Titel: Penzoldt's Methode Zeuge verschiedener Art zu troknen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXI./Miszelle 13 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072021_13

Penzoldt's Methode Zeuge verschiedener Art zu troknen.

Hr. Penzoldt ist der Erfinder einer Troknenmethode für Wollen- und andere Zeuge, bei welcher weder Feuer, noch Druk, noch ein großer Aufwand an Zeit erforderlich ist. Er legte der Akademie zu Paris die Zeichnung einer Maschine vor, in der man alle Wollenzeuge, selbst die dichtesten Tücher nicht ausgenommen, in Kürze so troknen kann, daß sie nur mehr eine Feuchtigkeit behalten, welche sie an der Luft sogleich verlieren. Das Princip dieses Systemes, worauf wir bereits aufmerksam gemacht, beruht auf der Benuzung der Centrifugalkraft, wie aus folgender oberflächlicher Beschreibung der Maschine hervorgeht. „An dem oberen Theile einer stehenden eisernen Achse, die mit ihrem unteren Ende in einer Pfanne ruht, befindet sich eine hohle Trommel mit doppeltem Boden, die mit einer zweiten gleichfalls hohlen Trommel einen Körper ausmacht. Der Raum des doppelten Bodens wird mittelst einer Dille oder Zwinge erhalten; die beiden zusammenhangenden Trommeln sind mittelst einer Zwinge und einer Schraubenmutter an dem oberen Theile der Achse fixirt. An einem Gestelle ist eine dritte hohle Trommel befestigt, an deren unterem Theile zum Behufe des Abflusses des Wassers ein Hahn angebracht ist. Im Inneren dieser lezteren Trommel spielen mit einer Geschwindigkeit von 3 bis 4000 Umläufen in der Minute die beiden an der stehenden Achse befindlichen Trommeln. Diese Achse, welche, wie gesagt, in einer Pfanne ruht, wird unter den Trommeln nur von einem elastischen Bande oder einer Feder gehalten, welche der Achse ohne große Reibung eine Abweichung gestattet, die durch den Impuls, welcher ihr durch die in der zweiten Trommel enthaltene Last gegeben wird, bedingt ist. Alle drei Trommeln bestehen aus Kupfer; die zweite ist an ihrem Umfange mit kleinen Löchern, durch die das Wasser in die dritte Trommel abfließen kann, ausgestattet. Man bringt den zu troknenden Zeug, wie er aus dem Wasser kommt und ohne alle Vorbereitung, in einen zwischen den beiden kleineren Trommeln befindlichen Raum, sezt den Dekel auf, und bringt die Maschine mittelst einer Kurbel oder auf andere Weise in Bewegung, so zwar, daß sie 3–400 Umläufe in der Minute macht. Gin einziges Pferd kann selbst die größten derlei Maschinen treiben. Kaum ist die Maschine in Gang, so tröpfelt das Wasser bei den im Umfange der zweiten Trommel befindlichen Löchern ab, bis die Zeuge ganz troken geworden sind. An den kleineren Maschinen ist dieß mit Wollenzeugen in drei, an den größeren dagegen in 8 Minuten der Fall.“ (France industrielle, No. 72.)

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