Titel: Die Spinnereibesizer Strutt und Arkwright.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXXVIII./Miszelle 12 (S. 160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072038_12

Die Spinnereibesizer Strutt und Arkwright.

In einem Werkchen, welches Hr. Gardener unter dem Titel: Music and Friends herausgab, findet man folgende Notizen über die Strutt's und Arkwright's, welche die englische Baumwollspinnerei auf eine so hohe Stufe brachten. „John, der Sohn George Strutt's, welcher in Belper wohnt, hat den feinsten Geschmak in der Musik, und hat seine ganze Gegend auch in musikalischer Einsicht so berühmt gemacht, als es nur irgend ein Ort in Deutschland in diesem Fache seyn kann. Er hat aus seinen Fabrikarbeitern ein Orchester von mehr dann 40 Individuen und auch einen Sängerchor gebildet. Alle diese Individuen ließ er durch tüchtige Meister unterrichten, wobei ihnen die Unterrichts- und Exercirstunden als Arbeitsstunden angerechnet wurden. Da viele von den Arbeitern, nachdem sie sich in der Musik ausgebildet hatten, die Fabrik verließen, um sich als Musiklehrer zu etabliren, und da hiedurch das Orchester öfter in Verlegenheiten kam, so mußten sich die am Orchester teilnehmenden Individuen für 7 Jahre engagiren. Nicht selten läßt der mildthätige Fabrikbesizer sein ganzes Musikchor an benachbarten Orten zu wohlthätigen Zweken spielen; und zu diesem Zweke hat er einen eigenen Wagen erfunden, auf den die Musikalien gepakt werden, während er für die Musiker eigene Omnibus hält. Ebenso erscheint er in den Opern und Concerten, welche in der Nachbarschaft gegeben werden, häufig mit einem halben Duzend seiner tüchtigsten musikalischen Arbeiter, um deren Geschmak auszubilden. Von dem Werthe des Besizthumes der HHrn. Strutt mag man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, daß der Chef des Hauses, als er sich im J. 1820 von den Geschäften zurükziehen wollte, dem Käufer 150,000 Pfd. St. von dem Schäzungswerthe nachlassen wollte! – Ein ebenso großer Freund der Musik ist der dermalige Hr. Arkwright, welcher zu den reichsten Männern in Europa gehört. Um nur ein Beispiel von seinem Reichthume zu geben, wird angeführt, daß er am Weihnachtstage einst seine 10 Söhne und Töchter um sich zu einem Frühstüke versammelte, bei welchem jedes Mitglied eine Note von 10,000 Pfd. St. unter der Serviette fand. Solche Geschenke hat er seither einigemale wiederholt.“ (Mechanics' Magazine, No. 802.)

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