geeigneten, an dem Prismenrahmen festgemachten Unterlagen bewegt. f³ ist eine um den gerade stehenden Theil des T gewundene Spiralfeder, |197| welche den Theil e³ gegen die Reibungsrollen des Rades d³ andrängt, damit das Prisma sich nicht anders, als in Folge der Einwirkung der Haken des doppelten Sperrkegels c³ umdrehen kann. g³, g³, g³ sind horizontale Drähte, deren eben so viele vorhanden seyn müssen, als in jede der Prismenseiten Löcher gebohrt sind, und mit denen eine solche Anordnung getroffen ist, daß sie sich in Löchern bewegen, welche in die an die Querriegel k³, l³ geschraubten Eisenplatten h³, i³, j³ gebohrt sind. Zwischen diesen Eisenplatten ist um jeden der horizontalen Drähte g³, g³, g³ eine Spiralfeder m³ gewunden, und an dem einen Ende mittelst eines in den horizontalen Draht eingesenkten Stiftes damit verbunden. Dieser Stift dient zugleich auch als Schulter, welche das Zurüktreten des horizontalen Drahtes über eine gewisse Distanz hindert. Das entgegengesezte Ende der Feder m³ stemmt sich gegen die Eisenplatte j³. Diese Feder weicht einem gelinden Druke, der auf das Ende des horizontalen, über den Querriegel l³ hinausragenden Drahtes g³ ausgeübt wird, und kehrt, sowie dieser Druk nachläßt, sogleich wieder in ihre frühere Stellung zurük. An dem Ende eines jeden der aus dem Querriegel k³ hervorragenden horizontalen Drähte befindet sich ein Oehr; und durch jedes dieser Oehre ist ein Draht n³ geführt, der an dem einen Ende hakenförmig gebildet ist. Diese Drähte n³, welche weiter unten noch ausführlicher beschrieben werden sollen, sind senkrecht über der Lüpfstange s³ geordnet.

Die Enden der horizontalen, über den Querriegel l³ hinausstehenden Drähte sind so geordnet, daß sie in die Löcher des Prisma's eindringen, wenn sich dieses gegen dieselben hin schwingt. Wenn nun der ganze Apparat bloß in dem bisher Beschriebenen bestünde, so ist offenbar, daß das Prisma b³ keine Wirkung auf die horizontalen Drähte g³, g³ ausüben könnte; denn da die Enden derselben bei jeder Schwingung von den entsprechenden Löchern des Prisma's aufgenommen werden würden, so würde kein Druk auf sie ausgeübt werden. Wenn dagegen jede Seite des Prismas, in dem Maaße als sie sich gegen die Enden der horizontalen Drähte bewegt, mit einem Musterblatte aus Pappendekel o³, in welches, gewissen horizontalen Drähten gegenüber, Löcher geschlagen sind, die den Löchern des Prisma's entsprechen, bedekt wird, so folgt hieraus nothwendig, daß alle die übrigen horizontalen Drähte vorwärts getrieben werden; daß also die mit ihnen in Verbindung stehenden Hakendrähte n³, n³ der Einwirkung der Lüpfstange entzogen werden; und daß mithin diese leztere bei ihrem Emporsteigen nur jene Hakendrähte n³, n³ aufheben kann, die nicht zurükgedrängt wurden, oder mit anderen Worten, deren horizontale Drähte den in das Musterblatt geschlagenen Löchern |198| gegenüber zu stehen kamen. Hienach erhellt, daß man durch gehörige Abänderung der Musterblätter jedes beliebige Muster hervorzubringen im Stande ist.

Die nächstfolgende Bewegung besteht im Aufheben der Haken, und in der Vorbereitung des Einschusses auf die Einwirkung der Haken. Der hiezu dienende Mechanismus ist folgender. Der Arm p³ wird durch das Muschelrad q³ in Schwingung versezt. Hiedurch wird der Schaft r³ um seine Achse gedreht, und die Lüpfstange s³, die durch die Arme t³ und die Stäbe u³, u³ mit dem Schafte r³ in Verbindung steht, aufgehoben, wobei sie jene Hakendrähte n³, n³, die nicht von den horizontalen Drähten vorwärts getrieben wurden, mit sich führt. Die Hakendrähte n³, n³ stehen durch ein Gefüge mit den Hebeln v³, v³ in Verbindung, und ziehen jenes Ende dieser lezteren, an welchem sie festgemacht sind, empor. Die Drehpunkte dieser Hebel befinden sich in w³, w³. Die Zahnstange x³ ist mit entsprechenden Führern ausgestattet, und zwischen diesen spielen die Hedelenden während ihrer Auf- und Niederbewegung. Die senkrechten Drähte y³, y³ sind an ihren unteren Enden mittelst eines Angelgewindes an den Hebeln v³, v³, an ihren oberen Enden dagegen an den Haken oder Zähnen z³, z³ festgemacht, so daß sie also von den Hebeln v³, v³ her die Bewegung an diese Haken fortpflanzen. Die Haken z³, z³ bilden jeden vierten Zahn des Rietblattes, und sind so eingerichtet, daß sie sich in den Bändern des Rietblattes in senkrechter Richtung hin- und her bewegen können. Ihren Bau und ihre Gestalt ersieht man deutlicher aus Fig. 6. Zu jeder Seite eines solchen Hakens ist ein oben schräg abgedachtes Metallstük a⁴ angebracht, dessen Aufgabe es ist, die Kettenfäden beim Emporsteigen der Haken von einander zu trennen, damit sich die Spizen der Haken, wenn sich diese nach Abwärts bewegen, nicht in die Kettenfäden verwikeln.

Das Rietblatt ist dem an anderen Webestühlen gebräuchlichen ähnlich: mit dem Unterschiede jedoch, daß jedem dritten Zahne desselben zunächst einer der beweglichen, auf den Einschuß wirkenden Zähne angebracht ist. Die Zahl der beweglichen Zähne und mithin auch jene der zwischen ihnen befindlichen festen Zähne ist durch das zu erzeugende Fabricat bedingt. So kann man z.B. anstatt der drei oben erwähnten drei festen und des vierten beweglichen Zahnes vier oder mehrere feste und dann erst einen beweglichen Zahn anbringen. In Fig. 4, wo das Rietblatt deutlicher zu sehen ist, sind b⁴, b⁴, b⁴ die festen und z³ die beweglichen Zähne. Was jenen Theil des Rietblattes betrifft, der zur Fixirung der Zähne bestimmt ist, so weicht dieser einigermaßen von jenem ab, den man an dem gewöhnlichen Rietblatte findet. Es ist nämlich an dem oberen sowohl als an dem |199| unteren Rande für zwei eiserne Bandstreifen gesorgt, zwischen welche die Zahnenden eingesezt werden. An beiden Seiten eines jeden der beweglichen Zähne befindet sich sowohl an dem unteren, als an dem oberen Rande der beiden Bänder ein Ausschnitt. Die Zähne werden mittelst eines Drahtes, der zwischen ihnen gehörig um die Bänder gewunden ist, in diesen fixirt; und da dieser Draht von den Ausschnitten aufgenommen wird, so können die beweglichen Zähne weder durch die Bewegungen des Webestuhles, noch auf andere Weise in Unordnung gerathen. Die festen Zähne werden mittelst einer Löthung oder auch auf irgend eine andere Weise an ihrem oberen Ende miteinander verbunden, damit sie nicht ausfallen können, im Falle sie durch den zwischen ihnen herumgewundenen Draht nicht genug fixirt wären.

Von dem Schafte r³, welcher in der Zeichnung durch den Arm t³ verstärkt wird, läuft ein diesem lezteren ähnlicher Arm c⁴, an welchem ein Riemen d⁴ festgemacht ist. Auf diese Weise wird, wenn der Schaft r³ um seine Achse umläuft, die Rolle e⁴ in Bewegung gesezt. In die Kerbe, welche in den Umfang dieser lezteren geschnitten ist, fällt, wenn die Rolle den durch den Riemen d⁴ veranlaßten Theil eines Umganges vollbracht hat, eine Feder f⁴ ein, so daß sich die Rolle nicht bewegen kann, wenn der Riemen d⁴ erschlafft wird, während der Schaft r³ umläuft, um die Lüpfstange s³ herabzusenken. Der Riemen g⁴ pflanzt die Bewegung von der Rolle e⁴ an den Schaft h⁴ fort; zur Leitung desselben dient eine kleine an der Achse der Lade angebrachte Rolle w', damit er während der Schwingungen der Lade in gleichmäßiger Spannung verbleibe. An dem Schafte h⁴ sind drei Däumlinge oder Muschelräder i⁴, i⁴, i⁴ angebracht, welche die über ihnen befindlichen drei senkrechten Stangen j⁴, j⁴, j⁴ in eine Bewegung nach Aufwärts versezen. An dem oberen Ende dieser Stangen befindet sich ein Metallstük k⁴, welches ich den Läufer (race piece) nenne, und welches, während die beweglichen Haken auf den Einschuß wirken, von den Stangen j⁴, j⁴ so emporgehoben wird, daß es das untere Blatt der Kette berührt. In den gegen das Rietblatt zu gekehrten Rand des Läufers sind Spalten l⁴, l⁴ geschnitten, welche in Hinsicht auf Anzahl und Stellung mit den beweglichen Zähnen correspondiren, und durch welche die hakenförmigen Theile dieser lezteren gehen, wenn sich die Zähne in den Bändern des Rietblattes auf- und nieder bewegen. Der Läufer k⁴ trägt den Einschuß, während die Haken auf ihn wirken, wodurch die Knoten eine gleichmäßige Länge bekommen. Der Riemen m⁴ pflanzt die Bewegung, die er von der Rolle e⁴ erhält, mittelst des Armes o⁴, an dem er festgemacht ist, an den Schaft n⁴ fort, der sich der Quere nach durch die |200| Maschine erstrekt, und der von den Pfosten p⁴, p⁴ getragen wird. An diesem Schafte sind die Metallstüke q⁴, q⁴, welche die aus Fig. 4 und 5 zu ersehende Gestalt haben, angebracht. Auf der oberen Fläche derselben sind die aufrechten Stüke r⁴, r⁴, welche als Träger und Leiter für die Drähte s⁴, s⁴ dienen, festgemacht. Die Drähte schieben sich nämlich in Löchern, welche sich an den oberen Enden der Stüke r⁴, r⁴ befinden. An den Drähten s⁴, s⁴ sind mittelst einer Schraube die Arme t⁴, t⁴ befestigt, welche sich in Spalten, die zu diesem Zweke in die Metallstüke q⁴, q⁴ geschnitten sind, bewegen. Zwischen den Armen t⁴ und dem aufrechten Stüke r⁴ ist um die Drähte eine Spiralfeder u⁴ gewunden. Der Hebel v⁴, der seinen Drehpunkt in w⁴ hat, ist an dem einen Arme durch ein Gelenk x⁴ mit dem Stüke y⁴ so verbunden, daß lezteres nicht unter eine horizontale Linie herabsinken kann. z⁴ ist ein Vorsprung an dem Schafte n⁴; und a⁵ ist ein solcher an dem Laufbrette y. b⁵ ist eine Spiralfeder, welche mit dem einen Ende an dem Hebel v⁴, mit dem anderen dagegen an dem Brustbaume festgemacht ist. c⁵ ist eine um den Schaft n⁴ gewundene Spiralfeder, die mit dem einen Ende an dem Schafte, mit dem anderen aber gleichfalls an dem Brustbaume befestigt ist.

Die Aufgabe dieses Apparates ist, den Einschuß unter die Haken zu treiben, damit diese zum Behufe der Knotenbildung auf ihn einwirken. Bewerkstelligt wird dieß auf folgende Weise. Der Riemen m⁴ zieht den Apparat auf gleiche Höhe mit der oberen Fläche des Laufbrettes herab, und bewirkt dadurch, daß die Spizen der Drähte s⁴, s⁴ sich hinter dem Einschusse herab bewegen. Der gleichzeitig sich umdrehende Schaft gestattet dem kurzen Arme y⁴ des Hebels v⁴ in horizontale Stellung herab zu fallen. Die Lade bewirkt, indem sie sich nach Vorwärts bewegt, bis sie auf die aus der unteren Seite der Metallstüke q⁴, q⁴ hervorragenden Aufhälter d⁸, d⁸ trifft, daß der Vorsprung a⁵ gegen die Seite des Armes y⁴ schlägt, wodurch der andere Arm des Hebels und die Drähte s⁴, s⁴ gegen das Rietblatt nach Vorwärts getrieben werden, und der Einschuß von ihnen unter den Bereich der Haken gebracht wird.

Die dritte Bewegung adjustirt die Aufhaltstange und die Federn, welche die Hebel tragen und sie hindern, wegen ihrer eigenen Schwere herabzufallen, sobald die Lüpfstange, von der sie emporgehoben werden, an ihre Stelle zurükkehrt. Der Arm e⁸ erhält seine Bewegung von dem Wischer oder Muschelrade d⁵ und treibt den Schaft e⁵. Die Verbindungsstangen g⁵, g⁵ sind an dem einen Ende an die Arme f⁵, f⁵, an dem anderen hingegen an die Hebel h⁵, h⁵ gefügt. Die geradestehenden Stangen i⁵, i⁵ welche sich in senkrechter Richtung abwechselnd in entsprechenden Trägern hin- und herschieben, tragen die |201| Aufhaltstange j⁵, welche die von dem Cylinder herabgetriebenen Hebel aufnimmt, und auf solche Weise den Grad der den Haken oder Zähnen z³, z³ mitgetheilten Bewegung regulirt. k⁵, k⁵ sind Federn, die vor den Hebeln v³ senkrecht geordnet und am Grunde der Aufhaltstange j⁵ festgemacht sind. Die Enden der Hebel v³ ruhen auf diesen Federn und werden von ihnen getragen. Die Federn geben jedem Druke nach Aufwärts, welcher auf die entgegengesezten Enden der Hebel v³ ausgeübt wird, nach, und gestatten ihnen, auf die Aufhaltstange herabzusinken. Wenn die Hebel auf die Aufhaltstange j⁵ treffen, so fangen die Schultern der Federn die Enden derselben, so daß sie durch den Widerstand, den der Einschuß leistet, wenn die beweglichen Haken oder Zähne z³ auf ihn wirken, nicht emporgehoben werden. Wenn die Haken durch die Bewegung der Hebel herabgetrieben werden, so wirken sie auf den Einschuß, indem sie ihn in die ihnen entsprechenden, in das Laufstük geschnittenen Spalten drängen und dadurch die Knoten, aus denen das Muster besteht, erzeugen.

Die an dem Schafte t⁴ befindlichen Wischer oder Muschelräder sollen einen solchen Bau haben, daß sie die drei Hauptbewegungen der ersten Operation bewirken; nämlich: das Prisma wird zuerst vorwärts bewegt, um die Hakendrähte zurükzutreiben; die Lüpfstange, die Federn und die Aufhaltstange steigen gleichzeitig empor, und unmittelbar nachdem die Lüpfstange am Orte ihrer Bestimmung angelangt ist, kehrt sie wieder dahin zurük, von wo sie ausgegangen; das Prisma kehrt, wenn die Lüpfstange sich herabgesenkt hat, wieder in seine frühere Stellung zurük.

Wenn die erste Operation beendigt ist, so läßt der aus dem Zahnrade s'' hervorragende Zapfen z⁶ die Feder p'' los, wodurch auch die Feder n'' nachgelassen wird, so daß vermöge ihrer Spannkraft die Klauenbüchse d'' von den aus der Rolle a'' hervorragenden Zapfen a'' abgezogen, und mithin die Verbindung dieser Rolle mit der Welle b'' aufgehoben wird. Nachdem dieß erfolgt ist, trifft der aus dem Muschelrade v'' hervorragende Zapfen a⁷ gegen eine an der aufrechten Stange befindliche Schulter b⁷, damit das Muschelrad sich nicht allenfalls durch sein Bewegungsmoment über einen bestimmten Punkt hinaus bewegen kann.

Da die Schüze nothwendig soviel Einschuß liefern muß, als zur Bildung der Knoten erforderlich ist, so müssen die beweglichen Zähne, damit sie bei ihrer absteigenden Bewegung den Einschuß nicht durchschneiden, einer nach dem anderen auf den Einschuß wirken. Dieß vollbringt die zweite Operation der Maschinerie, die aus Folgendem erhellt. An der Welle m⁵, die ihre Bewegung von der Haupttriebkraft her mitgetheilt erhält, läuft die Rolle l⁵, die durch die Klauenbüchse |202| n⁵, welche einer horizontalen Hin- und Herbewegung fähig ist, mit der Welle m⁵ verkuppelt oder aus der Verkuppelung gebracht wird. Die hiezu erforderliche Bewegung erhält die Klauenbüchse mittelst der Schiebstange o⁵, welche der Weber bei der Kugel p⁵ erfaßt, um sie nach Rechts zu bewegen. Hiedurch wird nämlich ein Hebel bewegt, dessen langer Arm q⁵ mit der Stange o⁵ in Verbindung steht, und zwar indem er durch ein an dieser befindliches Zapfenloch geht. Dieser Hebel hat seinen Drehpunkt in r⁵; sein kürzerer Arm s⁵ drängt sich gegen die Feder u⁵ und überwältigt dadurch deren Spannkraft. Die Feder ist an einem Pfosten des Maschinengestelles befestigt, und zwar so, daß ihr anderes Ende in einer an der Klauenbüchse n⁵ befindlichen Spalte spielt. Der Hebel v⁵ läuft quer durch die Maschine und hat, wie man in Fig. 8 sieht, seinen Drehpunkt in w⁵. Die an dem Gestelle befestigte Spiralfeder y⁵ zieht jenen Hebelarm, an welchem sie festgemacht ist, nach Aufwärts. Wenn die Feder u⁵ durch den kurzen Hebelarm s⁵ so in Thätigkeit gesezt wird, daß sie die Klauenbüchse n⁵ mit der Rolle l⁵ in Berührung bringt, so wird der Hebel v⁵ nach Aufwärts gezogen, wo er sich dann gegen den an der Seite der Feder u⁵ hervorragenden Zapfen z⁵ stemmt, und dadurch die Verbindung zwischen der Rolle l⁵ und der Welle m⁵ sicher macht. Die Cylinder abc⁶, welche horizontal und der Quere nach an dem Webestuhle in dem Gestelle d⁶ angebracht sind, ruhen auf den Querbalken b, b, und zwar laufen die Enden ihrer Achsen in den Unterlagen oder Anwellen e⁶, Fig. 7. In die Oberfläche dieser Cylinder sind in gehöriger Stellung zu einander die Zähne oder Zapfen f⁶, f⁶ eingesezt. Wenn der Cylinder a⁶ umläuft, so trifft der erste seiner Zapfen auf den ersten oder äußeren der Hebel v³, wodurch dessen entgegengeseztes Ende auf die Aufhaltstange herabgedrükt wird. Der zweite Zapfen trifft im nächsten Augenblike auf den zweiten Hebel u.s.f., bis jeder der Zapfen auf den ihm entsprechenden Hebel gewirkt hat, und bis dadurch nacheinander die damit in Verbindung stehenden beweglichen Zähne zum Behufe der Bildung der Knoten in die für sie bestimmte Spalte des Laufbrettes eingedrungen sind.

Es würde zu allen Zweken, zu denen der Webestuhl bestimmt ist, ein einziger Cylinder ausreichen, wenn man leicht einen solchen von gehöriger Größe herstellen könnte. Da jeder der in den Cylinder eingesezten Zapfen sowohl in horizontaler Richtung, als auch nach der Längenrichtung eine bestimmte Entfernung von dem nächststehenden Zapfen haben muß; da die Longitudinal-Entfernungen zwischen ihren Mittelpunkten den Entfernungen zwischen den Mittelpunkten der ihnen entsprechenden Hebel gleich seyn müssen; und da sich jeder Zapfen durch einen gewissen Kreisbogen bewegen muß, um dem Hebel, |203| auf den er wirkt, bevor noch der nächstfolgende Zapfen auf den nächsten Hebel zu wirken beginnt, einen gehörigen Grad von Bewegung mitzutheilen, so müßte der Cylinder nothwendig sehr groß seyn. Ich bediene mich daher je nach der Breite des Webestuhles lieber dreier oder mehrerer solcher Cylinder, von denen einer immer umzulaufen beginnt, wenn der nächstvorhergehende einen Umgang vollbracht hat. Jeder der Cylinder muß aber einen ganzen Umgang vollbracht haben, bevor der folgende sich umzudrehen beginnt, damit die Zapfen des zweiten nicht eher zu wirken beginnen, als bis alle Zapfen des ersten die ihnen zuständige Wirkung ausgeübt haben. An dem Ende der Welle des ersten Cylinders ist ein Metallstük, ein sogenannter Hund (dog) befestigt, aus dessen Ende ein Stift oder Zapfen hervorragt. An dem gegen das Ende der Welle des ersten Cylinders hin gerichteten Ende der Welle des zweiten Cylinders ist eine Scheibe mit einem vorspringenden Rande befestigt, und in diesem Randvorsprunge ist eine Spalte von solcher Ausdehnung angebracht, daß sich das Ende eines Däumlinges, dessen entgegengeseztes Ende sich an der Welle schwingt, durch ein Kreissegment bewegen kann. Aus dem Baue des Hundes und des Däumlinges folgt, daß, wenn die Bewegung der Cylinder umgekehrt wird, der Däumling sich gegen das Ende der Spalte in einer bestimmten Stellung befindet; und daß, wenn sich der Cylinder a⁶ nach der entgegengesezten Richtung bewegt, der Hund herumläuft und gegen die entgegengesezte Seite des Däumlinges schlägt, wo dann dieser sich an das entgegengesezte Ende der Spalte bewegt und dem Mittelpunkte des Hundes gestattet, einen vollkommenen Kreisbogen zu beschreiben, bevor er den Cylinder b⁶ in Bewegung sezt. Zwischen dem zweiten und dritten Cylinder ist eine ähnliche Vorrichtung angebracht. Der erste Cylinder bringt auf solche Weise, nachdem er seinen Umlauf vollbracht, den Cylinder b⁶ in Bewegung, und dieser sezt, nachdem seine Zapfen auf die ihnen entsprechenden Hebel gewirkt haben, d.h. nachdem er einen vollkommenen Umgang gemacht, den Cylinder c⁶ in Thätigkeit, dessen Zapfen dann gleichfalls auf die ihnen correspondirenden Hebel wirken. Wenn der Cylinder c⁶ endlich seinen Umlauf vollbracht hat, so wirkt der in dem Ende des Metallstükes h⁶ befindliche Zapfen g⁶ auf den Hebel i⁶, der seinerseits mittelst des Verbindungsdrahtes j⁶ einen Arm des Hebels v⁵ emporzieht. Die Folge hievon ist, daß das andere Ende dieses lezteren Hebels herabsinkt, wodurch die Feder u⁵ frei wird, und mithin vermöge ihrer Federkraft die Klauenbüchse n⁵ von den aus der Rolle l⁵ hervorragenden Zapfen frei macht, so daß die Verbindung zwischen der Rolle l⁵ und der Welle m⁵ aufgehoben ist. k⁶ ist ein Fänger, der eine Schulter des Aufhälters m⁶ erfaßt, und |204| dadurch die Cylinder hindert, sich in Folge des von ihnen erlangten Bewegungsmomentes nach Aufhebung der Verbindung zwischen der Rolle l⁵ und der Welle m⁵ über einen bestimmten Punkt hinaus zu drehen. Der senkrechte Hebel l⁶, der seinen Drehpunkt in dem Maschinengestelle hat, steht an seinem unteren Ende mit dem Fänger k⁶ in Verbindung. Seine Aufgabe ist diesen lezteren von der Schulter des Aufhälters m⁶ abzuziehen, damit sich der Cylinder wieder umdrehen kann, wenn dieß zum Behufe seiner Einwirkung auf die Hebel erforderlich ist; seine Bewegung erhält er durch einen an der Verbindungsstange y'' befindlichen Zapfen. Die an dem Fänger k⁶ angebrachte Feder n⁶ läßt ersteren nicht wieder unter die Schulter des Aufhälters m⁶ zurükgelangen, und läßt auch den Cylinder c⁶ nicht zurükweichen, wenn die Schulter des Aufhälters m⁶ auf obige Weise gegen den Fänger k⁶ trifft. Die Federn p⁶, p⁶ sind mit dem einen Ende an dem Pfosten q⁶, mit dem anderen hingegen an den Fängern k⁶, o⁶ festgemacht, damit diese unter die Schultern des Aufhälters m⁶ gebracht werden. Das Zurükweichen des Cylinders a⁶ ist dadurch verhütet, daß ein aus seinem rechten Ende hervorragender Zapfen r⁶ gegen einen an der oberen Seite des Hebels u⁶ befindlichen Vorsprung s⁶ trifft. Der Hebel u⁶, der seinen Drehpunkt in t⁶ hat, wird von einer Feder, die an ihm und dem Gestelle festgemacht ist, emporgehalten.

Die dritte Operation, welche darin besteht, daß die Haken von den Knoten frei gemacht werden, und daß sowohl sie als die übrigen Theile der Maschine wieder in ihre frühere Stellung zurükkehren, wird aus Folgendem erhellen. Der Weber drükt mit dem Fuße auf den Tritt v⁶ und hebt die Aufhaltstange j⁵ empor. Hiedurch treibt diese die auf ihr ruhenden Enden der Hebel v³, v³ und die mit ihnen verbundenen beweglichen Zähne empor. Bevor der Weber jedoch den Fuß auf den Tritt v⁶ sezt, kreuzt er zum Behufe der Fixirung der Knoten die Kettenfäden, während er zugleich die Haken hindert, bei ihrem neuen Aufsteigen einen Theil des Einschusses mit sich zu nehmen. Hierauf wird die Lade zurükbewegt, um die Haken von dem Einschusse so zu entfernen, daß sie bei der Rükkehr in ihre frühere Stellung nicht auf ihn zu wirken vermögen. Sodann läßt der Weber, indem er den Fuß von dem Tritte v⁶ entfernt, die Aufhaltstange herabsinken: eine Bewegung, welche durch die Feder x⁶ begünstigt wird. y⁶ ist eine Stange, welche an Pfosten, die an der Aufhaltstange befestigt sind, angebracht und horizontal über die Enden der Hebel v³, v³ geführt ist; ihre Aufgabe ist zu bewirken, daß sich alle Hebel v³ nach Abwärts bewegen, im Falle einer derselben dadurch zurükbleiben sollte, |205| daß sich die mit ihm verbundenen Haken in dem Rietblatte oder in der Kette verhängen.

Durch das Herabdrüken des Trittes v⁶ bewirkt der Weber auch noch zwei andere Operationen. Durch die erste dieser Operationen wird nämlich das Laufstük k⁴ herabgedrükt, und dafür der Apparat, der den Einschuß unter den Bereich der Haken bringt, empor bewegt. Durch die zweite werden die Muschelräder von der Aufhaltstange befreit, und um etwas Weniges umgedreht, so daß der Arm e⁸ auf seine tiefste Stellung an dem Muschelrade herab gelangen kann. Das Niederdrüken des Laufstükes k⁴ und das Emporsteigen des Apparates, der den Einschuß unter den Bereich der Haken bringt, läßt sich folgendermaßen beschreiben. Der Arm c⁷, der sich mit dem Schafte oder mit der Welle e⁵ bewegt, drükt auf die Feder f⁴ und befreit sie von der Rolle e⁴. Die hiedurch frei werdende Feder c⁵ wirkt auf den Schaft n⁴ und schnellt den Apparat, der den Einschuß unter die Haken bringt, empor. Zugleich zieht aber die Feder f⁸ den Riemen g⁸ herab, wodurch der Schaft h⁴ und die an ihm befindlichen Muschelräder i⁴ zurükgedreht werden, so daß das Laufstük in Folge seiner eigenen Schwere herabfallen kann. Die Befreiung der Muschelräder von der Stange b⁷ und das Umdrehen derselben um eine kleine Streke, so daß der Arm e⁸ auf seine niedrigste Stellung an dem Muschelrade herab gelangt, wird auf folgende Weise bewirkt. Der mit der Welle e⁵ umlaufende Wischer d⁷ wirkt auf die aufrechte Stange b⁷ und macht den Zapfen a⁷ von dem an dieser Stange befindlichen Vorsprunge frei. Die Stange b⁷ dreht mittelst eines Hakens e⁷, welcher an das obere Ende dieser Stange gefügt ist, und einen aus dem Muschelrade i⁴ hervorragenden Zapfen erfaßt, die Muschelräder oder die Wischer etwas weniges um ihre Achse, so daß der Arm e⁸ an den kleinen Theil seines Muschelrades herab gelangen kann, wo dann der Weber seinen Fuß von dem Tritte v⁶ hebt, damit die Haken herabsinken.

Wenn der Weber den Fuß von dem Tritte v⁶ entfernt, gehen noch zwei andere Operationen von Statten. Durch die eine wird der Vorsprung s⁶ des Hebels u⁶ von dem Zapfen v⁶ entfernt, damit der Cylinder a⁶ umlaufen kann, wenn dessen Bewegung umgekehrt wird. Durch die andere wird zwischen gewissen Theilen der Maschinerie eine Verbindung hergestellt, in Folge deren die Cylinder a⁶, b⁶ eine umgekehrte Bewegung mitgetheilt erhalten. Erstere Operation wird dadurch bewerkstelligt, daß, während die Welle e⁵ umläuft, der Arm f⁷ das gebogene Ende des Hebels u⁶ herabdrükt, so daß der Aufhälter r⁶ den Vorsprung s⁶ losläßt. Die zweite Operation hingegen wird aus Folgendem erhellen. An der Welle e⁵ ist ein Arm g⁷ befestigt, in dessen Ende sich eine Zunge h⁷ befindet, auf welche die Feder i⁷ auf |206| ähnliche Weise wirkt, auf welche die Feder eines Federmessers auf die Klinge zu wirken pflegt. Diese Feder gibt, wenn die Welle in Folge des Drukes, den der Weber mit seinem Fuße auf den Tritt ausübt, umläuft, nach, so daß die Zunge unter das Ende des Hebels k⁷ gelangen kann. Bei der rükgängigen Bewegung der Welle e⁵ treffen, wenn der Weber den Fuß vom Tritte entfernt, die Enden der Zunge h⁷ gegen das Ende des Hebels k⁷, wo dann der entgegengesezte Arm nach der entgegengesezten Richtung bewegt und der Hebel l⁷ frei wird. Dieser Hebel wird dann durch die Feder m⁷ seitwärts gezogen, so daß die Klauenbüchse n⁷ mit den aus dem Zahnrade o⁷ hervorragenden Zapfen in Berührung kommt, und das Rad, welches sonst an der Welle umläuft, nunmehr an der Welle m⁵ festgemacht wird. Der Hebel l⁷ hat seinen Drehpunkt an einem Pfosten und ist an seiner Mitte mit einem Vorsprunge ausgestattet, welcher in einer in der Klauenbüchse n⁷ befindlichen Spalte spielt. Das an der Rolle l⁵ befindliche Zahnrad p⁷ greift in ein anderes an dem Ende der Welle r⁷ angebrachtes Zahnrad q⁷; und an dem entgegengesezten Ende dieser Welle r⁷ befindet sich ein Zahnrad s⁷, welches in ein kleines Getrieb t⁷ eingreift. Lezteres greift in das Rad o⁷, und treibt dasselbe in einer der Umlaufsbewegung des Rades p⁷ entgegengesezten Richtung um. Diese Methode, die Bewegung umzukehren, verdient vor der Anwendung der Winkelräder den Vorzug, wenn die Geschwindigkeit der umgekehrten Bewegung vermindert werden soll.

Aus dem Gesagten erhellt, daß, wenn das Räderwerk o⁷ mittelst der Klauenbüchse n⁷ mit der Welle m⁵ in Verbindung gesezt ist, die Cylinder eine umgekehrte Bewegung mitgetheilt erhalten. Der Zwek dieses Zurüklaufens der Cylinder ist eine Umkehrung der Stellung der Hunde gegen die in den Spalten der zwischen den Cylindern angebrachten Scheiben spielenden Däumlinge zu bewirken, damit der erste Cylinder, wenn er neuerdings wieder in Bewegung gesezt wird, einen ganzen Umlauf vollbringen kann, bevor er den zweiten Cylinder in Bewegung bringt; und damit der zweite einen ganzen Umgang zurüklegt, bevor er den dritten zum Umlaufen veranlaßt u.s.f. Es versteht sich von selbst, daß der lezte der Cylinder nicht zurükzulaufen braucht.

Es bleibt nunmehr nur mehr jener Theil der Maschinerie zu beschreiben, der die Klauenbüchse n⁷ von dem Zahnrade o⁷ zurükzieht und die Verbindung zwischen der Welle m⁵ und dem Zahnrade o⁷ aufhebt. u⁷ ist ein Muschelrad, welches an der Welle jenes Cylinders aufgezogen ist, der dem lezten in der Cylinderreihe zunächst ist. Das Stük (pitman) v⁷ schiebt sich in einem Lager w⁷; das eine Ende desselben ist dem Muschelrade u⁷ dargeboten, das andere dagegen |207| steht mit zwei Kurbelstüken (toggles) x⁷, y⁷ in Verbindung Das Ende des Kurbelstükes x⁷ ist an einen an dem Gestelle befestigten Träger gefügt; das Ende des Kurbelstükes y⁷ dagegen ist an das Ende einer langen Stange z⁷ gefügt. Das andere Ende dieser Stange, welche sich in den Trägern a⁸, b⁸ schiebt, ist durch ein Gefügt mit dem Hebel l⁷ verbunden. In dem Augenblike, wo der Cylinder, mit dem das Muschelrad u⁷ in Verbindung steht, einen Umlauf vollendet, treibt das Muschelrad das Stük v⁷ heraus, wodurch die Kurbelstüke gerade gezogen und die Stange z⁷ nach der Länge verschoben werden. Die Stange bewegt dann den Hebel l⁷, der die Klauenbüchse n⁷ von den Zapfen des Rades o⁷ zurükzieht. Wenn der Hebel l⁷ seitwärts bewegt wird, wie dieß oben gezeigt wurde, so zieht die Feder c⁸ den Hebel k⁷ nach Einwärts, und dadurch wird dessen Ende gegen das Ende des Hebels l⁷ gebracht, so daß die Klauenbüchsen n⁷ nicht mehr an die Zapfen des Zahnrades o⁷ zurükkehren kann.

Das Spiel des Webestuhles ist folgendes. Der Weber steigt auf die in der Mitte des Webestuhles befindliche Platform und erfaßt die obere Latte der Lade bei dem Griffe o' mit seiner linken, den Griff f' hingegen mit der rechten Hand. In dieser Stellung öffnet er, indem er mit den Füßen auf die Tritte l, l wirkt, die Kette zum Behufe der Aufnahme der Schüze, die er unmittelbar darauf mit der rechten Hand auswirft, während er mit seiner Linken nach der beim gewöhnlichen Weben üblichen Methode die Lade in Bewegung sezt und die Schüzen schwingt. Wenn auf diese Weise so viel Einschußfäden eingewebt worden, als zwischen jene Fäden, die' aufgehoben werden müssen, kommen sollen, so bringt der Weber die Schüze mit dem groben Einschusse in die zur Rechten der Lade befindliche Schüzenbüchse, oder mit anderen Worten in die Büchse an jenem Ladenende, welches dem Ende, an dem die Haken oder die beweglichen Zähne auf den Einschuß zu wirken beginnen, gegenüber liegt. In diesem Zustande fährt er fort, mit dem Fuße auf den Geschirrtritt zu drüken, um eine weite Oeffnung zwischen den Kettenfäden herzustellen. Wenn nun die erste Abtheilung des Webestuhles auf dieses Stadium ihrer Thätigkeit gelangt ist, so ergreift der Weber mit seiner rechten Hand die Kugel h'' und stellt die Verbindung zwischen der Treibrolle und jener Maschinerie her, welche die Veränderungen im Muster regelt, die Federn und die Aufhaltstange regulirt, die Haken emporhebt, und den Einschuß für die Einwirkung der Haken vorbereitet. In dem Augenblike, wo diese Operation beendigt ist, bewegt er, um die Haken über den Einschuß zu bringen, die Lade vorwärts, bis sie gegen die Vorsprünge b⁵, b⁵ anschlägt, wo er dann die Kugel p'' erfaßt, und den Cylinder, der die Haken |208| herabsenkt, in Bewegung bringt. Unmittelbar nach Beendigung dieser Operation kreuzt er zum Behufe der Fixirung der Knoten die Kette mittelst seines linken Fußes, während er mit dem rechten Fuße auf den Tritt v⁶ drükt, um die Haken wieder emporzuheben. Ist dieß geschehen, so bewegt er die Lade zurük, um die Haken von den Knoten zu entfernen, worauf er den Tritt v⁶ verläßt, so daß die Theile wieder in die Stellung zurükkehren, in der sie sich anfangs befanden.

Als meine Erfindungen erkläre ich: 1) das Aufheben der Knoten oder Schlingen, aus denen das Muster auf der Oberfläche des Zeuges hervorgebracht wird, mittelst einer Reihe beweglicher Zähne oder Haken. 2) die Unterstüzung des Einschusses während der Thätigkeit der beweglichen Zähne oder Haken und dadurch die Regulirung der Länge der Knoten mittelst einer Stange oder eines Laufstükes von der beschriebenen Art. 3) die Theilung der Kettenfäden mittelst schräg abgeschnittener, an den Seiten der beweglichen Zähne oder Haken angebrachter Metallstüke, wodurch verhütet wird, daß sie die Fäden erfassen und abreißen. 4) einen oder mehrere Cylinder, welche mit Zapfen und mittelst eines eigenen Zwischenmechanismus nacheinander auf die Haken wirken und sie veranlassen, die das Muster bildenden Knoten oder Schlingen aufzuheben. 5) die Anwendung eines Prisma's zur Regulirung der Thätigkeit der Zähne oder Haken.

Obwohl die Zeichnungen, welche das London Journal von diesem sehr complicirten Webestuhle gibt, sehr unvollständig sind, und viele der Theile, auf welche sich in der Beschreibung bezogen wird, gänzlich fehlen, während andere nicht mit den entsprechenden Buchstaben bezeichnet scheinen, erlauben wir uns doch, das ganze Patent bekannt zu machen, da wenigstens einige der von dem Patentträger in Anwendung gebrachten Mechanismen daraus hervorgehen und für Sachverständige von Nuzen seyn können.

A. d. R.

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