Titel: Ueber das Schwarzwerden des Höllensteines.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXI./Miszelle 11 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072021_11

Ueber das Schwarzwerden des Höllensteines.

Das Schwarzwerden des Höllensteines wird von einigen der Gegenwart einer gewissen Menge Kupferoxyd, welche durch Zersezung des gewöhnlich im Höllensteine enthaltenen salpetersauren Kupfers entsteht; von anderen der Reduction eines Theiles des Silbers durch die Fette, womit man die Gießmodel auszustreichen pflegt; von der Mehrzahl endlich der reducirenden Wirkung des Lichtes zugeschrieben. Hr. Scanlan theilte hierüber der British Association im August 1838 Folgendes mit. Dr. John Davy empfahl vor einigen Jahren die Anwendung des salpetersauren Silbers zur Entdekung von organischen Stoffen in destillirtem Wasser. Er zeigte, daß wenn man salpetersaures Silber, welches in vollkommen reinem Wasser aufgelöst worden, der Einwirkung des Lichtes aussezt, keine Veränderung entsteht; daß hingegen eine Schwärzung eintritt, wenn das Wasser auch nur eine Spur von organischen Stoffen enthält. Da sich hieraus entnehmen ließ, daß das salpetersaure Silber in festem Zustande an dem Lichte keine Veränderung erleiden müßte, ausgenommen, wenn es zugleich mit organischen Stoffen in Berührung stünde, so ward folgender Versuch von Hrn. Scanlan vorgenommen. Er nahm zwei Cylinder vollkommen reinen und frisch geschmolzenen salpetersauren Silbers, wikelte den einen in Papier, und brachte den anderen, ehe er noch mit einem organischen Stoffe in Berührung gekommen war, in eine Glasröhre, welche er vor dem Löthrohre zuschmolz. Nach drei Tagen ward der eine Cylinder aus dem Papiere genommen, und gleichfalls in eine Glasröhre gebracht, die vor dem Löthrohre zugeschmolzen wurde. Beide Röhren wurden hierauf den Lichtstrahlen ausgesezt; nach einer Stunde schon war der Höllenstein, der in Papier eingewikelt gewesen, ganz schwarz geworden, während der andere selbst nach 6 Wochen noch keine Farbenveränderung erlitten hatte. An der Luft wird der Höllenstein, selbst wenn er nicht in einen organischen Stoff eingewikelt ist, bald schwarz, was theils dem in der Luft enthaltenen Schwefelwasserstoffe, theils den in ihr schwebenden Staubtheilchen zuzuschreiben ist. (Journal de Pharmacie, Decbr. 1838.)

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