Titel: Berry's Methode einige ausländische Faserstoffe zuzubereiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXI./Miszelle 14 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072021_14

Berry's Methode einige ausländische Faserstoffe zuzubereiten.

Hr. M. Berry, der bekannte Agent am Londoner Patent-Office, nahm am 14. Mai 1838 ein Patent auf eine verbesserte Methode einige ausländische Faserstoffe so zuzubereiten, daß sie anstatt des Flachses, des Hanfes, der Baumwolle und der Seide verarbeitet werden können. Das Wesentliche der Erfindung, welche dem Patentträger von einem Ausländer mitgetheilt worden, geht darauf hinaus, daß man die Pflanzen, welche die fraglichen Faserstoffe enthalten, gleich da wo sie wachsen und grün einer Behandlung unterwerfen soll, gemäß welcher der Faserstoff von den harzigen, klebrigen und anderen Bestandtheilen, wodurch die Fasern zusammengehalten werden, befreit wird. Die Pflanzen, welche als hiezu geeignet in dem Patente angeführt werden, sind die verschiedenen Arten des Pisang (Musa), verschiedene schilfartige Gewächse, verschiedene Feigenbäume, die Agaren, die wilden |79| und cultivirten Ananas oder Bromelien, die Cocospalme, die Makawpalme, verschiedene andere Palmen, der neuseeländische Flachs, und endlich alle zwischen den Wendekreisen wachsenden, einen Faserstoff enthaltenen Gewächse. Man soll diese Pflanzen, um einen zur Ausfuhr geeigneten Faserstoff aus ihnen zu erzielen, an Ort und Stelle in Wasser gähren lassen, nach Art des Röstens des Flachses; oder man soll sie durch gerippte Walzen laufen lassen, oder in anderen derlei Vorrichtungen brechen, oder auspressen. Die gewonnenen Fasern soll man zum Behufe des Bleichens in Wasser, dem man auch Alkalien, Chlorverbindungen oder verschiedene andere chemische Stoffe zusezen kann, aussieden, dann gut auswaschen, und endlich gut troknen. Der in dieser Form in Handel gekommene Artikel wäre wie Hanf und Flachs zu hecheln und zu kämmen, und für sich allein, oder mit mehreren Stoffen vermengt zu verschiedenen Dingen zu verarbeiten. Aus den gröberen und zäheren Faserstoffen wären Taue, die getheert werden müßten, zu verfertigen. Aus den milderen und glänzenderen Sorten hingegen ließen sich verschiedene glatte oder gemusterte Zeuge weben, die dann auf die mannigfachste Art gedrukt oder gefärbt werden könnten. Die Abfalle wären zu Striken der gröbsten Art oder zur Papierfabrication zu verwenden. Wären die Faserstoffe lediglich zur Papierfabrication bestimmt, so könnte man die Gewächse auch in einer ähnlichen Maschine, wie man sie zum Schneiden der Rüben etc. hat, zerschneiden lassen, bevor man sie dem angegebenen Verfahren unterwirft. Es geht hieraus hervor, daß das ganze Patent wenig oder gar nichts Neues enthält. (London Journal, Januar 1839.)

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