Titel: Ueber den chinesischen Kohl Pe-Tsaie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXI./Miszelle 18 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072021_18

Ueber den chinesischen Kohl Pe-Tsaie.

Hr. Bossin hat in Auftrag der Société d'horticulture im vergangenen Jahre eine Reihe von Versuchen mit dem neuen, aus China gebrachten Gemüse, welches unter dem Namen chinesischer Kohl oder auch unter dem chinesischen Namen Pe-Tsaie in den Zeitungsblättern so sehr angerühmt wurde, angestellt. Die im Julius ausgesäten und gegen Mine August in freies Land versezten Pflanzen wuchsen außerordentlich rasch und gaben einen reichen Ertrag. Mit Wasser abgekocht und wie Spinat zubereitet gaben die Blätter ein Gericht, welches dem Geschmake nach der Endivie am nächsten kam. Die größeren Rippen der Blätter müssen jedoch ausgeschnitten werden, da sie selbst bei fortgeseztem Sieden nicht weich werden. Der bekannte Arzt und Naturforscher Dr. Mérat ist der Ansicht, daß wir an diesem Gemüse keine besondere Acquisition gemacht haben dürften. Er gibt namentlich, was die Cultur desselben betrifft, folgende üble Eigenschaften der chinesischen Pflanze an. Ihre Blätter sind so außerordentlich brüchig, daß sie auch bei der leisesten Berührung schon abspringen. Dadurch wird nicht nur das Ausjäten sehr erschwert, sondern das Binden der Stöke, welches nöthig ist, um sie zu bleichen und kopfig zu machen, wird beinahe unmöglich. Ueberdieß ist diese Pflanze noch weit mehr als alle Kohlarten den Verfolgungen von Seite einer grünen sehr gefräßigen Raupe, welche oft in wenigen Tagen ganze Pflanzungen davon zerstört, ausgesezt. (Echo du monde savant No. 393.)

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