Titel: Jacobi's Verfahren sich durch den Galvanismus Kupferplatten mit erhabenen Mustern zu verschaffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXI./Miszelle 8 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072021_8

Jacobi's Verfahren sich durch den Galvanismus Kupferplatten mit erhabenen Mustern zu verschaffen.

Hr. Jacobi hat die interessante Entdekung gemacht, auf sehr einfache Weise durch den Galvanismus Kupferplatten zu erhalten, worauf sich dasjenige erhaben darstellt, was im Originale vertieft gravirt ist. Das Verfahren besteht in Folgendem: Ein in zwei Hälften getheilter hölzerner Kasten, dessen Abtheilung aus schwach gebranntem Thone besteht, wird in der einen Hälfte mit Wasser nebst schwacher Beimischung von Schwefelsäure und in der anderen mit einer Auflösung von blauem Kupfervitriole gefüllt. In die erste Abtheilung stellt man eine Zinkplatte, in die zweite eine kupferne Platte, welche mit ihrer gravirten Seite zum Zink gewandt ist. Sobald nun diese beiden Platten durch einen langen schraubenförmigen Draht in Verbindung gebracht werden, beginnt die Entwikelung der galvanischen Elektricität, welche von einer Platte zur anderen übergeht. Zugleich beginnt der chemische Proceß: der Zink löst sich langsam allmählich in der Flüssigkeit auf; dagegen scheidet sich das im Kupfervitriol enthaltene Kupfer in metallischer Form aus. Ist der Draht zu dik oder zu kurz, so erscheint das Kupfer als Pulver oder in Form grober Kügelchen; hat der Draht aber die gehörige Länge, so bedekt sich die gravirte Kupferplatte mit dem Niederschlage von metallischem Kupfer, welches alle durch den Graveur gemachten Vertiefungen füllt, allmählich anwächst und jede beliebige Dike erhalten kann. Die Wirkung dieses Apparates erfordert wenig Beaufsichtigung; man braucht nur alle 8 oder 12 Stunden etwas Kupfervitriol nachzutragen. Die große Schwierigkeit besteht aber in der Trennung der neu gebildeten Kupferplatte von der gravirten. Dabei ist die größte Vorsicht nöthig, sowohl um die erstere nicht zu zerbrechen, als auch um leztere nicht zu beschädigen. Oft, wenn der Verbindungsdraht nicht die gehörige Proportion hat, vereinigt sich der gebildete Niederschlag so fest mit der gravirten Platte, daß er an einzelnen Stellen, oder sogar mit seiner ganzen Oberfläche gleichsam mit derselben zusammenwächst und auf keine Weise mehr getrennt werden kann.

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