Titel: Tweeddale's Maschine zur Verfertigung.
Autor: Marquis, Georg
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LVII. (S. 272–281)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/ar072057

LVII. Verbesserte Methode Dachziegel, Ziegel zu Dachrinnen und Baksteine zu verfertigen, worauf sich Georg Marquis von Tweeddale am 9. Dec. 1837 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. April 1839, S. 193.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Ich beschreibe zuerst den auf die Fabrication von Rinnenziegeln (draining tiles) bezüglichen Theil meiner Erfindung, wobei ich vorläufig nur bemerke, daß der Thon vorher eine Zubereitung bekommen haben muß, welche ich später angeben werde.

Der zur Fabrication dieser Ziegel bestimmte Apparat besteht aus einem Rahmen aus Gußeisen oder irgend einem anderen geeigneten Materiale, der in den beigegebenen Fig. 1, 2, 3 mit A bezeichnet ist, und welcher zu den später anzugebenden Zweken auf Räder gestellt ist. B, C sind zwei gußeiserne Cylinder von 18 Zoll Durchmesser und gleicher Länge, zwischen denen der aus einem Trichter herbeigelangende Thon in gehöriger Breite und Dike ausgewalzt wird. Diese beiden Cylinder werden mittelst der Zahnräder a, a, die an die äußeren Enden ihrer Achsen geschirrt sind, und von denen jedes 48 Zähne hat, mit gleicher Geschwindigkeit nach entgegengesezten |273| Richtungen umgetrieben. Das untere dieser Räder a, a erhält seine Bewegung von dem Getriebe b, dessen Nabe oder Büchse lose an einer Welle läuft, und mit Hülfe einer Klaue, die mit einem Hebel gehandhabt wird, in jedem Augenblike darin fixirt oder davon losgemacht werden kann, so daß sich also die Maschine alsogleich anhalten und wieder in Gang sezen läßt. Der Umfang dieses Getriebes ist in 18 Zähne abgetheilt, von denen aber nur 15 wirklich vorbanden, die übrigen drei dagegen weggealssen sind, damit von Zeit zu Zeit ein Ruhestand in der Maschine, während dem man den Ziegel auf die anzugebende Weise mit einem Drahte abschneiden kann, eintritt. Dieses Getrieb läuft nur einmal um, während die Länge des Ziegels gebildet wird; seine Größe ist hier eine solche, daß die Ziegel 15 Zoll Länge bekommen. Es versteht sich, daß man ihm einen größeren Umfang und eine größere Anzahl von Zähnen geben müßte, wenn die Ziegel eine größere Länge bekommen sollen, und umgekehrt. Die untere Walze C läuft in unbeweglichen, die obere B hingegen in beweglichen Büchsen, d.h. die Büchsen haben hier Spalten, vermöge welcher man die Walzen weiter oder näher stellen kann, je nachdem es für die Dike, welche die Ziegel bekommen sollen, erforderlich ist. Zu bemerken kommt, daß die Dike der Ziegel nie in einem solchen Grade wechselt, daß das Eingreifen der Räder der Walzen hiedurch beeinträchtigt werden könnte.

In Fig. 1, 2 und 3 ist D ein Trichter oder eine zur Speisung dienende Vorrichtung, in welcher in schräger Richtung vier oder mehrere Walzen angebracht sind. Ueber diese Rollen, welche sich in Büchsen drehen, die an die unteren Ränder der Seitenwände des Trichters geschraubt sind, läuft ein endloses Tuch, welches aus Maulwurfsfellen oder irgend einem anderen derartigen Stoffe bestehen kann, und welches den Thon den Walzen B, C zuführt. Die untere dieser Walzen selbst bewirkt, wenn sie einmal den Thon erfaßt hat, dessen Vorwärtsbewegung. Man wird, wenn man die Zeichnung prüft, finden, daß der Thon etwas unter der Berührungslinie der Walzen das Speisungstuch verläßt. Diese Einrichtung ist getroffen, damit die untere Walze in einer größeren Ausdehnung mit dem Thone in Berührung komme, als dieß der Fall seyn würde, wenn der Thon unmittelbar an der Berührungslinie einträte; und damit also der Thon besser von dem Speisungstuche abgezogen wird. Dabei kommt zu bemerken, daß der Thon mit einigen seltenen Ausnahmen eine Neigung hat an den Walzen anzukleben. Um dieß zu verhindern, überziehe ich die Walzen mit demselben Materiale, welches zu dem Speisungstuche genommen wurde, und um diesen Ueberzug immer in gehöriger Spannung erhalten zu können, spanne ich ihn |274| über die Walzen E, E, Fig. 1, 3, welche mit Schrauben adjustirt werden können. Diese Vorkehrung ist um so mehr zu empfehlen, als der Thon in manchen Gegenden so verschieden ist, daß statt des angegebenen Materiales Canevaß, Kautschuk, oder andere derlei künstliche oder natürliche Stoffe angewendet werden müssen. Die Walzen können an ihren Enden einen Ausschnitt haben, welcher zur Aufnahme eines Riemens oder einer Schnur, die an und unter den Rändern der entsprechenden endlosen Tücher angebracht ist, dient, damit sich diese Tücher nicht verziehen können, wie dieß manchmal geschieht, wenn diese Vorsicht nicht gebraucht wird.

Bei dem Durchlaufen des Thones zwischen den Walzen wird ihm dadurch die erforderliche Breite gegeben, daß der Trichter an seinem, der unteren Walze C zunächst liegenden Theile mit Holzstüken, welche mit Messing beschlagen sind, verengt wird. An den Rändern des zwischen den Walzen hervortretenden Thones befindet sich gewöhnlich ein dünner Saum; dieser wird mittelst zweier, auf seine Ränder wirkender, senkrechter Drähte abgeschnitten. Ist dieß geschehen, so gelangt der Thon von dem endlosen Tuche der unteren Walze auf ein anderes, um die Walze F geführtes endloses Tuch. Diese Walze, auf die ich in einem anderen Theile meiner Beschreibung zurükkommen werde, kann je nach den Zweken, welche man im Auge hat, verschieden modificirt werden. So ist sie z.B., wenn es sich um die Erzeugung von Ziegeln zu Dachrinnen handelt, in der Mitte dieser Gestalt gemäß abgedreht, und zwar so, daß die runde Seite nach Oben zu gerichtet ist, wie dieß aus Fig. 2 erhellt. Der an sie gelangende Thon nimmt seine Gestalt an, und bewegt sich hierauf längs des endlosen Tuches C, welches sich leicht der Convexität des abgedrehten Theiles der Walze F anpaßt, und welches über eine Rolle oder eine Walze G gespannt ist, die eine dem abgedrehten Theile der Walze F ähnliche Gestalt hat. Dieses endlose Tuch schafft die Ziegel an einen anderen Theil der Maschine, in welchem ihre Gestalt durch die Walzen H, H weiter ausgebildet wird. Diese Walzen haben nämlich eine der Form der Ziegel entsprechende Gestalt, und werden umgetrieben, wenn sie mit dem Ziegel, der auf dem angegebenen endlosen Tuche zwischen sie hineinläuft, in Berührung kommen. Wenn man es für nöthig hält, kann man auch zur Verhütung des Anklebens der Ziegel endlose Tücher über sie und über geeignete Spannungswalzen fuhren: eine Maßregel, die jedoch in der Praxis selten erheischt werden dürfte, und die ich daher auch nicht ausführlicher anzugeben brauche. Ich bemerke daher nur noch, daß die Walzen H, H an Zapfen laufen, deren Stellung in Bezug auf die Höhe mittelst Schrauben und Schraubenmuttern regulirt werden |275| kann, während sie in seitlicher Richtung sowohl oben als unten in Spalten so versezt werden können, daß die gegenseitige Entfernung der Walzen der Dike und Größe der Ziegel entspricht. Die bereits beschriebene Walze G gibt hiebei der unteren Seite der Ziegel die ihnen bestimmte Gestalt. Die Ziegel gelangen zunächst auf zwei schmale, endlose, lederne Riemen, welche um die Walzen I, I, K laufen, und welche die Ziegel an den Schneiddraht führen. Diese Walzen müssen sich, was ihre Höhe anbelangt, gehörig stellen lassen; ihre Büchsen müssen sich daher in Spalten auf und nieder bewegen lassen, je nachdem es für die verschiedene Größe der Ziegel erforderlich ist. Die Büchsen der Walze K müssen nach der Längenrichtung der Maschine eine Adjustirung gestatten, damit man die Riemen mittelst Keilen straffer spannen kann. Die erwähnten Spalten sollen Kreissegmente seyn, welche die Welle der Walze F zum Mittelpunkte haben, damit die Getriebe auf und nieder geschoben werden können, ohne daß sie außer Berührung gerathen.

Während des temporären Stillstandes der Maschine und auf dem Durchgange durch den Rahmen des Schneiddrahtes wird der Ziegel in der gewünschten Länge abgeschnitten. Die Schneidvorrichtung besteht aus einem Rahmen L, Fig. 1, 4, der an dem unteren Ende einer an dem Hebel M befestigten Verbindungsstange angebracht ist. Durch diesen Rahmen ist ein Draht gespannt, welcher an den beiden Enden an Schnüren, die durch das untere Ende des Rahmens geführt und an Federn befestigt sind, festgemacht ist: eine Einrichtung, welche getroffen ist, damit der Draht nicht so leicht durch Schwingungen oder durch harte Substanzen, auf welche er in dem Thone trifft, zum Brechen kommt. Das untere Ende der Verbindungsstange bewegt sich in einer Spalte, wodurch dem Drahte eine senkrechte Bewegung gesichert wird. Ihr oberes Ende ist an einem Hebel befestigt, dessen Drehpunkt sich in d befindet. Der Hebel erhält seine Bewegung durch ein an der Haupttreibwelle angebrachtes Rad e; denn dieses Rad ist mit einem Zahne oder Däumlinge ausgestattet, der bei jedem Umlaufe den anderen Hebelarm und mit ihm auch den Draht mit seinem Drahte zum Behufe des Abschneidens der Ziegel herabsenkt. Damit der Draht unmittelbar, nachdem er den Schnitt vollbracht hat, wieder emporsteige, ist das andere Hebelende mit dem Gewichte o belastet. An der Haupttreibwelle ist auch ein zur Aufnahme einer endlosen Kette eingerichtetes Kettenrad angebracht, und diese endlose Kette läuft, um die Maschine in Bewegung zu sezen, über das Rad, welches sich an dem entgegengesezten Ende der Welle des Getriebes b befindet.

Wenn der Ziegel fertig ist, so läuft er auf einem endlosen Tuche, |276| welches über den Cylinder N, Fig. 3, und eine Spannungswalze geführt ist, auf das gegenüberliegende Ende des Troknenbrettes, auf dem die Ziegel an den zum Troknen derselben bestimmten Ort gebracht werden. Wenn die Ziegel weit auf dem endlosen Tuche zu laufen haben, und dadurch aus der Form kommen, so bediene ich mich, um ihnen diese wieder zu geben, des beweglichen, in Fig. 5 und 6 ersichtlichen Rahmens. Dieser Rahmen, welcher quer über dem endlosen Tuche aufgestellt wird, besteht aus zwei horizontalen Seitentheilen, auf deren Enden unter einer Neigung nach Innen Pfosten befestigt sind. Zwischen diesen Pfosten befinden sich vier, in Büchsen laufende Walzen, welche zu zweien der Länge nach gerichtet und über die endlosen Tücher gespannt sind. Der Ziegel wird von dem endlosen Tuche genommen, und auf einen Holzblok von der ihm entsprechenden Form, welchen ich den Bok (horse) nenne, gebracht; erreicht er auf diesem den Scheitel des eben beschriebenen Rahmens, so kommt er sachte mit dem endlosen Tuche desselben in Berührung, wodurch seine Form hergestellt wird. Es ist eine Einrichtung getroffen, gemäß welcher der Rahmen längs der Troknenladen bewegt, und an einer beliebigen Stelle zwischen deren Enden festgestellt werden kann. Damit die Maschine unmittelbar den Troknenladen gegenüber aufgestellt werden kann, bewegt sie sich auf einer zu diesem Zweke eingerichteten Eisenbahn. Die Haupttreibwelle hat eine Länge, welche der Breite des Troknenstadels gleichkommt; und jeder Troknenlade gegenüber sind an ihr ein Kettenrad und zwei Zahnräder mit Hebeln anzubringen.

Ich gehe nunmehr auf die Beschreibung der Fabrication flacher Ziegel oder Platten über. Der Thon gelangt auf die oben beschriebene Weise mittelst eines Speisungsapparates in die Maschine, und läuft hierauf zwischen den Walzen B, C hindurch auf einem endlosen Tuche bis an die Walze F, welche, wie schon oben erwähnt worden, je nach den Zweken, welche man beabsichtigt, verschieden modificirt werden kann. Hier in diesem Falle wird die Walze G und deren endloses Tuch C befestigt, und dafür ein anderes endloses Tuch f von der ganzen Breite der Walze F an dessen Stelle gebracht, wie in Fig. 7 zu sehen ist. Dieses endlose Tuch f ist auch über die Walze K gespannt, die mit der Walze F auf gleiche Höhe gestellt seyn muß. Die Thonmasse bewegt sich nun auf diesem endlosen Tuche bis zu dem mit einem Schneiddrahte versehenen Rahmen P, Fig. 8, welcher sich auf den beiden Reibungsrollen g, g bewegt, und welcher mit einem Gefüge an dem Hebel Q festgemacht ist. Lezterer ist seinerseits mit einem Bolzen oder Zapfen, an welchem er sich bewegt, an der Deke des Gebäudes befestigt. Die Bewegung des Hebels nach |277| Rechts oder Links und mit ihm die Bewegung des Rahmens wird durch die Räder e, e vermittelt; denn an der inneren Seite eines jeden dieser Räder ist zu diesem Zweke ein Zahn angebracht, der, wenn die Räder umlaufen, abwechselnd auf den Hebel wirkt. Dieser leztere wird durch eine Vorrichtung, welche in der Zeichnung nicht angedeutet ist, bei seiner Bewegung geleitet und auch verhindert, seine Bewegung zu weit auszudehnen. Einen anderen fixirten Rahmen von beiläufig 10 Zoll Länge, in welchem zwei oder mehrere senkrechte Schneiddrähte angebracht sind, und womit man die Thonmasse in Breiten, wie sie die Platten bekommen sollen, theilen kann, sieht man aus Fig. 9. In diesen Rahmen müssen Spalten oder Löcher geschnitten seyn, damit man die Drähte je nach der Breite, welche man den Platten zu geben beabsichtigt, versezen kann. Er kann an beiden Enden, an den beiden bereits erwähnten beweglichen Büchsen oder an dem Rahmen befestigt werden. Unwesentlich ist es, ob er vor oder hinter dem verschiebbaren Schneidrahmen in der Maschine befestigt wird. Die fertigen Platten können wie die Dachrinnenziegel in die Troknenstadel geschafft werden.

Ich gehe nunmehr auf die Beschreibung der Fabrication flacher Dachziegel über. Wenn derlei Ziegel von durchaus gleicher Dike fabricirt werden sollen, so wird sich die obere Walze B sehr gut zu diesem Zweke eignen; sollen die Ziegel hingegen an ihren oberen oder Nagelenden dünner werden, so muß die obere Walze B die aus Fig. 10 zu ersehende Gestalt bekommen. Dieß kann geschehen, indem man an dem einen Ende derselben einen eisernen Reif anlegt. Das Loch, welches der Ziegel bekommen soll, und welches zur Aufnahme des Nagels, womit er befestigt wird, zu dienen hat, erzeuge ich mit einem Ausschlage, der zu der Zeit, wo die Maschine still steht, in Anwendung kommt, und zwar mittelst des Hebels Q. Dieser Hebel drükt nämlich in dem Augenblike, wo die Maschine still steht, den kleinen Hebel R, an welchem der Ausschlag angebracht ist, herab, wo dann dieser das gewünschte Loch hervorbringt. Der Ausschlag kann dieselbe Einrichtung haben, wie die zum Ausschlagen von Leder bestimmten Instrumente; sein Durchmesser kann 3/8 Zoll betragen. Sollen die Ziegel an den Latten eingehängt werden, so müssen sie, gleich den gewöhnlichen Dachziegeln an dem einen Ende einen Zapfen bekommen. Um dieß zu bewerkstelligen, bediene ich mich einer Walze von der aus Fig. 11 zu ersehenden Gestalt; d.h. einer Walze, welche an dem einen Ende ringsherum Ausschnitte von entsprechender Form hat. Ich muß hier bemerken, daß die endlosen Tücher, welche an einer Walze dieser Art oder an einer Walze, wie sie in Fig. 10 abgebildet ist, angewendet werden, in Folge der Unregelmäßigkeiten, |278| welche die Oberflächen dieser Walzen darbieten, verhältnißmäßig eine nur unbedeutende Abnüzung erleiden. Da die flachen Dachziegel gewöhnlich kürzer sind, als die zu Rinnen bestimmten, so bediene ich mich hier eines Getriebes von größerem Durchmesser als bei der Fabrication der Rinnenziegel. Man sieht ein Getrieb dieser Art in Fig. 12; es ist für 18 Zähne abgetheilt, von denen jedoch 6, nämlich an den gegenüber liegenden Seiten je 3, weggelassen sind. Zwei leere und zwei gezahnte Stellen bringe ich an diesem Getriebe deßhalb an, weil ein Getrieb mit einem einzigen zahnlosen Raume nothwendig so klein ausfallen würde, daß es die Maschine nicht mit gehöriger Energie in Thätigkeit sezen könnte. Die Büchsen, in denen die Welle des Getriebes läuft, müssen in dem zu diesem Zweke angebrachten Spalten so verschoben werden, daß das Getrieb mit den an dem Ende der Walze C befindlichen Rädern in Berührung bleibt.

Aus dieser Beschreibung und aus den in Fig. 10 und 11 gegebenen Ansichten der Walzenenden geht hervor, daß die Ziegel nach der Quere, und nicht, wie es bei den Rinnenziegeln der Fall war, nach der Länge durch die Maschine laufen. Nachdem die drei verschiedenen Arten von flachen Dachziegeln, deren hier Erwähnung geschah, ihre Form bekommen haben, müssen sie auf die Troknenbretter gebracht werden, wozu ich mich anstatt der gewöhnlichen Schaufel eines verbesserten, aus Fig. 13, 14 ersichtlichen Instrumentes bediene. Dasselbe besteht nämlich aus einem leichten eisernen Rahmen mit einer Anzahl von Walzen, über welche ein endloses Tuch gespannt ist. Wenn der Ziegel auf das Brett gebracht worden ist, so zieht man den Rahmen zurük, wo dann das Tuch in Folge des Anklebens des Ziegels umläuft, und der Ziegel von dem Rahmen frei wird.

Ich gehe nunmehr auf die Beschreibung der Fabrication von Baksteinen über. Die Hauptveränderung, welche zu diesem Zweke in der Maschinerie vorgenommen werden muß, besteht darin, daß die obere Walze B mittelst der an ihren Büchsen angebrachten Spalten auf eine der Dike der zu erzeugenden Baksteine entsprechende Entfernung von der unteren Walze gestellt werden muß. Bei dieser Veränderung kommen die an den Enden der Walze B angebrachten Zahnräder nothwendig gänzlich außer Berührung. Dieß veranlaßt mich jedoch nicht, diese Räder ganz zu beseitigen, sondern ich bringe an den entgegengesezten Enden der Welle nur größere, der Dike der zu erzeugenden Baksteine entsprechende Zahnräder an. Der Trichter soll an seinem den Walzen zunächst gelegenen Ende keine größere Breite haben, als daß die Thonmasse je nach Umständen genau die Breite von 2 oder 3 Baksteinen bekommt. Von den Walzen aus |279| laufen die Baksteine zunächst an den Schneidrahmen, in welchem die Drähte vorläufig auf eine der Breite der Baksteine entsprechende Entfernung gestellt worden seyn müssen. Zum Behufe des Abschneidens derselben in gehöriger Länge muß auch hier wieder ein anderes Getrieb, wie man es in Fig. 15 sieht, in Anwendung kommen. Dasselbe ist nämlich für 22 Zähne abgetheilt, jedoch so, daß an den gegenüber liegenden Seiten 3 Zähne weggelassen sind, und daß also auf 16 Zähne in gleichen Zwischenräumen zwei leere Stellen kommen. Die fertigen Baksteine werden auf die für die Rinnenziegel angegebene Weise weiter geschafft.

Sollen auf einer oder beiden Seiten der Baksteine Vertiefungen von irgend einer Art und Form zum Vorscheine kommen, so befestige ich auf dem Umfange der beiden Walzen B, C mit Hülfe versenkter Schrauben Stüke, welche eine diesen Vertiefungen entsprechende Gestalt haben. Die Größe der Walzen muß hiebei so berechnet seyn, daß sie in die Anzahl der bei einem Umlaufe der Walzen zu erzeugenden Ziegellängen getheilt werden können, daß sowohl die obere als die untere Walze die auf ihrer Oberfläche angebrachten Erhabenheiten in gehörigem Einklange darbieten, und daß die Ränder der Baksteine flach und eben bleiben. Für die beste Art solcher Vertiefungen halte ich Linien, welche der ganzen Länge nach über die Baksteine laufen. Um solche in einer bestimmten Anzahl und Größe hervorzubringen, befestige ich auf der Oberfläche des endlosen Tuches den Walzen zunächst Schnüre von einer der Tiefe der Linien entsprechenden Dike.

Ich habe meine Maschine hier beschrieben, so wie ich sie baue, wenn sie sowohl zur Erzeugung von Baksteinen als von Ziegeln verschiedener Art bestimmt ist. Mehrere Veränderungen bringe ich aber an ihr an, wenn bloß Baksteine allein mit ihr fabricirt werden sollen. In diesem Falle stelle ich nämlich die beiden Walzen direct über einander auf, und den Speisungsapparat in horizontaler Richtung etwas unter der unteren Walze. Das endlose Tuch des Speisungsapparates seze ich in Bewegung, indem ich einen Riemen über zwei Rollen führe, von denen die eine an der Welle der unteren Walze und die andere an der Welle der äußeren Walze des endlosen Tuches angebracht ist. Um den Thon vor seinem Eintritte zwischen die Walzen seitlich zusammenzudrängen, bringe ich dicht an den Walzen und unmittelbar vor ihnen zwei kleine stehende Cylinder an, deren unteres Ende dicht an dem endlosen Tuche umläuft, und welche durch das Vorwärtsschreiten des Thones in Bewegung gesezt werden. Diese stehenden Cylinder laufen in beweglichen Büchsen, welche nach der Breite des Thones adjustirt werden können. Um die Thonmasse sowohl in der Breite, welche sie zwischen den stehenden Cylindern |280| bekommt, als auch in gehöriger Reinheit zu erhalten, befestige ich zwischen der oberen und unteren Walze, jedoch frei von den endlosen Geweben, zwei Platten aus Eisen oder einem anderen Metalle. Den Enden dieser Platten gebe ich eine solche Gestalt, daß sie zugleich auch zur Beseitigung der Spuren der stehenden Cylinder dienen. Die Thonmasse wird unmittelbar, wie sie das endlose Tuch der unteren Walze verläßt, in Baksteine von der gewünschten Länge und Breite geschnitten.

Meine zur Fabrication von Bodenplatten (house tiles) bestimmte Maschine besteht aus einem Rahmen A, Fig. 16, 17, 18. In diesen Rahmen wird der untere, aus einem beweglichen Model bestehende Theil der Vorrichtung, welcher die Form der unteren Oberfläche der Platte hat, und den man in Fig. 19 sieht, ein und aus bewegt, und zwar an einer runden Eisenstange C. Der obere Theil der Maschine besteht aus einem beweglichen Model D von der Form der oberen Fläche der Platte, und dieser Model bewegt sich senkrecht, indem er sich an seinen vier Eken in Falzen, welche sich an dem Rahmen befinden, schiebt. An der einen Seite des unteren Models B ist ein Stük Zeug so befestigt, daß es über dessen obere Fläche gebreitet werden kann, und das Ankleben des Thones an dem Model verhindert. Zwischen die untere Oberfläche des oberen Models und den Thon ist ein Tuch a, a gelegt, welches, wenn der obere Model emporsteigt, mittelst der zu beiden Seiten angebrachten Walzen E, E und mittelst des Gewichtes F aufgerollt und gespannt erhalten wird. Soll eine Platte geformt werden, so zieht man den unteren Model mittelst seines Griffes heraus, gibt so viel Thon, als zur Bildung einer Platte erforderlich ist, auf denselben, und bringt ihn dann an den für ihn bestimmten Plaz in den Rahmen. Hierauf bewegt man den oberen Model mittelst eines Hebels oder einer Kurbel, je nachdem man es für geeigneter findet, mehrere Male mit solcher Kraft herab, daß dadurch die Platte ihre Form bekommt. Ist dieß geschehen, so zieht man den unteren Model abermals heraus, und stürzt die geformte Platte durch eine halbe Umdrehung der Eisenstange auf einen umgekehrten Model, auf dem sie auf die Troknenbretter geschafft wird.

Die hier beschriebenen Maschinen können mit Dampf, Wasser, oder irgend einer anderen Triebkraft in Bewegung gesezt werden. Zur Zubereitung des Thones fand ich es am Geeignetsten, ihn zwischen zwei großen, horizontalen, auf einen halben Zoll weit von einander gestellten Walzen durchlaufen zu lassen, um dadurch die in ihm enthaltenen Steine und sonstigen harten Substanzen zu zermalmen. Von diesen Walzen weg schaffe ich ihn in die Knetmühle, |281| aus der er dann mit Hebevorrichtungen an die zum Formen bestimmten Apparate emporgeschafft wird.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: