Titel: Ueber das Weben von breitem Sammet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LIII./Miszelle 8 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072053_8

Ueber das Weben von breitem Sammet.

Die Society of arts and manufactures ertheilte in ihrer lezten Sizung zwei Sammetwebern von Spitalfields, Namens Hanshard und Cole, Preise für das Weben von breitem Sammet. Die Veranlassung hiezu war folgende. Vor ungefähr einem Jahre kam aus Frankreich ein Sammetshawl von 2 Yards im Gevierte nach England. Hanshard, der davon hörte, machte sich daran, ein gleiches Stük zu fabriciren, und er erzeugte auch wirklich eines von 7/4 im Gevierte, welches ihm seine Abnehmer mit 4 Pfd. St. bezahlten. Cole, der gleichfalls von der Nachfrage nach breitem Sammet Kenntniß bekam, und jenen Hanshard's sah, machte sich ebenso daran, und lieferte ein gleiches Stük Sammet für 2 Pfd. 5 Sch. Die Schwierigkeit, die beim Weben von so breitem Sammet zu überwinden war, beruht in Folgendem. Da der Sammet breiter war, als die Weite der ausgespannten Arme des Webers, so konnte dieser den die Seide enthaltenden Draht bei dessen Feinheit und Biegsamkeit nicht hindurchführen. Als Abhülfe hiefür brachte Hanshard den Draht in eine kleine messingene Röhre, welche an dem Ende zugespizt war, und welche den Draht so steif hielt, daß er durch die Kette hindurch geführt werden konnte. Da sich aber das Ende der Röhre bei der Arbeit leicht in dem Fabricate verfing und dadurch die Fäden abrissen, so brachte Hanshard eine spizige Müze über das Röhrenende, nachdem der Draht in sie gebracht worden. Cole kam gleichfalls von selbst auf die Anwendung der Röhre, jedoch ohne Anwendung des spizigen Dekels derselben. (Mechanics' Magazine, No. 810.)

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