Titel: Smith's Vorschläge zur Verhütung von Unglüksfällen auf Eisenbahnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXI./Miszelle 4 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072021_4

Smith's Vorschläge zur Verhütung von Unglüksfällen auf Eisenbahnen.

Capitän Smith von der königl. großbrit. Marine macht folgende Vorschläge zur Bewirkung einer größeren Sicherheit bei den Fahrten auf den Eisenbahnen. Um zu entdeken, ob eine Schiene in Unordnung gerathen, soll jeder Bahnwächter während der Dauer seiner Wache gehalten seyn, ein oder zweimal von einer Station zur anderen zu gehen, und hiebei längs der Kante der Schienen einen Stab nachzuziehen, an dessen Enden sich ein Haken befindet, der eine der Kante der Schiene entsprechende Form hat. Mit dieser einfachen Vorrichtung läßt sich nach der Ansicht des Hrn. Capitäns weit sicherer jede Derangirung der Schienen entdeken, als dieß durch die gewöhnliche Besichtigung möglich ist, namentlich wenn starker Ziegen oder Schnee fällt. Jedes zufällig oder absichtlich auf die Bahn gebrachte Hinderniß würde gleichfalls zur Kenntniß des Wächters kommen; und damit dieser in der Ausübung seiner Pflicht controlirt würde, müßten je zwei Wächter, |75| sowie sie am Ende der Station zusammentreffen, ihre Stabe, die mit Nummern zu versehen wären, gegen einander auswechseln. – Zur Verhütung jener Unglüksfälle, welche sich ereignen, wenn ein späterer Wagenzug aus irgend einer Veranlassung einen früher abgegangenen bei Nacht oder Nebel überholte, wäre nach Hrn. Smith auf dem lezten Wagen eines jeden Zuges eine Art von Tamtam anzubringen, auf den geschlagen werden müßte. Die Lichtsignale leisten bei Nebel zu wenig, und werden, da die Maschinenwärter die Augen nicht immer genug offen haben, leicht übersehen. Einer ähnlichen Vorrichtung könnte man sich auch bedienen, um den Maschinisten in Kenntniß zu sezen, wenn sich allenfalls einer der Hinteren Wagen von dem Zuge abgelöst haben sollte. – Damit die Wagen auch dann nicht an Geschwindigkeit verlieren, wenn die Schienen glitscherig sind, wäre vorne an der Maschine ein Sandbehälter anzubringen, von dem zwei Röhren vor den vorderen Räder herab unmittelbar an die Schienen führen müßten. Die Vorrichtung wäre nach Art einiger Säemaschinen einzurichten, und müßte unter der Leitung des Maschinisten stehen. Aus den folgenden Wagen wäre eine Art von Bürste anzubringen, welche, wenn es nöthig wäre, den Sand wieder wegzuschaffen hätte, damit der Widerstand oder die Reibung nicht gar zu groß würde. Das Mechanics' Magazine bemerkt hiezu in Nr. 804, daß die Anwendung des Sandes schon viel früher von Oberst Maceroni angerathen wurde.

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