Titel: Ueber die rotirende Dampfmaschine des Hrn. Pelletan.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. XXXVIII./Miszelle 2 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072038_2

Ueber die rotirende Dampfmaschine des Hrn. Pelletan.

Hr. Arago gab vor der Akademie in Paris einige mündliche Aufschlüsse über die von Pelletan erfundene rotirende Dampfmaschine, über welche der Erfinder ein Gutachten der Akademie verlangt. Das Echo du monde savant enthält in seiner Nr. 421 hierüber Folgendes. Die Maschine besteht aus einer unbeweglichen Trommel, in der sich ohne Reibung eine zweite Trommel, welche die Rolle einer Turbine spielt, bewegt. Ein durch die Tangente der unbeweglichen Trommel eindringender Gasstrom wirkt auf die bewegliche Trommel und tritt durch den Mittelpunkt aus. Wird Dampf allein angewendet, so ist die Wirkung beinahe Null; gestattet man aber zugleich auch der Luft Zutritt, so wird diese Flüssigkeit mit solcher Gewalt ausgesaugt, daß ein energischer Impuls daraus erfolgt. Der in seinem ganzen Baue sehr einfache und wenig Beschädigungen ausgesezte Apparat dürfte noch von großem Einflusse auf die Locomotion mittelst Dampf werden. Bevor jedoch etwas Bestimmtes hierüber ausgesprochen werden kann, müssen noch zwei wichtige Punkte bereinigt seyn. Es ist nämlich 1) die erzeugte Kraft mittelst des dynamometrischen Zaumes zu messen; und es ist 2) genau die Quantität des Dampfes zu bestimmen, welche zur Erzeugung einer bestimmten Kraft erforderlich ist. In lezterer Hinsicht scheint es Hrn. Arago, daß diese Quantität wahrscheinlich nicht bedeutend seyn dürfte. Die auf der Eisenbahn von Saint-Germain laufenden Lokomotiven verzehren, um den Nuzeffect von 24 Pferden zu geben, stündlich 480 Kilogr. Kohks, wonach also 24 Kilogr. auf die Pferdekraft kommen. Der Verbrauch der neuen Maschine muß wahrscheinlich bedeutend geringer seyn, da die Hauptrolle, welche der Dampf zu spielen hat, im Ansaugen der Luft besteht, und da die Bewegung hauptsächlich durch das Hineinstürzen der Luft in die Turbine hervorgebracht wird. Wenn man erwägt, daß vermöge der Einrichtung, welche Hr. Pelletan seinem Apparate gegeben, jene Luft angesogen wird, welche bereits zur Unterhaltung der Verbrennung gedient hat, so wird die neue Maschine überdieß auch noch den Vortheil |155| gewähren, daß sie den Rauch verzehrt; denn der Rauch sezt in Folge seiner Agitation mit dem Wasserdampfe seine kohligen Theile ab, so daß diese mit dem durch die Verdichtung des Dampfes erzeugten Wasser aus der Maschine abfließen.

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