Titel: Heard's Methode Bleiweiß und Mennig zu fabriciren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1839, Band 72, Nr. LXVII./Miszelle 12 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj072/mi072067_12

Heard's Methode Bleiweiß und Mennig zu fabriciren.

Das Verfahren zur Bleiweiß- und Mennigfabrication, worauf sich Edward Heard, Chemiker in Bateman's-Buildings, Soho-Square, am 1. Aug. 1838 ein Patent ertheilen ließ, wird im London Journal, April 1839, S. 41 folgendermaßen beschrieben: „Ich schmelze eine beliebige Quantität Blei in einem Schmelzofen, und seze dem im Flusse befindlichen Metalle in kleinen Quantitäten auf einmal und unter gutem Umrühren beiläufig die Hälfte seines Gewichtes salpetersaures Natron zu. Mit dem Umrühren fahre ich fort, bis das Blei sein metallisches Aussehen verloren hat, was bei einer schwachen Rothglühhize im Laufe einiger Stunden erfolgt. Ist das Blei auf solche Weise in ein der Bleiglätte ähnliches Oxyd verwandelt worden, so gieße ich es in Model oder auf eine reine Steinplatte aus. Nach dem Abkühlen lasse ich das Oxyd in sehr feines Pulver mahlen, welches ich, wenn es zur Bleiweißfabrication bestimmt ist, in einem gut schließenden Gefäße bis zur diken Rahmsconsistenz mit Wasser anrühre. In diese Masse leite ich, während sie beständig umgerührt wird, so lange einen Strom kohlensauren Gases, bis das Bleioxyd dadurch in kohlensaures Blei umgewandelt worden, welches nur mehr gut ausgewaschen zu werden braucht. Die in der Auflösung zurükbleibenden Salze, welche aus einem Gemische von basischem kohlensaurem Blei und salpetersaurem Natron bestehen, und welche ich zur Trokenheit eindampfe, verwende ich zur Oxydirung neuer Quantitäten Blei. Ist durch die aufeinanderfolgenden Operationen beinahe alles salpetersaure Salz zersezt worden, so schaffe ich es zulezt in einen Potascheofen, wo ich es mit einem kohligen Stoffe behandle, um dann das alkalische Salz auszulaugen, und die Laugen bis zur Trokenheit oder so weit einzudampfen, daß kohlensaures Natron daraus krystallisirt. – Handelt es sich um die Fabrication von Mennig, so wasche ich das dem ersten Verfahren gemäß erzielte, und in ein feines Pulver verwandelte Bleioxyd so lange aus, bis es keine salzigen Theile mehr enthält. Dieses ausgewaschene Pulver verarbeite ich in einem gewöhnlichen Mennigofen zu Mennig.“

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: